Außenpolitik

Weltweit erster Tech-Botschafter soll bei Google und Facebook anklopfen

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Caspar Klynge
Dänemarks neuer Tech-Botschafter Caspar Klynge. Foto: Scanpix

Dänemark hat als erstes Land der Welt einen Tech-Botschafter berufen. Casper Klynge, bisher Botschafter in Indonesien, soll im kalifornischen Silicon Valley die Interessen Dänemarks vertreten.

Dänemark hat als erstes Land der Welt einen Tech-Botschafter berufen. Casper Klynge, bisher Botschafter in Indonesien, soll im kalifornischen Silicon Valley die Interessen Dänemarks vertreten.

Er ist in der klassischen Diplomatie bestens geschult – doch auf Dänemarks neuen Tech-Botschafter Casper Klynge kommen vom Herbst an ganz neue Herausforderungen zu. Er wird der weltweit erste Botschafter für Technologie und Digitalisierung und ein Büro im kalifornischen Silicon Valley beziehen – i direkter Nachbarschaft zu Weltkonzernen wie Google, Facebook und Microsoft.

Der 43-Jährige soll die dänischen Interessen und Werte in der digitalen Welt vertreten, sagt Dänemarks Außenminister Anders Samuelsen (Liberale Allianz). Caspar Klynge freut sich schon auf die neuen Aufgaben. „Niemand von uns weiß, wie es enden wird. Aber als erster am Ball zu sein ist sehr motivierend und dann sehen wir mal, was dabei herauskommt“, so Klynge.

Entwicklungspolitik und Terrorismus-Bekämpfung

Als mögliches Thema seiner Arbeit nennt er die Entwicklungspolitik. Hier könnten mit neuer Technologie „bessere Ergebnisse bei der Korruptionsbekämpfung“ erzielt werden. „Ich hoffe, dass innerhalb eines oder zweier Jahre konkrete Ergebnisse sichtbar werden, wo mit dieser Initiative etwas zugunsten Dänemarks, dänischer Unternehmen und Arbeitsplätze erreicht wurde", sagt der Botschafter.

Er teilt die Einschätzung des Außenministers, dass die Tech-Unternehmen immer mehr Einfluss auf den Alltag der Menschen gewinnen. „Einige Tech-Unternehmen haben größere Haushalte als viele Länder. Wenn diese Unternehmen Initiativen machen, wo es für uns relevant ist, sie zu formen und zu beeinflussen, dann müssen wir zur Stelle sein."

So sei der Google-Konzern ein wichtiges Puzzlestück bei der Bekämpfung von Terrorismus, wenn es darum geht, Terroristen daran zu hindern, Botschaften im Internet zu verbreiten. „Das bedeutet nicht, dass wir die traditionelle Diplomatie beenden oder unsere Beziehungen zu anderen Ländern aufgeben. Dies ist eine Ergänzung all dessen, was wir schon immer getan haben“, erklärt Klynge. „Im digitalen Zeitalter gibt es Unternehmen, die nach eigenen Regeln spielen, es wäre also verkehrt, wenn wir uns nicht näher an ihnen orientieren“, sagt er.

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