Nachruf

Maja Nielsen in memoriam: Abschied von einer engagierten Nordschleswigerin

Ältere Frau mit Sonnenbrille lächelnd vor bunten Blumen im Hintergrund.
Maja Nielsen

Die gebürtige Apenraderin ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Sie hat in der Familie, dem Bekannten- und Freundeskreis und in der Minderheit tiefe Spuren hinterlassen. 

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Zusammenfassung

  • Die verstorbene Maja Nielsen aus Apenrade prägte als warmherzige, hilfsbereite Nordschleswigerin über Jahrzehnte Familie und Umfeld.
  • Beruflich und ehrenamtlich engagierte sie sich besonders für Kinder, den deutschen Kindergarten in Rothenkrug und zahlreiche Vereine der Minderheit.
  • Trotz persönlicher Schicksalsschläge blieb sie lebensfroh, aktiv und offen für neue Technik und hinterlässt ein Vorbild an Stärke und Gemeinsinn.

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Am 3. März ist in Apenrade (Aabenraa) Maja Nielsen, geborene Andresen, im Alter von 86 Jahren gestorben. Sie kam am 23. Juni 1939 in Apenrade zur Welt. Mit ihr verliert die Familie ihren Mittelpunkt – und viele Menschen in Rothenkrug (Rødekro) und Umgebung eine freundliche, zugewandte und lebensfrohe Nordschleswigerin.

Wer Maja Nielsen kannte, erinnert sich an eine Frau, die aufmerksam, hilfsbereit und bescheiden auf andere zuging. Sie suchte den Kontakt, hörte geduldig zu und versuchte, stets dort zu helfen, wo Hilfe gebraucht wurde.

Nachbarinnen und Nachbarn schätzten sie als gute Gastgeberin. Sie kochte und backte gern, und ihr Zuhause war oft farbenfroh geschmückt. Auch in schwierigen Zeiten blieb sie dankbar für die kleinen hellen Momente des Alltags – für einen sonnigen Tag, eine Einladung, Blumen oder ein gutes Gespräch.

Den richtigen Beruf gewählt

Schon als Kind wusste Maja Nielsen, welchen Weg sie gehen wollte. Sie wollte „Kindergartentante“ werden – so wie die Frauen, die sie selbst als Vorbilder erlebt hatte. In Flensburg (Flensborg) ließ sie sich zunächst zur Kinderpflegerin ausbilden und absolvierte anschließend die Ausbildung zur Kindergärtnerin. Ihr Berufsweg führte sie zunächst nach Hadersleben (Haderslev), danach arbeitete sie mehrfach in Apenrade als Kindergärtnerin. Später leitete sie die Vorklasse an der Förde-Schule in Gravenstein (Gråsten). Ein besonderes Herzensprojekt war für sie jedoch der deutsche Kindergarten in Rothenkrug. Von Anfang an hat sie diese Einrichtung aufgebaut und mit Leben gefüllt. Bekannt war Maja Nielsen allen als „Tante Maja“.

Ihr großes Herz für Kinder zeigte sich nicht nur im Beruf. Auch in der Familie und im Freundeskreis nahm sie sich Zeit für junge Menschen. Kein Geburtstag ging bei ihr vergessen, und sie hörte geduldig zu, wenn Kinder und Jugendliche ihr von ihren kleinen und großen Erlebnissen erzählten.

In vielen Bereichen ehrenamtlich aktiv

Neben ihrer Arbeit engagierte sich Maja Nielsen über viele Jahre in zahlreichen Vereinen und Initiativen. Sie stand lange an der Spitze des Donnerstagsclubs in Rothenkrug und erhielt dafür 2023 eine Ehrenurkunde. Im Freundeskreis des Altenheims Ries wirkte sie unter anderem in einer Revuetruppe mit. Als Kirchenvertreterin setzte sie sich ebenso ein wie als Lese-Patin an der Deutschen Schule Rothenkrug. Sie gab Dänischunterricht für deutsche Zuzüglerinnen und Zuzügler, beteiligte sich an Handarbeitsprojekten für wohltätige Zwecke und sang im Chor der Nordschleswigschen Musikvereinigung.

So lange es ihre Gesundheit erlaubte, unterstützte sie Familie, Nachbarinnen und Nachbarn sowie Vereine mit großem Einsatz – ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Wer Hilfe brauchte, konnte sich auf sie verlassen. Und wenn sie selbst einmal Unterstützung brauchte, standen meist schon Menschen aus ihrem großen Bekanntenkreis bereit. Durch ihr freundliches Wesen und ihr langjähriges Engagement hatte sie sich ein großes Maß an Vertrauen und Verbundenheit erworben.

Handarbeit spielte auch im Alltag eine große Rolle. Stricken war für sie weit mehr als ein Zeitvertreib: Familie und Freundeskreis wurden regelmäßig mit selbst gestrickten Stücken versorgt, und auch das Rote Kreuz erhielt von ihr gespendete Strickwaren. Lesen gehörte ebenfalls zu ihren großen Leidenschaften. Außerdem löste sie täglich mehrere Kreuzworträtsel, um geistig fit zu bleiben. Erst nach ihrem 80. Geburtstag musste sie aus gesundheitlichen Gründen viele ihrer ehrenamtlichen Aufgaben Schritt für Schritt abgeben.

Auch körperlich blieb sie lange aktiv. Mit Seniorengymnastik hielt sie sich beweglich. In ihrer Jugend hatte sie Handball gespielt – eine Sportart, der sie ihr Leben lang verbunden blieb. Europa- und Weltmeisterschaften verfolgte sie aufmerksam am Bildschirm und drückte dabei sowohl den deutschen als auch den dänischen Mannschaften die Daumen.

Ein großer Verlust

Maja Nielsen war mit dem Tischlermeister Walter Nielsen aus Rothenkrug verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Söhne hervor: Stephan, freiberuflicher Zeichner, der mit seiner Familie in Roskilde lebt, sowie Martin, Dozent an der Universität in Aarhus, der dort mit seiner Familie zu Hause ist. Der jüngste Sohn Ingo, IT-Ingenieur und leidenschaftlicher Pianist, starb 2014 im Alter von nur 36 Jahren an einem angeborenen Herzfehler. Dieser Verlust erschütterte die Familie tief und traf Maja Nielsen besonders hart. Trotz dieses schweren Schicksalsschlags bewies sie immer wieder große Stärke, Ausdauer und Lebensmut.

Für ihre drei Enkelkinder war sie eine liebevolle und engagierte Großmutter. Sie nahm Anteil an ihrem Alltag, hörte zu, ermutigte und freute sich über ihre Entwicklung.

Auch im hohen Alter blieb Maja Nielsen offen für Neues. Sie entschied selbst, wann der Zeitpunkt gekommen war, ihr Haus zu verkaufen und in eine praktische Seniorenwohnung zu ziehen. Später ersetzte sie das Auto durch einen Scooter. Mit 86 Jahren nutzte sie selbstverständlich ein iPad, erledigte Dinge über MitID, las den „Nordschleswiger“ online und telefonierte mit der Familie über Facetime.

Mit Maja Nielsen verliert ihre Familie einen Menschen, der über Jahrzehnte hinweg ein Mittelpunkt war. Auch viele Freundinnen, Freunde, Nachbarinnen, Nachbarn und Weggefährten verlieren eine treue, hilfsbereite und warmherzige Persönlichkeit. Die Familie nimmt in Dankbarkeit Abschied und möchte ihre positive Haltung zum Leben als bleibendes Beispiel bewahren.