Klimawandel

Inlandeis auf Grönland schmilzt schneller als erwartet

Jan Peters
Jan Peters Hauptredaktion
Kopenhagen/Nuuk
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Schwarz-graue Partikel bedecken den grönländischen Eispanzer und sorgen für ein schnelleres Abschmelzen durch den sogenannten Albedoeffekt. Foto: Geus – De Nationale Geologiske Undersøgelser for Danmark og Grønland

Egal was wir tun: als Folge der globalen Erwärmung schmilzt das Inlandeis auf Grönland. 75 Prozent der Insel werden deshalb verschwinden. Es sei nur eine Frage, wie schnell, zeigen neueste Forschungsergebnisse.

Grönland ist zu 75 Prozent mit Eis bedeckt. Das Pariser Klimaabkommen sieht zwar vor, die globale Erwärmung auf 2 Grad zu beschränken. Das reiche jedoch nicht, um die Insel, die so groß ist wie Schweden, Norwegen, Finnland und Deutschland zusammen und eine Fläche von 1,7 Millionen Quadratkilometer bedeckt, zu retten. Das sagt Jason Box, international anerkannter Glaziologe und Professor bei Geus, den nationalen geologischen Untersuchungen für Dänemark und Grönland, berichtet DR.

„Selbst wenn wir den CO2-Ausstoß begrenzen, selbst wenn wir das Pariser Abkommen einhalten, werden wir das Inlandeis in Grönland nicht retten können“, sagt Box. In über 20 Expeditionen hat er seit Anfang der 1990er Jahre mit anderen Forschern das Inlandeis untersucht. Ist die gesamte grönländische Eisdecke geschmolzen, ist der Meeresspiegel um sieben Meter gestiegen.

Weitere Einflüsse auf das Abschmelzen

Der erhöhte CO2-Wert in der Atmosphäre hat neben der bisher um 1 Grad gestiegenen weltweiten Durchschnittstemperatur weitere – jedoch daraus resultierenden – Folgen. Heute wissen die Forscher nämlich, dass bei einem Anstieg der globalen Temperatur um mindestens 0,8 Grad mehr Eis über den Sommer abschmilzt als im Winter wieder hinzugefriert.

Außerdem kommt hinzu, dass sich Abgaspartikel als dunkle Schicht auf dem Eis absetzen und so einen sogenannten Albedoeffekt auslösen. Dabei wird das Sonnenlicht nicht mehr von der weißen Eisoberfläche reflektiert, sondern durch die dunklen Partikel absorbiert. Es entsteht mehr Wärme, das Eis schmilzt.

Allianz verneint UN-Klimaforderung

Bei dem aktuellen Klimagipfel im polnischen Kattowitz wurde jüngst bekannt, dass der weltweite CO2-Ausstoß in diesem Jahr, nach einer Zeit des Stillstands, gestiegen ist. Gleichzeitig taten sich die USA, Saudi-Arabien und Russland zusammen und bilden nun eine Allianz, die den Bericht des Weltklimarates der Vereinten Nationen nicht anerkennt. In dem Bericht wird die Wichtigkeit der Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter 1,5 Grad, unterstrichen.

Bürger können sich auf den Internetseiten der Kommunen informieren, ob das Heim durch den steigenden Wasserspiegel gefährdet ist. Sogenannte Themenkarten (temakort) geben darüber Aufschluss. Außerdem bietet die Behörde für Datenversorgung und Effektivierung ähnliche Karten an, die jedoch – kostenfrei – bestellt werden müssen www.kortforsyningen.dk.

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