Gesellschaft

Männer sehen größere Fortschritte bei der Gleichstellung als Frauen

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Zum Stand der Gleichstellung in Dänemark haben Frauen und Männer unterschiedliche Ansichten.

Während in einer neuen Studie 38 Prozent der Männer die Gleichstellung für weitgehend erreicht halten, sind es bei den Frauen nur 19 Prozent. Expertinnen und Experten warnen vor zunehmender gesellschaftlicher Spaltung.

Die Zufriedenheit mit der Gleichstellung in Dänemark ist zuletzt deutlich gesunken. Das berichtet die Stiftung „TrygFonden“.

Eine aktuelle Studie, die anlässlich des Internationalen Frauentags veröffentlicht wurde, macht deutliche Unterschiede in der Wahrnehmung der Gleichstellung zwischen Männern und Frauen sichtbar.

Der Anteil der Befragten, die glauben, dass die Gleichstellung „weitgehend erreicht“ sei, ist von gut der Hälfte im Jahr 2015 auf nur noch 27 Prozent gesunken.

Männer und Frauen bewerten Fortschritte unterschiedlich

Ein Blick auf die Geschlechter zeigt jedoch Unterschiede: 38 Prozent der Männer sind der Meinung, dass die Gleichstellung weitgehend erreicht sei, während nur 19 Prozent der Frauen diese Ansicht teilen.

Mehr als die Hälfte der Frauen – 60 Prozent – glaubt, dass es in vielen wichtigen Bereichen noch immer keine Gleichstellung gibt. Unter den Männern sehen das nur 33 Prozent so.

Expertin warnt vor wachsender Kluft

Sophie Danneris, Projektleiterin bei „TrygFonden“, erklärt in einer Pressemitteilung: „In vielen Teilen der Welt sehen wir, dass Geschlechterpolitik und Gleichstellung als polarisierende Faktoren genutzt werden – es gibt sogar Expertinnen und Experten, die von einer globalen Geschlechterspaltung sprechen. Das sollten wir in Dänemark vermeiden.“

Laut Danneris vertieft diese Entwicklung Gräben und führt zu gesellschaftlicher Spaltung.

„Stattdessen sollten wir für Gleichstellung arbeiten, aus der klaren Erkenntnis heraus, dass sie dem Gemeinwohl dient – sowohl für Männer als auch für Frauen.“

Wachsende Skepsis gegenüber Gleichstellungspolitik

In den vergangenen zehn Jahren ist zudem die Zahl derjenigen gestiegen, die glauben, dass die Gleichstellung zu weit gegangen sei.

2015 waren es 7 Prozent der Befragten, heute liegt der Anteil bei 15 Prozent.

Auch hier zeigen sich bei der Studie geschlechtsspezifische Unterschiede: 19 Prozent der Männer vertreten die Ansicht, dass die Gleichstellung zu weit gegangen sei – im Vergleich zu 7 Prozent der Frauen.