Er wurde 72 Jahre alt

Kim Larsen ist tot

Kim Larsen ist tot

Kim Larsen ist tot

cvt/Ritzau
Kopenhagen
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Kim Larsen Foto: Ida Guldbæk Arentsen/Ritzau Scanpix

Der Sänger Kim Larsen ist am Sonntagmorgen nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren gestorben.

Der dänische Nationalbarde Kim Larsen ist nach langer Krankheit im Alter von 72 Jahren gestorben. Er sei am Sonntagmorgen eingeschlafen, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Kim Larsen war in seiner letzten Stunde umgeben von seiner Frau Liselotte und seinen sechs Kindern Pelle, Sylvester, Alice Eva, Molly, Hjalmaer und Lui“, schreibt Larsens Impresario Jørn Jeppesen.

Die Beisetzung soll in absoluter Ruhe und im privaten Rahmen stattfinden.

Im Sommer hatte der an Prostatakrebs erkrankte Larsen, der einst mit der Band Gasolin' Bekanntheit erlangte, eine Reihe von Konzerten in Norwegen abgesagt, trat aber – sitzend – auf dem Smukfest-Festival in Skanderborg im August auf.

Mit seinen mitreißenden und teils durchaus banalen Poptexten wurde er zum vielleicht größten dänischen Nationalbarden aller Zeiten. Er selbst mochte den Begriff jedoch nicht leiden. Das sagte der launige Musiker zumindest in einem Interview mit der Tageszeitung Berlinske im Jahr 2003: „Man ist Spielmann. Das ist alles. Und wenn die Leute die Lieder mögen, die man macht, dann ist man ein Spielmann, der Glück hat.“

Video: Gasolin „Vad gør vi nu lille du?“, live 1975



Kim Larsen schrieb dänische Musikgeschichte

Kim Melius Flyvholm Larsen wurde in Kopenhagen geboren, wo er auch aufwuchs. 1968 wurde er Volksschullehrer. Nach dem Umzug nach Christianshavn traf er auf Franz Beckerlee und Wili Jønsson, und gemeinsam mit ihnen und Bjørn Uglebjerg bildeten sie die Band Gasolin'. Die Gruppe verband dänische Texte mit einem internationalen Sound und brachte Evergreens wie „Rabalderstræde“ und „Kvinde min“ hervor. In den 1970ern gab es keine größere Band im Lande.

Und Larsen schrieb mehr Songs als die Band gebrauchen konnte, gab bereits 1973 sein erstes Soloalbum „Værsgo“ heraus, das als Meilenstein der dänischen Musikgeschichte gilt. Das Album enthielt Hits wie „Nanna“, „Joanna“, „Byens Hotel“ und „Hvis din far gir dig lov“.

Vom Rock-Rebellen ins Gesangbuch

Seit den 1970er Jahren war Larsen einer der beliebtesten Künstler Dänemarks und verkaufte mehrere Millionen Platten. Seinen Versuchen, mit und ohne Gasolin' Songs mit englischsprachigen Texten zu veröffentlichen, blieb der große Erfolg jedoch verwehrt. Auch ein Durchbruch in Amerika, wohin Larsen zwischenzeitlich auswanderte, gelang nicht.

1978 löste sich Gasolin' auf und Larsen wurde solo zum Nationalbarden. Das Album zum Film „Midt om natten“, in dem er eine Hauptrolle spielte, ist bis heute eines der meistverkauften dänischen Alben aller Zeiten.

Sieben Soloalben veröffentlichte Larsen. Zudem arbeitete er mit mehreren Bands zusammen, seit 1995 mit Kjukken. Im Jahr 2006 lehnte er die Auszeichnung mit dem Ritterkreuz ab, da er es als Unsitte betrachtete, Preise aneinander zu vergeben. Vier Jahre später trat er allerdings anlässlich des 70. Geburtstages von Königin Margrethe II. auf.

Larsens Werke sind im weit verbreiteten dänischen Volkshochschul-Gesangbuch vertreten und viele seiner Lieder gehören zum Kulturgut Dänemarks.

Die Mitteilung von Jørn Jeppesen im Original:

PRESSEMEDDELELSE
 Odense, 30. september 2018 På vegne af Larsen-familien skal jeg med stor sorg meddele, at Kim Larsen...

Gepostet von Kim Larsen & Kjukken am Sonntag, 30. September 2018
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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„A- und B-Kinder“