Dänische Minderheit

SSF sucht neue Spitze: Jens A. Christiansen tritt nach 25 Jahren ab

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Im Oktober 2025 kandidiert Jens A. Christiansen auf Vorschlag des SSF für das Präsidentenamt der Europäischen Minderheitenunion FUEN.

Ein Urgestein des dänischen Minderheitenlebens gibt seinen Posten ab: Jens A. Christiansen beendet nach fast einem Vierteljahrhundert seine Tätigkeit als Generalsekretär des dänischen Kulturverbandes in Schleswig-Holstein. Seine Nachfolge ist noch offen.

Nach knapp 25 Jahren an der Spitze der kulturellen Dachorganisation der dänischen Minderheit in Südschleswig, Sydslesvigsk Forening (SSF), wird Generalsekretär Jens A. Christiansen Ende September seinen Posten räumen. Das teilte er der Hauptvorstandssitzung des SSF mit.

„Sowohl für mich persönlich als auch für den SSF ist der Zeitpunkt gut gewählt. In Zusammenarbeit mit der ehrenamtlichen Leitung und engagierten Mitarbeitenden ist es gelungen, zahlreiche Ziele zum Wohle des SSF, der dänischen Arbeit, der Verbindungen nach Dänemark und der Partnerschaften in Deutschland zu erreichen. Nun übergebe ich den Staffelstab an ein starkes und sichtbares Generalsekretariat“, erklärt Christiansen laut einer Pressemitteilung des SSF.

Die Vorsitzende des dänischen Kulturverbandes in Schleswig-Holstein, Gitte Hougaard-Werner, würdigt Christiansens jahrzehntelangen Verdienste. Insbesondere hebt sie hervor, dass er maßgeblich daran beteiligt war, dass Mitglieder der dänischen Minderheit die dänische Staatsbürgerschaft erhalten können, ohne in Dänemark gelebt zu haben.

Christiansen trat die Position des Generalsekretärs nach Gert Wiencke an. Seitdem gab es vier Vorsitzende: Heinrich Schultz, Dieter Paul Küssner, Jon Hardon Hansen und die derzeitige Vorsitzende Gitte Hougaard-Werner.

Ein Leben für die Minderheitenpolitik

Christiansen, der 2001 sein Amt antrat, war zuvor als Arbeitsmarktsattaché an der dänischen Botschaft in Bonn tätig. Er studierte nordische Philologie an der Universität Kopenhagen und engagierte sich in zahlreichen Institutionen, darunter im Dialogforum der europäischen Minderheitenunion FUEN sowie als Vorstandsmitglied der Rønshoved Højskole. Für seine Verdienste wurde er 2015 zum Ritter des Dannebrogordens ernannt und erhielt das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland.

Obwohl er sich nun aus dem Tagesgeschäft der Hauptorganisation der dänischen Minderheit zurückzieht, bleibt Christiansen der Minderheitenpolitik treu: Im Oktober kandidiert er für das Präsidentenamt der FUEN. Zudem wird er das Projekt zur Errichtung des neuen Danevirke Museums beratend begleiten.

Suche nach Nachfolgerin oder Nachfolger läuft

Mit Christiansens Entscheidung steht der SSF nun vor der Herausforderung, einen neuen Generalsekretär oder eine neue Generalsekretärin zu finden. Die Stellenausschreibung ist bereits auf der Website der Organisation veröffentlicht.