Verkehr Kopenhagen-Hamburg

Neue Storstrømsbrücke: Wichtige Etappe geschafft

Neue Storstrømsbrücke: Wichtige Etappe geschafft

Neue Storstrømsbrücke: Wichtige Etappe geschafft

Nykøbing/Falster
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Die staatliche dänische Straßenbaubehörde „Vejdirektoratet" ist für den Neubau der Brücke über den Storstrøm zwischen den Inseln Falster und Seeland zuständig. In dieser Woche ist ein Hauptfundament für das vier Kilometer lange Bauwerk auf den Meeresgrund versenkt worden. Es wird künftig den 100 Meter hohen Hauptpfeiler der Bahn- und Straßenbrücke tragen. Foto: Vejdirektoratet

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Das Fundament für den zentralen Brückenträger ist am Meeresgrund verankert. Mit Aufnahme des elektrischen Zugbetriebs zwischen Ringsted und Næstved ist ein Teilstück der dänischen Hinterlandanbindung des Fehmarnbelt-Tunnels fertig.

Der Ausbau der Hinterland-Anbindung des Fehmarnbelt-Tunnels, der ab Ende der 2020er Jahre den Zug- und Straßenverkehr zwischen Hamburg und Kopenhagen deutlich beschleunigen wird, macht Fortschritte. So wurde Mitte Oktober der elektrische Zugverkehr zwischen Ringsted und Næstved aufgenommen. Es ist ein erster Abschnitt der Bahnverbindung zum Fehmarnbelt, die in den kommenden Jahren für Hochgeschwindigkeitsverkehr ausgebaut und elektrifiziert wird. Zwischen Seeland und der Insel Falster wurde auch eine Zwischenetappe geschafft.

Ab 2024 Brücke für Autos befahrbar

Dort wurde am Freitag das vorgefertigte Fundament des künftigen zentralen Brückenpfeilers der neuen Brücke über den Storstrøm auf dem Grund des Sunds verankert. Über die neue Brücke wird ab 2024 der Autoverkehr zwischen Nykøbing und Seeland abgewickelt, ab 2026 sollen auch die Züge über die Brücke rollen.

Die neuen Elektroloks des Typs Vectron des Herstellers Siemens werden künftig mit Tempo 200 über die neue Storstrømbrücke rollen. Die umweltfreundlichen Züge bieten eine klimafreundliche Alternative zu Flugzeugen und Autos. Foto: DSB

Der Neubau ersetzt die 1937 eingeweihte alte Storstrømsbrücke, über die bis zur Einstellung der Zugbeförderung per Fähre über den Fehmarnbelt 2019 auch die internationalen Züge nach Kopenhagen fuhren.

Alte Brücke seit 1937 in Betrieb

Die Brücke war seit 1937 auch bis zu deren Einstellung 1995 von den Zügen der Route Berlin-Kopenhagen über die Fähre Warnemünde-Gedser genutzt worden. Das imposante Bauwerk, das für Züge nur Tempo 100 zulässt, hatte sich vor einigen Jahren als stark erneuerungsbedürftig erwiesen, was zur Entscheidung führte, einen Neubau zu errichten, der für schnelle Züge mit 200 km/h Spitze geeignet ist. Der Neubau kostet 3,9 Milliarden Kronen.

Die neue Storstrømsbrücke kann von Zügen mit 200 Stundenkilometern befahren werden. Nach Fertigstellung des Fehmarnbelttunnels soll die Reisezeit per Bahn zwischen den Metropolen Hamburg und Kopenhagen nur noch zweieinhalb Stunden betragen. Foto: Vejdirektoratet

Das 46 Meter lange und 38 Meter breite Fundament des zentralen Pfeilers der neuen Brücke ist in Nachbarschaft zur Baustelle auf der Insel Masnedø gebaut worden, die der Insel Seeland vorgelagert ist, und von wo aus auch die neue Verbindung wie schon die alte Storstrømsbrücke die Meerenge bis zur Insel Falster überspannt. Mit Schleppern ist das Bauelement an den vorgesehenen Ort bugsiert worden.

18,5 Meter Wassertiefe beim Fundament

Zur Absenkung bei 18,5 Meter Wassertiefe wurden 25 luftgefüllte Hohlräume geflutet. Nachdem die Versenkung bereits wegen Schlechtwetters einige Tage verschoben worden war, glückte es in dieser Woche, das Vorhaben zu realisieren, kurz vor Einsetzen einer Reihe stürmischer Tage. Der Brückenpylon, der sich auf das Fundament stützen soll, wird 100 Meter hoch.

Die vier Kilometer lange neue Brücke wird neben zwei Bahngleisen auch eine zweispurige Landstraße sowie einen Fußgänger- und Fahrradweg tragen. Die Autobahn Kopenhagen-Lolland verläuft über die schon 1985 eröffneten Farø-Brücken. Nach Nykøbing/Falster sollen laut dänischer Bahninfrastrukturgesellschaft Banedanmark ab Jahresende 2021 nach zeitweiligem Schienenersatzverkehr ab Næstved wieder die meisten Züge über die alte Storstrømsbrücke rollen. Die Fähre nach Fehmarn in Rødby ist schon Ende April dieses Jahres nicht mehr per Bahn von Nykøbing/Falster aus erreichbar. Es gibt nur noch einzelne Busverbindungen dorthin.

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