Landwirtschaft

Besorgnis in Dänemark wegen Schweinepest-Ausbruch in Belgien

Ritzau/swa/dpa
Varde
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Die hochansteckende Afrikanische Schweinepest ist erstmals in Westeuropa aufgetreten. Der Verband dänischer Schweineproduzenten ist alarmiert über den Ausbruch in Deutschlands Nachbarland.

Schweineerzeuger aus Dänemark haben besorgt auf die Nachricht reagiert, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) Westeuropa erreicht hat. Die Seuche ist in Belgien ausgebrochen. Festgestellt wurde sie bei zwei tot aufgefundenen Wildschweinen, nur 60 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die Tiere lagen in der Gemeinde Étalle in der südbelgischen Region Wallonie, im Dreiländereck Belgien, Frankreich und Luxemburg. „Das ist eine furchtbare Neuigkeit“, sagt Schweinebauer Simon Højs aus Varde, Vorstandsmitglied der dänischen Schweineproduzenten.

„Es handelt sich um eine furchteinflößende Krankheit für die europäische und weltweite Schweineproduktion. Es ist bedenklich, dass sie nun so weit verbreitet ist“, so Simon Høj. Sein Betrieb exportiert jährlich 95.000 Ferkel. Würde die Krankheit in Dänemark ausbrechen, träfe ihn das hart. „Von der Seuche ist jetzt sowohl Ost- als auch Westeuropa betroffen. Wenn die Seuche auch Deutschland erreicht, wird das große Konsequenzen für uns haben, da wir alle unsere Schweine durch Deutschland oder nach Deutschland exportieren“, so der Landwirt.

Er fordert die Regierung auf, die Pläne für einen Wildschweinzaun an der Grenze schnellstmöglich in die Tat umzusetzen. „Wir sind der Meinung, dass die Regierung den Zaun an der Grenze in Höchstgeschwindigkeit errichten sollte. Zudem sollte man alle Rastplätze kontrollieren, ob es Beschilderung gibt und ob die Abfälle sachgerecht entsorgt werden, sodass wir die Chance reduzieren, dass Schweine in Dänemark angesteckt werden“, so Høj zu DR Syd. Der Landwirtschaftsverband Landbrug og Fødevarer teilt diese Meinung und fürchtet beim Ausbruch der Krankheit Milliardenverluste im Schweineexport.

Zaun keine Lösung

Wenn sich die Seuche mit großen Abständen verbreitet, sind es oft Menschen, die infizierte Lebensmittel, wie Wurst aus Fleischproduktionen betroffener Gegenden, wegschmeißen. Wildschweine essen die kontaminierte Nahrung und infizieren sich auf diesem Wege. Darauf weist Danmarks Naturfredningsforening hin. „Dass die Seuche nun nach Belgien gelangt ist, zeigt doch, dass die Menschen das Problem sind“, sagt Biologe Bo Håkonsson. „Die Seuche ist von Polen über Deutschland nach Belgien gesprungen. Entweder waren weggeworfene Lebensmittel schuld oder Schweinetransporter.“ Ein Zaun sei deshalb keine Lösung.“

Seit die Seuche sich in Ost- und Mitteleuropa sowie in Russland ausbreitete, war mit einem Überspringen auch auf den Westen Europas gerechnet worden. Besonders betroffen ist Rumänien. Und wie reagiert man in Deutschland? Es gebe mehrere „rechtliche Instrumente“, um reagieren zu können, sagte eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Dazu gehörten unter anderem Pufferzonen oder auch Gebiete mit Jagdruhen, damit infizierte Wildschweine nicht daraus weggescheucht werden. Die Sprecherin betonte, dass vor allem der Mensch als „größter Faktor“ aufgeklärt werden müsse. Wildschweine könnten etwa an Rastplätzen weggeworfene Wurstbrötchen fressen und sich infizieren. Bisher informiert die Bundesregierung nach eigenen Angaben unter anderem an Autobahnen und Raststätten.

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