Kaufkraftverlust

Inflation hat massive Auswirkungen auf Budgets dänischer Familien

Inflation hat massive Auswirkungen auf Budgets dänischer Familien

Inflation hat große Auswirkungen auf Familienbudgets

Ritzau/nlm
Kopenhagen
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Lebensmittel waren im Juli dieses Jahres 14,6 Prozent teurer als im selben Monat des Vorjahres. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

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Die Inflationsrate steigt weiter stark an, doch was bedeuten die steigenden Verbraucherpreise eigentlich für Familien in Dänemark?

Die Verbraucherpreise in Dänemark haben erneut zugelegt, wodurch die Inflation weiter steigt. Im Juli dieses Jahres sind die Preise in Dänemark im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres um 8,7 Prozent nach oben geschossen. Im Juni lag dieser Wert noch bei 8,2 Prozent. Seit Februar 1983 ist der Anstieg der Inflationsrate innerhalb eines Jahres nicht mehr so hoch gewesen.

Eier, Milch und Käse besonders teuer

Die Entwicklung der Verbraucherpreise, die auch auch als Inflation bezeichnet wird, sagt etwas darüber aus, wie sich die Preise in allen Bereichen von Nahrungsmitteln über Energie bis hin zu Kleidung entwickeln. Gewaltige Sprünge sind infolge des Ukraine-Krieges vor allem bei Energie- und Lebensmittelpreisen erkennbar.

Unter anderem sind die Preise für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke in Dänemark im Juli 14,6 Prozent höher gewesen als im selben Monat des Vorjahres. Eier sowie Milch- und Käseprodukte sind sogar um 24,5 Prozent teurer geworden.

Familien zahlen monatlich 3.000 Kronen mehr

Laut der Privatökonomin Camilla Schjølin Poulsen von „PFA“ (Pensionsforsikringsanstalten) bedeuten die aktuellen Preise, dass eine Familie allein für Gas, Elektrizität, Benzin und Lebensmittel im Jahr etwa 34.000 Kronen mehr bezahlen müsste als noch in den Vorjahren. Die Berechnungen gelten für Familien mit vier Personen, die in einem mit Gas beheizten Haus wohnen und ein Benzinauto fahren.

„Das sind zusätzliche Kosten von fast 3.000 Kronen pro Monat. Einige Familien, deren Ersparnisse nicht ausreichen, um die zusätzlichen Kosten zu decken, müssen knallhart priorisieren und eventuell auf Urlaubsreisen verzichten, ihre Einkaufsgewohnheiten ändern oder das Abonnement im Fitnesscenter kündigen“, meint Poulsen.

Ist ein Ende der rasanten Preisentwicklung in Sicht?

Der massive Preisanstieg könnte bald vorbei sein, wie Tore Stramer, der Chefökonom von „Dansk Erhverv“, berichtet. „Wenn wir mit unserer Prognose richtig liegen, wird die Inflationsrate im Spätsommer ihren Höhepunkt erreicht haben und daraufhin wieder langsam fallen. Im Laufe des Jahres 2023, und hoffentlich vor dem nächstjährigen Sommer, erwarten wir eine Inflationsrate, die bei etwa 2 bis 3 Prozent liegt“, sagt Stramer, der aber gleichzeitig erklärt, dass diese Prognose sehr unsicher ist. Falls die Energie- und Rohstoffpreise so hoch bleiben wie zurzeit, wird die hohe Inflationsrate laut Stramer vorerst nicht sinken.

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