Wort zum Sonntag

Eine besondere Woche im Kirchenjahr

Ein schlichtes Holzkreuz ragt vor einem strahlend blauen Himmel mit lockeren Wolkenformationen in die Höhe.
„Der Nordschleswiger“ veröffentlicht jedes Wochenende ein Wort zum Sonntag.

Für Christen ist die Woche vor Ostern eine ganz besondere Woche, schreibt Jonathan von der Hardt in seinem Wort zum Sonntag.

Veröffentlicht

Wort zum Sonntag

Mit dem Wort zum Sonntag richten sich im Wechsel die Pastorinnen und Pastoren der Nordschleswigschen Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, der deutschsprachigen Gemeindeteile der dänischen Volkskirche und der deutschsprachigen Gemeinde in Kopenhagen an die Leserinnen und Leser des „Nordschleswigers“. Es stellt keine Stellungnahme der Redaktion dar.

Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche, das ist die Woche vor Ostern. In dem Wort „Karwoche“ steckt das althochdeutsche Wort „Kara“, das heißt „Klage“ oder „Trauer“. 

In anderen Sprachen wird die Woche auch als „Stille Woche“, als „Heilige Woche“ oder sogar als „Gute Woche“ bezeichnet. Es ist eine besondere Woche, weil wir uns in dieser Woche an den Weg Jesu zum Kreuz, an sein Leiden, sein Sterben und zum Ende der Woche an seine Auferstehung erinnern. 

Der Palmsonntag heißt so, weil an diesem Tag Jesus bei seinem Einzug in Jerusalem von der begeisterten Menschenmenge mit Palmwedeln begrüßt wurde.

Im Wort „Gründonnerstag“ steckt das althochdeutsche Wort „gronan“, „weinen“. Vielleicht kennen manche von euch noch den Ausdruck „greinen“, er hat dieselbe Wurzel. Am Gründonnerstag erinnern wir uns daran, wie Jesus bei seinem letzten Abendessen mit seinen Jüngern das Abendmahl eingesetzt hat. In einigen Kirchen in Nordschleswig findet an diesem Abend das Abendmahl deshalb im Rahmen eines gemeinsamen Essens statt. 

Und am Karfreitag denken wir an die Kreuzigung und den Tod Jesu. 

Der Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe Jesu, und am Ostersonntag feiern wir, dass er am dritten Tag von den Toten auferstanden ist. Der dritte Tag ergibt sich dabei aus der jüdischen Zählung, bei der der erste und der letzte Tag mitgezählt werden. 

Weil Jesu Tod und Auferstehung während des jüdischen Passahfestes im Frühjahr stattfanden, feiern auch wir Ostern im Frühling. 

Und was hat das alles nun mit uns und unserem Leben zu tun? 

Als Christen hoffen und glauben wir, dass Jesus Christus mit seiner Auferstehung ein für allemal den Tod besiegt hat. Natürlich müssen wir alle sterben, aber wir hoffen: Der Tod ist nicht das Ende. Das Leben siegt über den Tod. Wie das im Einzelnen sein wird, wissen wir nicht und können wir uns nicht vorstellen. Aber Gott selbst hat uns ein neues Leben in seiner Herrlichkeit versprochen. 

Ich wünsche euch eine gesegnete Karwoche und schon jetzt ein richtig schönes Osterfest.

Euer Pastor Jonathan von der Hardt aus Süderwilstrup