Quotenflüchtlinge

Kommunen: Haben noch Platz für Flüchtlinge

Jon Thulstrup
Jon Thulstrup Online-Redaktion
Kopenhagen
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Foto: Scanpix

Die dänische Regierung möchte vorläufig keine weiteren Quotenflüchtlinge aufnehmen. Gleichzeitig melden mehrere Kommunen, dass sie Kapazitäten für mehr Flüchtlinge haben.

Die dänische Ausländer- und Integrationsministerin Inger Støjberg (Venstre) hatte in der vergangenen Woche beschlossen, aufgrund der großen Anzahl der Flüchtlinge im Jahr 2015 und der „Herausforderungen bei der Integration“, keine weiteren Quotenflüchtlinge aufzunehmen. Doch nun melden mehrere Kommunen in Dänemark, dass sie genügend Kapazitäten für eine weitere Aufnahme von Flüchtlingen haben, berichtet die dänische Tageszeitung Politiken.

Laut Leiterin der Integrationsabteilung der Kommune Randers, Laila Jerming Graf, „steht es gut um die Integration“. „Wir haben jeden Monat viele Flüchtlinge, die eine Ausbildung anfangen oder einen Job bekommen haben. Es scheint so, dass diejenigen, die wir von den Asylzentren bekommen, dort keinen langen Aufenthalt hatten. Demnach habe ich den Eindruck, dass der Druck auf die Asylzentren nachlässt“, so Graf. Auf die Frage, ob Randers mehr Flüchtlinge aufnehmen könnte, antwortet sie: „Das denke ich. 2016 haben wir 200 Flüchtlinge aufgenommen und in diesem Jahr bisher 25. Wir könnten deshalb mehr aufnehmen“, sagt Graf zu Politiken.

Auch die Kommunen in Nyborg, Thisted und Egedal melden gute Integrationsergebnisse mit ihren neuen Mitbürgern. In Egedal wäre die Kommune bereit, wieder mehr Flüchtlinge aufzunehmen. „Ja, wir haben Kapazitäten und Ressourcen für mehr“, sagt der Leiter des Bürgeramtes der Kommune Egedal, Kjeld Ebdrup.

Zu dem äußerte sich Støjberg in einem schriftlichen Kommentar an Politiken: „Wenn einige Kommunen meinen, dass sie mehr Flüchtlinge aufnehmen können als ihnen zugeteilt wird, dann können sie sich gerne ans Ministerium wenden und um eine Erweiterung ihrer Quoten bitten.“

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