Astrazeneca

Brostrøm zu Impfstopp: Hatten keine Wahl

Brostrøm zu Impfstopp: Hatten keine Wahl

Brostrøm zu Impfstopp: Hatten keine Wahl

cvt/Ritzau
Kopenhagen/Aarhus
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Søren Brostrøm verteidigt den Schritt, das Impfen mit dem Astrazeneca-Serum vorerst zu stoppen (Archivfoto). Foto: Emil Helms/Ritzau Scanpix

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Dänemark hat bei Astrazeneca auf Pause gedrückt – und das, obwohl die Europäische Arzneimittel-Behörde keinen Zusammenhang von Blutgerinnsel-Fällen zum Covid-19-Serum sieht.

Der Direktor der obersten dänischen Gesundheitsbehörde, Søren Brostrøm, sagt, dass ein Aussetzen des Impfens mit Astrazenica-Präparaten in Dänemark am Donnerstag alternativlos gewesen sei. Das berichtet „Jyllands-Posten“.

„Wir haben auf Berichte möglicher Nebenwirkungen reagiert, die aus mehreren europäischen Ländern kamen“, so Brostrøm. Darunter sei ein dänischer Fall einer 60-jährigen Person gewesen, die schwere Thrombosen bzw. Blutgerinnsel an mehreren Körperteilen entwickelt habe, nachdem sie mit dem Astrazeneca-Serum geimpft wurde, so der Behördenchef weiter.

Die Impfdosen, mit der die Frau geimpft wurde, stammen aus derselben Charge, aus der eine Pflegekraft in Österreich geimpft wurde. Sie starb anderthalb Stunden nach der Impfung, teilt die Arzneimittelbehörde mit. Zwei weitere Krankenpflegekräfte in Österreich haben nach der Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff Thrombosen entwickelt, sind aber nicht verstorben. Auch Österreich hat den Gebrauch des Impfstoffes vorübergehend reduziert.

EMA: Keine Hinweise auf Impfungen als Ursache

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) nimmt „zur Kenntnis“, dass Dänemark Covid-19-Impfungen mit dem Impfstoff der Firma Astrazeneca vorübergehend eingestellt hat.

Doch das Sicherheitskomitee der EU-Behörde mit Sitz in Amsterdam ist überzeugt, dass weiter geimpft werden kann.
„Derzeit gibt es keine Hinweise darauf, dass die Impfungen in diesen Fällen schuld waren, die nicht als Nebenwirkungen gelistet sind“, teilt die EMA mit. Die Vorteile würden noch immer die Risiken überwiegen. Unter annähernd fünf Millionen Geimpften seien lediglich 30 Fälle von Thrombose festgestellt worden. Dies überschreite nicht den Normalwert.

Brostrøm hält dennoch an seinem Stopp fest, schließlich sei die Untersuchung der EMA noch nicht abgeschlossen.

Auch Norwegen hat vorübergehend auf Pause gestellt, dort ist es bei einer Person zu Thrombose gekommen. Wie in Österreich, so haben auch die Behörden in Italien, Litauen, Luxemburg, Estland und Lettland entschieden, die Impfdosen aus einer bestimmten Charge von Astrazeneca nicht zu verwenden.

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