Deutsches Museum Nordschleswig

Praktikantinnen auf Spurensuche der Identität unterwegs in Sonderburg

Veröffentlicht Geändert
Praktikantinnen Athanassia und Celina bei ihrem Ausflug in der Hafenstadt Sonderburg.

Die Praktikantinnen vom „Nordschleswiger“, Athanassia Savvas und Celina Matthiesen, erkunden das Deutsche Museum Nordschleswig in Sonderburg. Was macht Identität aus? Museumsleiter Hauke Grella erklärt, wie Sprache, Zugehörigkeit und kulturelle Vielfalt Identität prägen können. Ein Ausflug in die Stadt am Alsensund.

„Es ist kein Widerspruch, dass wir als deutsche Minderheit in Dänemark mehrere Identitäten in uns tragen – sowohl die dänische als auch die deutsche Kultur“, sagt Hauke Grella, Leiter des Deutschen Museums Nordschleswig in Sonderburg.

Auf uns wartet ein Tag, der zum Nachdenken anregt und an dem wir uns auf die Spuren der deutschen Minderheit in Nordschleswig begeben. Wir, das sind Athanassia Savvas und Celina Matthiesen, Praktikantinnen in der Redaktion des „Nordschleswigers“.

Um mehr darüber zu erfahren, weshalb es den „Nordschleswiger“ und die deutsche Minderheit überhaupt gibt, führt uns ein Ausflug in das Deutsche Museum Nordschleswig. Dort begegnen wir einer Geschichte, die bis heute nachwirkt – und setzen uns mit Fragen auseinander, die uns alle betreffen: Was macht Identität aus – und welche Facetten kann sie haben?

Hauke Grella: „Identität ist kein festes Konstrukt“

Im Museum angekommen, begrüßt uns Hauke Grella mit offenen Worten und viel Zeit. Er erzählt von historischen Umbrüchen, der deutschen Minderheit in Nordschleswig – und von der Vielfalt, die oft hinter scheinbar klaren Grenzen steckt.

„Identität ist kein festes Konstrukt“, stellt er fest. „Es ist kein Problem, mehrere Identitäten in sich zu tragen – im Gegenteil. Wer mit verschiedenen Kulturen aufwächst, bringt unterschiedliche Perspektiven mit.“

Gerade in Nordschleswig, wo deutsche und dänische Kulturen eng miteinander verwoben sind, erhalten diese Gedanken eine besondere Bedeutung. Wir sprechen über Mehrsprachigkeit, das Gefühl, zwischen verschiedenen Identitäten zu stehen – und darüber, wie Sprache und Herkunft unsere Selbstwahrnehmung beeinflussen.

„Sprache ist ein großer Teil der Identität“, erklärt Grella. „Aber sie darf sich verändern und verschiedene Färbungen annehmen.“

Auch schwierige Kapitel kommen zur Sprache – etwa die Rolle der deutschen Minderheit im Zweiten Weltkrieg. Grella erzählt differenziert und ohne dabei zu beschönigen.

Kaffeepause im Hinterhof von Café Kisling

Besuch im Deutschen Museum Nordschleswig in Sonderburg.

Nach dem Gespräch und den vielen Eindrücken gönnen wir uns eine Pause. Im Café Kisling, das uns von Kolleginnen und Kollegen wärmstens empfohlen wurde, genießen wir unseren Kaffee in einem kleinen, sonnendurchfluteten Hinterhof. Die warmen Sonnenstrahlen scheinen auf unsere Gesichter, der Duft von frisch gebrühtem Kaffee liegt in der Luft – und für einen kurzen Moment lassen wir die Eindrücke nachklingen.

Hafenluft, Schlossblick – und ein Eis auf die Hand

Mit Liebe zum Detail: Kaffeegenuss im Café Kisling.

Zum Abschluss zieht es uns an den Hafen von Sonderburg. Auch ein Abstecher zum Schloss steht auf dem Programm. Das Wasser glitzert in der Sonne, Möwen kreisen über uns, und die Stimmung ist entspannt. Ein Eis in der Hand darf dabei natürlich nicht fehlen.

Eintrag auf der Namenstafel – und das Gefühl bleibt

Die Praktikantinnen spazieren an der Promenade der Hafenstadt entlang.

Bevor wir das Museum verlassen hatten, hinterließen wir noch unsere Spuren – auf einer Tafel zum Mitgestalten, auf der schon einige wenige ihre Namen verewigt haben. Unsere Namen fügen sich nun in die bunte Vielfalt ein. Dabei wird spürbar: Identität ist vielschichtig und schafft Verbindungen, die weit über Worte hinausgehen.

Unser Fazit:

Praktikantin Celina testet eine Tafel zum Mitgestalten im Museum.

Dieser Tag in Sonderburg bietet die Gelegenheit, sich selbst besser kennenzulernen – durch Geschichte, Gespräche und persönliche Begegnungen. Zwischen Museum und Hafen, Kaffee und Fragen zur Identität wird eins klar: Wer zwischen Kulturen lebt, trägt eine besondere Vielfalt in sich, die bereichert und verbindet.