Covid-19

Politik bereitet Dänemarks Öffnung vor

Politik bereitet Dänemarks Öffnung vor

Politik bereitet Dänemarks Öffnung vor

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Mette Frederiksen
Mette Frederiksen am Donnerstagabend in Kopenhagen Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Der Weg aus der Corona-Krise soll vorgegeben werden. Dazu wird jetzt ein langfristiger Plan erstellt. Auch für die Zeit danach.

Noch einen Lockdown soll es nicht geben. Darüber sind sich auf Christiansborg, wo das dänische Parlament seinen Sitz hat, alle einig. Nun sind erstmals konkrete Verhandlungen über die komplette Wiedereröffnung der Gesellschaft eingeleitet worden.

Dabei machen die Politikerinnen und Politiker zwangsläufig eine Rechnung mit vielen Unbekannten. Zum Beispiel, wie sich die Corona-Varianten entwickeln und wie rasch wie viele Bürgerinnen und Bürger geimpft werden können.

Doch den Menschen in Dänemark soll eine Perspektive eröffnet werden – und die soll bis zum 23. März vorliegen.

Frederiksen: „Wir sind uns in vielem einig“

Laut Regierungschefin Mette Frederiksen (Soz.) arbeiten die Parteien derzeit sowohl einen Öffnungsplan für den Sommer aus – als auch einen Herbstplan.

„Wir sind uns in vielem einig. Es eint uns mehr, als uns trennt“, sagt sie. Bereits jetzt herrsche Einigkeit, dass ein Plan für den Herbst aufgestellt werden muss, um sicherzustellen, dass man für „eine weitere Runde Covid-19“ bereit ist.

Erstes Thema: Alle Kinder und Jugendlichen sollen nach Ostern wieder in die Schulen zurückkehren können. Am Montag öffnen Nachschulen und Heimvolkshochschulen wieder, Volksschüler treffen sich einmal wöchentlich im Freien. Doch etliche Kinder sitzen noch immer zu Hause.

Bürgerliche sind verhandlungsbereit

Die bürgerlichen Parteien wünschen sich eine schnelle und komplette Öffnung aller Bildungsstätten. Außerdem wollen sie, dass das Dienstleistungsgewerbe, darunter Friseur- und Massagesalons, wieder öffnen kann.

Der Vorsitzende der Dänischen Volkspartei, Kristian Thulesen Dahl, sagte nach den ersten Gesprächen am Freitag, dass noch längst nicht in allen Punkten Einigkeit herrsche.

„Bis zum 23. März können wir es aber durchaus schaffen, wenn die Staatsministerin den Willen hat, Treffen einzuberufen“, sagt er. „Sie sagt, dass sie bereit ist, zu verhandeln, und wenn das stimmt, dann nehmen wir das mit Kusshand an“, so Thulesen Dahl weiter.

Bisher haben in Dänemark knapp zehn Prozent der Bevölkerung die Corona-Impfung mit der ersten Dosis begonnen. Doch die Liefermengen der Pharmakonzerne schwanken und Dänemark hat just den Gebrauch des Impfstoffs von Astrazeneca ausgesetzt, weil es den Verdacht eines Zusammenhanges zwischen Thrombosen und dem Mittel gibt.

Impfplan verschiebt sich erneut nach hinten

Derzeit rechnet die Gesundheitsbehörde damit, dass allen Bürgerinnen und Bürgern bis zum 15. August eine Impfung angeboten wird – dieses Datum lautete lange der 27. Juni und zuletzt noch der 4. Juli.

Venstre und die Sozialdemokraten sind der Meinung, dass Dänemark fast vollständig öffnen kann, wenn sämtliche Personen über 50 Jahre geimpft sind.

„Sowohl Venstre als auch wir legen Augenmerk auf Personen über 50 Jahre und besonders verletzliche Personen. Wir arbeiten nun daran, wo genau der Fixpunkt gelegt werden soll“, so Mette Frederiksen am Freitag.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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