Geschichte

Amateurarchäologen: Ein Hobby für Körper und Geist

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Arne Hertz hat den Schatz von Errested vor Augen.

Das Archäologische Museum widmet den Hobbyarchäologinnen und -archäologen, die mit Metalldetektoren übers Land ziehen, eine Sonderausstellung. Warum das Museum das tut, erklärt Anders Hartvig und Arne Hertz berichtet, warum er sucht.

„In Dänemark haben wir ein sehr liberales Gesetz“, erklärt Museumsinspekteur Anders Hartvig im Archäologischen Museum in Hadersleben. Es ist Nachmittag, es wird dunkel und das Museum füllt sich mit Gästen. Sie sind gekommen, um die neue Ausstellung zu sehen, die an diesem Tag eröffnet wird. In einem Museum, das sich mit Archäologie beschäftigt, stehen normalerweise die Fundstücke im Mittelpunkt.

Hier ist es dieses Mal anders. Hier stehen die Finderinnen und Finder im Vordergrund. Und das Finden geschieht nicht zufällig. Es geht um Menschen, die sich mit einem Metalldetektor auf die Suche begeben, und auf diese Art der Schatzsuche bezieht sich Anders Hartvig mit seinem Hinweis auf das Gesetz – dem er und Museumschef Axel Johnsen positiv gegenüberstehen.

Gutes Verhältnis zu Hobbyarchäologen

Letzterer verwies in seiner Eröffnungsrede darauf, dass die Museumsmitarbeitenden durch Bauprojekte gebunden seien und nicht ohne Weiteres auf eine freie Suche gehen könnten. Ganz anders die Hobbyarchäologinnen und -archäologen, die mit einem Metalldetektor auf die Pirsch gehen.

Anders Hartvig, der hinter der Sonderausstellung steht, pflegt ein gutes Verhältnis zu den Hobbyarchäologinnen und -archäologen. „Sie wissen, was sie dürfen und was nicht, es gibt Facebook-Gruppen und einen Verein. Sie helfen dabei, dass alles in geordneter Art und Weise vor sich geht. Natürlich gibt es schwarze Schafe, aber die gibt es überall.“

Und weil die Frauen und Männer tausende Stunden im Freien verbringen und ihre Funde so verlässlich dem Museum melden, werden sie nun ein ganzes Jahr lang bis Ende 2025 in der Ausstellung gewürdigt – mit einigen ihrer ganz besonderen Funde wie etwa der Goldperle aus dem Schatz von Errested, einem Ort, nur wenige Kilometer nördlich vom Ausstellungsort gelegen.

Auf diese Goldperle – oder Perlen, die eine steckte in der anderen – schaut Arne Hertz, Vorsitzender von Sønderjyllands Amatørarkæologer und lächelt ein wenig. „Ich hatte demjenigen, der den Fund gemacht hat, kurz vorher meinen Metalldetektor geliehen“, erklärt er das Lächeln. Und nein, das ärgere ihn nicht, fügt er auf Nachfrage hinzu.

Fünf passionierte Hobbyarchäologinnen und -archäologen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung. Gäste erfahren auf großen Bildtafeln etwas über die Motivation, die hinter dem Suchen steckt, und natürlich etwas über den besten Fund sowie einiges mehr. Menschen, die mit einer Angelrute unterwegs sind oder jagen, können die Worte verstehen, die Arne Hertz spricht: „Man hat einen Grund, herauszukommen und sich zu bewegen.“

Es geht ums Finden, ja, aber auch um Bewegung, frische Luft und um Gemeinschaft. Da wird dann über die Funde gesprochen. Auch über den Fundort, wenn auch vielleicht nicht ganz so präzise. Der Austausch führt dann auch dazu, Antworten zu bekommen, was genau man da dem Erdreich entrissen hat. Nach der Beinarbeit kommt dann die Kopfarbeit, und so beschäftigen sich die Hobbyarchäologinnen und -archäologen mit der Geschichte des Landesteils, wälzen Bücher, informieren sich.