Astrazeneca

Gesundheitsbehörde will dänische Untersuchungen abwarten

Gesundheitsbehörde will dänische Untersuchungen abwarten

Gesundheitsbehörde will dänische Untersuchungen abwarten

Ritzau/wt
Kopenhagen
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Dänmark hält vorläufig am Impfstopp mit Astrazeneca fest. Foto: Daniel Leal-Olivas/AFP/Ritzau Scanpix

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Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) empfiehlt trotz möglicher Nebenwirkungen weiterhin den Impfstoff von Astrazeneca. Die dänische Gesundheitsbehörde will sich erst kommende Woche zur Anwendung des Vakzins äußern.

Erst in der kommenden Woche will die dänische Gesundheitsbehörde entscheiden, ob der Corona-Impfstoff von Astrazeneca wieder in Dänemark verwendet werden soll oder nicht. Vorläufig sind die Impfungen mit dem Vakzin bis zum 15. April ausgesetzt.

Am Mittwoch hat die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) erstmalig einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Vorkommnissen von multiplen Blutgerinnseln, kombiniert mit einer niedrigen Zahl von Blutplättchen, anerkannt.

Da diese möglichen Nebenwirkungen jedoch ausgesprochen selten auftreten, vertritt die EMA die Auffassung, die Vorteile seien wesentlich größer als die Nachteile.

Aufgabe der Gesundheitsbehörde

Die dänische Arzneimittelbehörde möchte jedoch keine Empfehlung zu Astrazeneca aussprechen. Abteilungsleiterin Tanja Erichsen verweist darauf, die Gesundheitsbehörde werde in der kommenden Woche eine Aussage dazu abgeben.

Brostrøm fühlt sich bestätigt

Die Gesundheitsbehörde reagiert nicht unmittelbar auf die Aussagen der EMA. Sie möchte die Ergebnisse eigener Untersuchungen abwarten.

Der Direktor der Behörde, Søren Brostrøm, sieht sich jedoch bestätigt, dass der Impfstopp richtig war.

„Die Einschätzung der EMA zeigt, dass es wichtig war, einen möglichen Zusammenhang zu untersuchen. Es bestätigt uns darin, dass es rechtzeitige Vorsorge war, den Impfstoff vorläufig auszusetzen, während er untersucht wird. Wir warten nun auch die dänischen Ergebnisse ab und rechnen damit, in der kommenden Woche eine Aussage anhand der dann vorliegenden Erkenntnisse treffen zu können“, sagt er laut einer Pressemitteilung.

Keine Risikogruppen ausgemacht

In mehreren Ländern empfehlen die Behörden nun, dass der Impfstoff nicht bei jüngeren Personen eingesetzt wird.

Die EMA habe jedoch keine Risikofaktoren ausmachen können, so Tanja Erichsen, Abteilungsleiterin der dänischen Arzneimittelbehörde.

„Es sind keine besonderen Risikogruppen identifiziert worden. Nun wird die Gesundheitsbehörde eine fachliche Einschätzung auf der Grundlage der Untersuchungen erarbeiten“, sagt sie.

Expertengruppe

Die Gesundheitsbehörde hat eine breite Gruppe von Experten gesammelt, die die Behörde in der Frage beraten sollen. Die Gruppe arbeitet sowohl mit Labortests als auch mit Registerdaten über das dänische Impfprogramm. Diese Untersuchungen sollen laut Brostrøm die Informationen der EMA ergänzen.

Bei der Entscheidung seien nicht ausschließlich Daten über das Vakzin entscheidend, sondern auch das Infektionsgeschehen und der Zugang zu anderen Impfstoffen würden eine Rolle spielen, betont Erichsen.

„Unter Einbeziehung dieser Faktoren soll eine Entscheidung getroffen werden, ob man weiterhin das Astrazeneca-Vakzin benutzen möchte“, erläutert Erichsen.

Risiko für Geimpfte überstanden

Der portugiesische EU-Vorsitz hat am Mittwoch den Mitgliedsstaaten geschrieben, sie sollten ihre Reaktionen gegenüber dem Impfstoff koordinieren.

Brostrøm betont, dass das Risiko für jene, die vor dem Impfstopp den ersten Stich mit Astrazeneca bekommen haben, überstanden ist. Nach 21 Tagen bestehe das Risiko der ungewöhnlichen Blutgerinnsel nämlich nicht mehr.

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