Deutsche Schulen

Von der Lehrerin zur stellvertretenden DPA-Schulleitung: Semira Werner

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Semira Werner vor dem Büro der Schulleitung, wo sie am 1. Februar ihren Schreibtisch einrichten wird

Semira Werner beginnt ihre Arbeit am 1. Februar. Warum sie sich für eine Ausbildung als Lehrerin und jetzt für die Stelle in der Schulleitung entschieden hat, erzählt sie im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“.

„Ich bin sehr froh“, sagt Semira Werner. Sie ist kürzlich in die Schulleitung der Deutschen Privatschule Apenrade gewählt worden. Am 1. Februar beginnt sie offiziell ihre Arbeit. Erste Erfahrungen konnte sie schon sammeln, denn sie hat Schulleiterin Berit Kynde bei ihrer Arbeit unterstützt, als diese ohne Vertreterin dastand.

Positives Feedback von mehreren Seiten

So war und ist Werner unter anderem für den morgendlichen Vertretungsplan verantwortlich, der noch vor Schulbeginn fertig sein muss, damit die Schülerinnen und Schüler während des Schultages nicht ohne Lehrperson dastehen.

Sie habe viele gute Rückmeldungen zur Wahl bekommen, berichtet die 37-Jährige. In ihrer 9. Klasse hätten die Jugendlichen sogar applaudiert, und auch von anderen Seiten habe es viel Zuspruch gegeben. „Ich bin besonders froh über die Unterstützung von Berit“, sagt sie.

Neues im Unterricht und im Kollegium

Setzt sich Semira Werner an ihren (neuen) Schreibtisch, will sie vorsichtig starten. „Ich habe Pläne“, kündigt sie an, doch wolle sie diese gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen umsetzen. So habe sie vor, die Teamarbeit im Kollegium weiter auszubauen. Außerdem ist sie großer Fan von projektorientiertem Unterricht, den sie ebenfalls noch umfassender in das Schulleben einbinden möchte. „Ich habe sehr gute Erfahrungen damit gemacht“, sagt sie. Eben hat sie ihre Klasse durch die obligatorische Projektaufgabe gebracht. Das habe gut geklappt, wie sie berichtet.

Ein großes Ziel schwebt ihr immer noch vor: „Ich möchte die Stadtschule zu einer grünen Schule machen“, sagt sie. Grüne Schule (Grøn Skole) ist ein Prädikat, das der Freiluftrat (Friluftråd) vergibt. Es zeichnet Schulen aus, die Naturschutz und Nachhaltigkeit im Fokus haben.

Vielfältige Aufgaben

Zu ihren künftigen Aufgaben wird es gehören, die Koordination des Schulbusses zu leiten, die Prüfungspläne zu erstellen, die Teams von Lehrerinnen und Lehrern zu koordinieren und den Kontakt mit den Behörden sowie der Kommune zu halten. Im Laufe der kommenden Zeit wird das Aufgabenfeld dann wachsen.

Zum Lehrerberuf ist sie über Umwege gekommen: „Erst habe ich eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau in einem Pattburger Supermarkt gemacht.“ Dann habe sie jedoch schnell gemerkt, dass ihr etwas fehlt. „Ich habe Reitunterricht gegeben. Es hat mir Spaß gemacht, den Menschen etwas beizubringen. Ob das Kinder, Jugendliche oder Erwachsene waren, war egal“, erinnert sich die Schafhausenerin.

Semira Werner im Fachraum der Deutschen Privatschule Apenrade, wo sie die Schülerinnen und Schüler in den naturwissenschaftlichen Fächern Biologie und Physik/Chemie unterrichtet

Die Lehrerin ist übrigens in allen drei Sprachen des Grenzlandes zu Hause: Deutsch, Dänisch und „Sønderjysk“.

Herausforderungen suchen und annehmen

Semira Werner startete die Ausbildung am Lehrerseminar des UC Syd in Hadersleben (Haderslev) mit den Fächern Biologie, Dänisch und Musik. 2018 begann Semira Werner an der DPA. Vor einem Jahr schloss sie die Ausbildung im naturwissenschaftlichen Fach Physik/Chemie ab, die sie zusätzlich absolvierte. Es gab an der Schule zu wenig Lehrpersonal für das Fach. „Ich mag Herausforderungen und mich diesen zu stellen.“

So kam sie auch darauf, sich um die Stelle der stellvertretenden Schulleiterin zu bewerben: Herausforderungen meistern. „Ich habe gesehen, wie gut ein Leitungsteam funktionieren kann“, sagt sie und bezieht sich damit auf das Duo Catarina Bartling und Berit Kynde. Bevor Kynde Schulleiterin wurde, war sie stellvertretende Schulleiterin an der Seite von Bartling.

Semira Werner fügt hinzu, dass es ihr an der Schule gefalle und sie sich gut aufgehoben fühle. „Ich kann hier sicher viel lernen“, ist sich die Naturliebhaberin sicher.

Vielfalt in der Freizeit

Mit Lebenspartner Benjamin hat sie 2020 einen Resthof in Schafhaus gekauft, den das Paar seither laufend renoviert. Eine Aufgabe, die viel Zeit füllt. Obendrein liebt sie es, sich in den Wäldern rund um ihren Hof aufzuhalten, sich um ihre Hühnerzucht zu kümmern und – gemütlich zu Hause – Aquarelle zu malen.

Semira Werner