Anschläge

Drei dänische Kinder unter den Opfern auf Sri Lanka

Drei dänische Kinder unter den Opfern auf Sri Lanka

Drei dänische Kinder unter den Opfern auf Sri Lanka

hm/gn/Ritzau
Aarhus
Zuletzt aktualisiert um:
Halbmast an der Schule der getöteten Kinder Foto: Ernst van Norde/Ritzau Scanpix

Bestseller-Unternehmen bestätigt den Tod von drei Kindern des Ehepaares Anne und Anders Holch Povlsen – Mitschüler erhalten psychologische Hilfe.

Drei dänische Kinder haben Sonntag bei einem Bombenanschlag auf Sri Lanka ihr Leben verloren. Es handelt sich um die Kinder von Anne und Anders Holch Povlsen aus Stavtrup bei Aarhus. Die tragische Nachricht wurde vom Kommunikationschef des Bestseller-Konzerns, Jesper Stubkier, bestätigt. Weitere Angaben, weder zum Ehepaar noch zum vierten Kind der Familie, die auf Sri Lanka Urlaub machte, machte der Konzern nicht.

Anders Holch Povlsen ist Eigentümer des Bestseller-Konzerns und soll laut dem Finanz-Magazin Forbes der reichste Mann Dänemarks sein. Bestseller steht hinter Marken wie Vero Moda, Only, Pieces und Jack & Jones. Darüber hinaus ist Holch Povlsen auch an Zalando und der britischen Kette Asos beteiligt.

In der Heimatstadt der Familie Holch Povlsen sowie am Bestseller-Hauptsitz in Brande haben die Einwohner am Montag Blumen und Kerzen vor dem Anwesen Constantinsborg der Holch Povlsens gelegt, und an der örtlichen Schule, der Højvangskolen, an der zwei der drei verstorbenen Kinder gingen, wehte die Dannebrog-Fahne auf halbmast.

Psychologische Hilfe

Eltern und Lehrer an der Schule wurden Montag über die tragischen Todesfälle informiert und darüber aufgeklärt, dass Dienstag auch die Kinder davon erfahren würden. „Wir sorgen dafür, dass alle Kinder und alle Eltern jemanden haben, mit dem sie reden können“, erklärt Henrik Vinther Olesen, Kommunikationschef der Schulbehörde in Aarhus. Unter anderem würden auch Psychologen vor Ort sein. Es sei wichtig mit den Kindern darüber zu reden, was passiert sei, sagt Chefpsychologe Jan Sejersdahl von der Kommune Aarhus.

Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (Venstre) war nach den Bombenanschlägen auf Sri Lanka aus seinen Osterferien auf den Färöer frühzeitig zurückgekehrt. Die Terroristen seien „Fanatiker, die uns Böses wollen“, so Løkke. „Ihr Anliegen ist, uns weh zu tun. Wir dürfen uns davor nicht beugen – wir müssen darauf bestehen, das Leben zu führen worauf wir ein Recht haben“, sagte der Regierungschef.

Auch die dänische Königin Margrethe zeigte sich schockiert und schickte ein Kondolenzschreiben an Sri Lankas Präsident Maithripala Sirisena. Bislang sind bei den acht Anschlägen auf Hotels und Kirchen in Sri Lanka 310 Tote – darunter 31 ausländische Bürger – und um die 500 Verletzte registriert.

Der Bürgerservice des Außenministeriums geht davon aus, dass sich derzeit 1.000 bis 2.000 Dänen in Sri Lanka befinden. Dienstag öffnet ein Büro des Ministeriums in der Hauptstadt Colombo in der norwegischen Botschaft, um sich der Dänen anzunehmen, die von den Anschlägen betroffen wurden.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Gerechter Ausgleich“