Einzelhandel

USA-Boykott: Føtex, Netto und Bilka kennzeichnen europäische Produkte

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Die Føtex-Märkte gehören zur Salling Group (Archivfoto).

Die Salling Group, die die Supermarkt-Ketten Føtex, Bilka und Netto betreibt, reagiert mit der Kennzeichnung europäischer Produkte auf vermehrte Anfragen von Kundinnen und Kunden, die Waren aus den USA meiden wollen.

In Dänemark macht sich der Trend breit, Waren aus den USA zu boykottieren. Hintergrund sind die Aussagen des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, einen Handelskrieg mit Europa anzustreben. Getreu dem Motto „Den kann er haben“ schließen sich derzeit Tausende Menschen einer Boykott-Bewegung an.

Schwarzer Stern am Preisschild

Kundinnen und Kunden, die Waren aus den USA meiden wollen, werden es bei Føtex, Bilka und Netto künftig leichter haben. Ein schwarzer Stern auf dem Preisschild am Regal soll kennzeichnen, wenn es sich um Produkte aus Europa handelt.

Damit reagiert der Mutter-Konzern der Supermarkt-Ketten, die Salling Group, auf Anfragen von Kundinnen und Kunden, die sich dem USA-Boykott anschließen wollen. Das teilte der CEO Anders Hagh am Donnerstag via „LinkedIn“ mit.

Wie die Nachrichtenagentur „Ritzau“ berichtet, explodieren die Mitgliederzahlen einer Facebook-Gruppe namens „Boykot varer fra USA“ (Boykottiert Waren aus den USA) geradezu. Innerhalb weniger Tage stiegen die Mitgliederzahlen der Gruppe von 18.000 auf 29.000 am Donnerstag an. Am Freitagmorgen zählte die Gruppe bereits 36.000 Mitglieder.

Andere Supermärkte schließen sich vorerst nicht an

In Reaktion auf die Initiative der Salling Group hat „Ritzau“ auch bei den anderen großen Betreibern von Supermärkten nachgefragt. Jedoch teilten die Konkurrenten Coop, Rema und Dagrofa schriftlich mit, dass sie dem Vorstoß bis auf Weiteres nicht folgen werden.

Coop steht hinter Ketten wie SuperBrugsen und 365discount. Dagrofa hat Meny, Spar und Min Købmand unter sich.

Beide Konzerne teilen mit, dass sie Wert auf dänische Produkte legen. Coop schreibt zudem: „Wir prüfen, was wir technisch kennzeichnen können, damit sich die Kundschaft leicht über die Herkunft unserer Produkte orientieren kann und damit auch, ob sie europäisch sind oder nicht.“