Deutsche Minderheit

40 Jahre DSSV: Eine Montagsüberraschung für Lehrerin Brigitte

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Catarina Bartling (l.) hatte eine Urkunde und einen Blumenstrauß für Brigitte Hardt dabei.

Die Klassenlehrerin der 4. Klasse erhielt von der kommissarischen Schulrätin Catarina Bartling zum Dienstjubiläum eine Urkunde und einen Blumenstrauß. Für die Sonderburgerin steht im August eine größere Veränderung auf dem Programm.

Für eine Lehrerin der Deutschen Schule Sonderburg wurde der 3. Februar 2025 zum ganz besonderen Montag: Um 11.35 Uhr gab es für Brigitte Hardt (65) im Lehrerzimmer einen Empfang der besonderen Art.

Nicht nur Kolleginnen und Kollegen, auch die kommissarische Schulrätin des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig (DSSV), Catarina Bartling aus Apenrade (Aabenraa), stand bereit. Die Schulrätin hatte eine Urkunde und Blumen für die Klassenlehrerin der 4. Klasse mitgebracht, denn Brigitte Hardt konnte ihr 40-jähriges Jubiläum beim DSSV feiern.

Anerkennende Worte für viele Jahre im Dienst

Catarina Bartling kennt Brigitte Hardt schon sehr lange. „Meine Tochter hat bei dir in der Vorklasse Musik gehabt. Heute ist sie 33 Jahre alt, und wir wohnten damals in Blans. Wir haben etwas Weiteres gemeinsam: Wir sind derselbe Jahrgang, und unsere Pläne für den Sommer sind auch dieselben", so die Schulrätin, die wie Brigitte Hardt im Sommer in Rente geht.

In der Sonderburger Schule gehört Brigitte Hardt quasi zum Inventar. „Das wird merkwürdig, wenn du ,Tschüss Leute’ sagst“, so die Schulrätin, bevor sie den Dank und die Anerkennung der Urkunde vorlas.

„Ich gehe davon aus, die rahmst du ein. Du weißt, was du alles getan hast“, so Catarina Bartling. Brigitte Hardt freute sich: „Ich war ziemlich mit der Schule hier verbunden – bin hier ja auch zur Schule gegangen.“ „Wie viele Menschen du hier kennengelernt hast …“, stellte die Schulrätin fest. Bei dem Thema musste die Jubilarin zugeben, dass sie sich, wenn sie auf der Straße angesprochen wird, nicht immer an alle Namen der vielen Schülerinnen und Schüler erinnern kann.

Der Blumenstrauß

Kopenhagen und dann wieder heim

Brigitte Hardt ist gebürtige Sonderburgin. Sie fing 1985 nach ihrer Lehrerausbildung in Kolding als Vertreterin an ihrer früheren Volksschule an. Ihre Spezialfächer sind Dänisch und Musik. Vorher hatte sie in Kopenhagen und Humlebæk etwas Großstadtluft geschnuppert.

„In Humlebæk wollten sie mich ja eigentlich behalten. Aber ich wollte einfach wieder nach Hause, in die Heimat. Als ich in Sonderburg angekommen war, hat die Schule mich schnell angerufen“, sagt Brigitte Hardt. Sie war nicht „nur“ in Sonderburg an der deutschen Schule. Sie hat auch 17 Jahre lang im Kindercampus Lunden unterrichtet. Am 1. August geht die 65-Jährige in Rente.

Die Kolleginnen und Kollegen verfolgten die kleine Feier im Lehrerzimmer der Deutschen Schule Sonderburg.

„Das wird schon gehen"

Die Lehrerin hat 27 Jahre lang im früheren großen Bahnhof in Rackebüll (Ragebøl) gelebt. Vor drei Jahren zog sie in eine überschaubare Anteilhaberwohnung im Bispeparken in Ulkebüll (Ulkebøl). Ihr Sohn Julian hat den Bahnhof übernommen. Was sie nach ihrer Pensionierung machen wird, darüber hat sie bislang noch gar nicht richtig nachgedacht.

„Ich muss sehen, aber das wird schon gehen. Kochen, lesen, Handarbeiten und Chor. Ich singe beim ,Åben Rock’ in Apenrade“, erzählt die Lehrerin.

Catarina Bartling (l.) übernahm im Juni 2024 kommissarisch für ein Jahr das Amt der Schulrätin. Für sie war Brigitte Hardt die erste Jubilarin, die 40 Jahre im Dienst ist.