Deutsche Minderheit

Deutscher Campus im Haushalt: „Großer Meilenstein“

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Jetzt gibt es erste Gelder für das geplante Campus in Apenrade.

Die Vertragsparteien haben in der Absprache zum Haushalt für 2025 Mittel für das Mammutprojekt auf dem Gelände des DGN bereitgestellt. Der Bund Deutscher Nordschleswiger arbeitet daran, dort ein neues Internat, einen neuen Kindergarten sowie neue Räume für das Gymnasium zu bauen.

Für die deutsche Minderheit kommen am Freitag positive Nachrichten aus Kopenhagen. Ein angestrebter Campus in Apenrade ist einen wichtigen Schritt weiter gekommen.

Die Vertragsparteien haben in der Absprache für den Haushalt 5 Millionen Kronen für das Projekt bereitgestellt. Die Mittel sollen für den Ausbau des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig (DGN) verwendet werden. Damit kann gut die Hälfte von diesem Teil des Projekts finanziert werden.

„Das ist ganz hervorragend, dass dies geglückt ist. Jetzt kann das Gymnasium weiter planen“, sagt ein deutlich erfreuter Uwe Jessen am Telefon. Er ist Generalsekretär des BDN.

Er ist zuversichtlich, dass es gelingen wird, die restlichen Mittel für diesen ersten Schritt des Projekts zu finden. Damit können die derzeitigen Pavillons durch den neuen Anbau ersetzt werden.

Erster Schritt für großes Projekt

Der Deutsche Schul- und Sprachverein (DSSV) und der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) haben das Projekt entwickelt, weil das Deutsche Gymnasium (DGN) für Nordschleswig zu klein ist und das dazugehörige Internat dringend renoviert werden muss. Außerdem möchte der DSSV gerne die beiden Apenrader Kindergärten an einem Ort bündeln.

Der BDN strebt an, dass die deutsche und dänische Regierung das 140 Millionen Kronen teure Projekt gemeinsam finanzieren.

„Diese Entscheidung ist ein großer Meilenstein für das gesamte Projekt. Es zeigt, dass der stete Tropfen den Stein höhlt“, so Jessen.

Lobbyarbeit in Kopenhagen

Und der stete Tropfen war in diesem Fall vornehmlich Harro Hallmann, der Leiter des BDN-Sekretariats in Kopenhagen. Er hat gegenüber den Folketingsabgeordneten Lobbyarbeit für das Projekt betrieben.

Einer von diesen Abgeordneten ist Jesper Petersen (Soz.). Er hat sich vor Ort über die baulichen Probleme am DGN schlau gemacht und sich dafür eingesetzt, dass das DGN Mittel aus einem Sondertopf für lokale Initiativen erhält. Der Topf hat ein Gesamtvolumen von 75 Millionen Kronen.

„Ich bin sehr froh darüber, dass es gelungen ist, die 5 Millionen Kronen bereitzustellen“, sagt er.

Lob an den BDN

Auch der Politiker lobt den Einsatz des Kopenhagener Sekretariats: „Ich möchte dem BDN für die Zusammenarbeit in dieser Frage danken. Er war wie immer gut vorbereitet und hat sachlich argumentiert. Jetzt ernten wir die Früchte dieser Arbeit.“

Und Hallmann reicht das Lob zurück: „Dank gebührt vor allem Jesper Petersen, der uns aufgefordert hat den Antrag über ihn zu stellen und auch Benny Engelbrecht, der als finanzpolitischer Sprecher die Sache bis zum erfolgreichen Ende unterstützt hat. Es ist erfreulich, dass es den beiden Sozialdemokraten gelungen ist, dies durchzusetzen.“

Signal an Berlin

Von den 140 Millionen Kronen sollten 90 Millionen aus Berlin kommen, doch von dort gab es im September eine niederschlagende Nachricht: Im Haushaltsentwurf der Bundesregierung sind keine Mittel dafür vorgesehen.

Uwe Jessen befürchtet, dass es bei der derzeitigen politischen Lage in Deutschland vorläufig schwierig ist, daran etwas zu ändern. Mittelfristig sieht er die Förder-Zusage aus Kopenhagen jedoch auch als ein wichtiges Signal nach Berlin.

„Es fehlt natürlich noch ein großer Batzen Geld, aber die dänische Seite hat jetzt die Mittel geliefert, die wir uns erhofft haben. Das ist ein wichtiges Argument gegenüber der kommenden Bundesregierung.“

Die SVM-Regierung hat sich am Freitag mit der Sozialistischen Volkspartei und Radikale Venstre auf den Haushalt für 2025 geeinigt.

Der Artikel ist um 11.43 Uhr umfassend überarbeitet worden