Trauer

Die Olsenbande ist tot

Ritzau/hm
Hellerup
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Szene aus „Die Olsenbande läuft Amok" von 1973, die Nummer 5 aus 14 Filmen über die Abenteuer der Olsen-Bande mit Egon, Benny und Kjeld gespielt von af Ove Sprogøe, Morten Grunwald, Poul Bundgaard. Foto: Svend Aage Mortensen/Ritzau Scanpix

Das letzte Mitglied der Olsenbande ist verstorben. Morten Grunwald, alias Benny, starb mit 83 Jahren an Krebs.

Der dänische Schauspieler Morten Grunwald ist tot. Er erlag am Mittwochabend im Alter von 83 Jahren einem Krebsleiden. Dies teilten seine Angehörigen der Zeitung Politiken mit. Grunwald verstarb nach einem Tag im Hospiz in Hellerup. International bekannt wurde er durch seine Rolle als Benny in den Olsenbande-Filmen.

Der Zeitschrift Se og Hør sagte Morten Grunwald im Oktober, dass er Krebs habe, eine Behandlung aber ablehne. Er habe ein langes und gutes Leben gehabt, so Grunwald. Erst im vergangenen Jahr hatte er seine Karriere beendet und konnte auf eine Vielzahl von Preisen zurückblicken, die er im Laufe der Jahre gewonnen hatte. In mehr als 50 Filmen spielte er mit, vor allem durch die 14 Olsenbande-Filme wurde er bekannt, in denen er an der Seite von Poul Bundgaard und Ove Sprogøe auftrat. Seine Bandenkollegen verlor Grundwald bereits, Bundgaard starb 1998, Sprogøe 2004. Auch als Theaterchef unter anderem vom Betty Nansen Teater und dem Østre Gasværk Teater machte er von sich reden.

Morten Grunwald während einer Lesung in Halle, Deutschland Foto: imago stock&people//Lutz Winkler/Ritzau Scanpix

Froh über Benny

Morten Grunwald war froh über seine Rolle als Benny. „Es ist ein Abenteuer gewesen. Und rückblickend betrachtet war es ein großes Glück, in die Mannschaft um Regisseur Erik Balling aufgenommen zu werden. Die Rolle machte einen großen Teil meiner Karriere aus", so Grunwald 2016.

Morten Grunwald wurde am 9. Dezember 1934 in Odense geboren. 22 Jahre später besuchte er die Theaterschule in Odense. Seine Ausbildung beendete er in Kopenhagen, wo er 1962 eine seiner ersten großen Rollen in „Billy Løgneren“ bekam und so den Grundstein für seine Karriere in Film und Fernsehen legte. Mit dem ersten Film über die Olsenbande 1968 wurde er mit einem Schlag in ganz Dänemark bekannt. Das hinderte ihn nicht daran, dem Theater Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Bereits 1971 übernahm er den Posten als Direktor im Bristol Theater Kopenhagen, wo auch seine Frau Lily Weiding arbeitete, mit der er seit 1965 liiert war und sie 1980 heiratete.

1998: Jahr des Wandels

Es folgten weitere Chefposten in verschiedenen Theatern. Damit war im Jahr 1998 Schluss. Morten Grunwald veränderte sein Leben; er hängte die stressigen Jobs an den Nagel und ernährte sich bewusster. Das Ergebnis: 40 Kilo weniger – die Hosen, die Benny in den ersten Olsenbanden-Filmen trug passten nicht mehr. Das letzte Mal konnte man Grunwald 2014 im Film „Stille Hjerte“ sehen, in dem er einen Ehemann spielte, der wegen einer unheilbaren Krankheit Selbstmord begehen will.

Morten Grunwald hinterlässt seine Ehefrau, die Schauspielerin Lily Weiding, eine verheiratete Tochter und zwei Enkelkinder.

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