Politik

Nordschleswigsche Abgeordnete freuen sich auf Wahlkampf

Mann in Menschenmenge wird in einem Saal mit dem Smartphone gefilmt
Henrik Frandsen von den Moderaten stellt sich den Fragen der Presse.

Bis Donnerstag hielten sie als Abgeordnete der Koalitionsparteien zusammen. Jetzt ziehen Stephanie Lose, Jesper Petersen und Henrik Frandsen als Konkurrierende in den Wahlkampf. Dieser wird spannend, wie sie Kopenhagen-Korrespondent Walter Turnowksy erzählt haben.

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Zusammenfassung

  • Mette Frederiksen hat Folketingswahlen für den 24. März angekündigt, was sofort Wahlkampfstimmung in Christiansborg auslöst.
  • Die nordschleswigschen Abgeordneten Jesper Petersen, Henrik Frandsen und Stephanie Lose erwarten einen kurzen, intensiven Wahlkampf mit Fokus auf Sicherheit und landespolitische Themen.
  • Petersen setzt auf regionale Anliegen Nordschleswigs, Frandsen hofft auf moderaten Aufwind als Zünglein an der Waage, und Lose bestreitet ihren ersten Folketingswahlkampf vor allem in Südjütland und Nordschleswig.

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Das Gedränge vor dem Folketingssaal ist dicht, nachdem Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.) bekanntgegeben hat, dass sie Wahl für den 24. März ausschreibt. Vertretende der Presse halten nach Politikerinnen und Politikern Ausschau, die sie vor die Kamera, das Mikrofon oder den Block locken können.

Frederiksens Parteigenosse Jesper Petersen aus Woyens (Vojens) unterhält sich noch kurz im Plenarsaal mit Kolleginnen und Kollegen. Dann kommt auch er zur Tür heraus.

Jesper Petersen beim Deutschen Tag im Gespräch mit BDN-Sekretariatschef Harro Hallmann

„Es wird super spannend und eine wirklich wichtige Wahl für Dänemark. Ich bin zufrieden mit dem Einsatz in dieser Wahlperiode, den ich meiner Meinung nach geleistet habe“, sagt er dem „Nordschleswiger“, mit dem Zusatz, dass er hofft, dass die Wählerinnen und Wähler in Nordschleswig ihm erneut das Vertrauen aussprechen werden. 

Henrik Frandsen erwartet intensiven Wahlkampf

Die Stimmung unter den Abgeordneten ist ausgelassen. Man umarmt sich, wünscht sich über die Parteigrenzen einen guten Wahlkampf. Kurz darauf kommt auch Henrik Frandsen von den Moderaten aus dem Plenarsaal.

„Das wird ein intensiver Wahlkampf; der 24. ist ja gleich um die Ecke. Bereits am Sonnabend dürfen wir Plakate aufhängen“, sagt er dem „Nordschleswiger“.

Der ehemalige Tondern-Bürgermeister hat erst vor gut drei Wochen das Amt als Minister für Senioren übernommen. Zuvor war er Fraktionsvorsitzender der Moderaten. 

Erste Folketingswahl für die Venstre-Vize 

Auch die aus Lügumkloster (Løgumkloster) stammende Venstre-Vize Stephanie Lose war als Wirtschaftsministerin Teil von Mette Frederiksens Kabinett. Jetzt konkurrieren die beiden Parteien um die Regierungsmacht. Der Venstre-Vorsitzende Troels Lund Poulsen hat sich zwar noch nicht als Staatsministerkandidat erklärt, aber die Erwartung auf Christiansborg ist, dass dies in Kürze geschehen wird. 

„Ich erwarte, dass es in den Diskussionen um die Sicherheit und Geborgenheit der Bevölkerung gehen wird. Es wird ein spannender Wahlkampf; ich freue mich darauf“, sagt sie. 

Stephanie Lose bei der Präsentation des langfristigen Haushaltsplans der Regierung.

Für Lose wird es der erste Folketingswahlkampf. Sie ist nämlich während der Wahlperiode direkt vom Regionsrat ins Wirtschaftsministerium gewechselt. Kurz zuvor hatte sie den zweiten Vorsitz von Venstre übernommen. Der Fokus der in Esbjerg ansässigen Politikerin lag daher vornehmlich auf den landespolitischen Themen. 

„Ich werde selbstverständlich im Wahlkampf viel Zeit zu Hause in Südjütland und Nordschleswig verbringen“, kündigt Lose an, bevor sie die Treppe hinauf in Richtung Fraktionsraum davoneilt. 

Moderate im Aufwind

Für die Moderaten sah es vor dem Jahreswechsel in den Umfragen nicht sonderlich gut aus. Dank des Auftretens von Parteichef und Außenminister Lars Løkke Rasmussen während der Grönland-Krise befindet sich die Partei momentan im Aufwind. 

„Ich habe dank der Stimmung in der Partei ein gutes Gefühl. Wir werden ab jetzt Vollgas geben“, sagt Frandsen.

Er hofft darauf, dass seine Partei nach der Wahl das Zünglein an der Waage wird, um erneut Teil einer Zentrumskoalition zu werden. Allerdings sind die drei Regierungsparteien in den Umfragen sehr weit von einer gemeinsamen Mehrheit entfernt.

Jesper Petersen verspricht Einsatz für Nordschleswig

Die sozialdemokratische Vorsitzende wollte sich in ihrer Rede zur Ausschreibung der Wahl auf keine Koalition festlegen. Sie hält sowohl die Möglichkeit für eine neue Koalition über die Mitte hinweg als auch eine linke Koalition offen. 

Jesper Petersen möchte selbstverständlich wie seine Chefin möglichst viel sozialdemokratische Politik umsetzen, sollte er wiedergewählt werden. Er verspricht jedoch ebenfalls, sich weiterhin für seine Heimatregion einzusetzen. 

„Ich möchte weiterhin für die Anliegen Nordschleswigs kämpfen. Ganz gleich, ob es um Ausbildungsangebote, Infrastruktur, Verteidigungspolitik oder Meeresumwelt und Klimaschutz geht“, sagt er und dokumentiert somit, dass der Wahlkampf begonnen hat.