Grenzüberschreitendes

„Campus Apenrade“ Thema bei Treffen mit Mattias Tesfaye

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Tesfaye Callsen
Mattias Tesfaye und Johannes Callsen haben sich in Kopenhagen zu Gesprächen getroffen (Montage).

Der Minderheitenbeauftrage der schleswig-holsteinischen Landesregierung, Johannes Callsen, hat bei einem Besuch in Kopenhagen unter anderem mit Bildungsminister Mattias Tesfaye über die grenzüberschreitende Berufsausbildung gesprochen. Auch der Campus Apenrade war Thema. Schleswig-Holstein will sich auf Bundesebene weiterhin für eine Förderung einsetzen.

Zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein herrscht offenbar Einigkeit, die grenzüberschreitende Berufsausbildung zu stärken und die Zusammenarbeit auszubauen. Der Minderheitenbeauftragte und Dänemark-Bevollmächtigte der Landesregierung Schleswig-Holsteins, Johannes Callsen, war in dieser Woche zu entsprechenden Gesprächen nach Kopenhagen gereist.

Auf Nachfrage des „Nordschleswigers“ sagte der 58-Jährige, er habe sich unter anderem mit dem Minister für Kinder und Bildung, Mattias Tesfaye (Soz.), über die grenzüberschreitende Berufsausbildung ausgetauscht. Außerdem standen Gespräche im Außenministerium und im Transportministerium auf der Agenda.

Bei der grenzüberschreitenden Berufsausbildung sieht Callsen in der im Mai 2024 geschlossenen Vereinbarung beider Länder zur gegenseitigen Information und Kooperation eine gute Grundlage. „Ich habe dafür geworben, ähnlich der zur Berufsbildung geschlossenen Vereinbarung zwischen Deutschland und Frankreich dies noch weiter zu konkretisieren.“

Grenzüberschreitende Berufsausbildung ermöglichen

In der deutsch-dänischen Vereinbarung geht es etwa um den Informationsaustausch in den Bereichen grüner und digitaler Transformation, die Nutzung von Informationstechnologie und Künstlicher Intelligenz, aber auch um die Zusammenarbeit bei Aus- und Weiterbildung sowie der Verbesserung der Karrierechancen. Auch Unternehmen sollen von dem Erfahrungsaustausch profitieren, um ihre Relevanz für den Arbeitsmarkt zu stärken. Um konkrete Ziele in einem Aktionsplan zu formulieren, soll eine deutsch-dänische Arbeitsgruppe ins Leben gerufen werden. Callsen sagt, er habe gegenüber Tesfaye den Wunsch geäußert, dass in diese Arbeitsgruppe auch die Minderheiten auf beiden Seiten der Grenze einbezogen werden.

In der Vereinbarung vom 13. Juni 2024 zwischen Deutschland und Frankreich, das auf zwei Rahmenvereinbarungen aus den Jahren 2013 und 2014 aufbaut, sollen Auszubildende die Möglichkeit haben, den praktischen Teil ihrer Ausbildung in einem Betrieb im Partnerland absolvieren zu können, während die theoretische Ausbildung und die Prüfung im Heimatland stattfinden. Ziel des Abkommens ist es, dass „die grenzüberschreitenden Parameter für eine duale Berufsausbildung weiter standardisiert sowie transparenter gestaltet werden, um so der deutsch-französischen Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung neuen Schub zu geben.“

„Mein Eindruck ist, dass Minister Tesfaye ein großes Interesse an der Intensivierung der Kooperation im Bereich der Berufsbildung hat“, so Callsen, der auf bereits gute Kooperationen von Berufsschulen verweist, etwa die mit EUC Syd Sonderburg im Interreg-Projekt „GerDa“, wo es um Kooperation zur „Nachhaltigkeit“ geht.

Auch Campus Apenrade Thema der Gespräche

Bei den Gesprächen über die Berufsausbildung ging es auch um das Campus-Projekt in Apenrade. Callsen dankte Mattias Tesfaye für das Engagement Dänemarks bei dem Leuchtturm-Vorhaben der Minderheit. Im kommenden Haushalt sind fünf Millionen Kronen veranschlagt, um am Deutschen Gymnasium für Nordschleswig (DGN) neue Klassenräume zu bauen.

Der Deutsche Schul- und Sprachverein (DSSV) und der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) haben das Campus-Projekt entwickelt, weil das DGN zu klein ist und das dazugehörige Internat dringend renoviert werden muss. Außerdem möchte der DSSV gerne die beiden Apenrader Kindergärten an einem Ort bündeln. Doch dem Vorhaben fehlen dennoch dringend benötigte Mittel, da die Bundesregierung im derzeitigen Haushaltsentwurf weniger Gelder veranschlagt, als von der Minderheit erhofft. Der BDN möchte an dem Projekt festhalten, plant aber dennoch eine abgespeckte Variante.

Schleswig-Holstein will weiter für Mittel werben

Schleswig-Holstein werde sich weiter auf Bundesebene auch für eine Förderung seitens der Bundesregierung einsetzen, so Callsen gegenüber dem dänischen Bildungsminister.

In den Gesprächen mit dem Transportministerium ging es in erster Linie um den Schienenverkehr. Er habe deutlich gemacht, welches Interesse Schleswig-Holstein am Fernverkehr der Bahn auf der Jütlandroute habe, so Callsen.