Stadtentwicklung

Im Gespräch mit dem Bürgermeister: Tourismus und Hafen sollen in Apenrade zusammenwachsen

Der Apenrader Hafen ist eine Triebfeder für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt.

Im dritten Teil der Gesprächsreihe betont Bürgermeister Jan Riber Jakobsen die Bedeutung von Hafen und Tourismus. Beide sollen gemeinsam wachsen und ein neues Museum könnte zusätzliche Gäste anziehen. Die Kommune plant, junge Menschen zu halten und zurückzuholen. 

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Zusammenfassung

  • Bürgermeister Jan Riber Jakobsen betont, dass Apenrades Zukunft neben neuen Arbeitsplätzen vor allem von Lebensqualität abhängt.
  • Hafenentwicklung, ein geplantes Seefahrtsmuseum und mehr touristische Infrastruktur sollen Wirtschaft und Tourismus gemeinsam stärken.
  • Junge Menschen, Vereine und vielfältige Freizeitangebote gelten als Schlüssel, um Zusammenhalt, Zuzug und langfristige Entwicklung der Kommune zu sichern.

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Die wirtschaftliche Entwicklung rund um Kassö (Kassø) und neue Arbeitsplätze allein reichen nicht aus, um eine Kommune dauerhaft stark zu machen. Für Bürgermeister Jan Riber Jakobsen gehört deshalb auch die Lebensqualität zu den entscheidenden Zukunftsfragen in Apenrade (Aabenraa). „Menschen ziehen nicht nur wegen der Arbeit hierher – sie bleiben, wenn das Leben drumherum stimmt“, sagt er im dritten Teil unserer Gesprächsreihe.

Hafen und Tourismus sollen zusammen wachsen

Dabei setzt die Kommune weiterhin auf ihre maritime Geschichte. Industriehafen und Tourismus sieht Riber Jakobsen nicht als Gegensätze, sondern als gemeinsame Chance.

Die Schiffe würden größer, der Hafen entwickle sich weiter – ein Prozess, der laut Bürgermeister bis weit in die kommenden Jahrzehnte reichen werde. Gleichzeitig bringe die Schifffahrt Leben in die Stadt und präge ihre Identität.

Ein wichtiger Baustein soll dabei ein neues Museum werden, in das Seefahrts- und Kunstmuseum unter ein neues Dach ziehen. Das neue Museum wird gemeinsam mit Museum Sønderjylland geplant. Ursprünglich war ein Umzug an den Kilen vorgesehen. Der aktuelle Zeitplan bis 2030 sei jedoch kaum einzuhalten.

Die Kommune halte dennoch am Museum fest. Bis zum Sommer soll entschieden werden, wo und in welcher Form das Projekt umgesetzt werden kann. Klar sei: Ein modernes Museum könne zusätzliche Gäste in die Stadt bringen.

Mehr Gäste brauchen mehr Betten

Mit neuen Unternehmen, Fachkräften und Gästen steigt zugleich der Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten. Schon heute gebe es eine hohe Nachfrage nach Hotelzimmern, berichtet Riber Jakobsen.

Wenn sich weitere Firmen im Zuge der grünen Umstellung ansiedeln, werde dieser Bedarf weiter wachsen. Die Kommune müsse deshalb auch touristische Infrastruktur mitdenken.

Junge Menschen halten – und zurückholen

Ein zentrales Thema bleibt die junge Generation. Viele verlassen Apenrade nach der Schule oder der Ausbildung. Die Kommune versucht deshalb, neue Gründe zu schaffen, zurückzukehren.

Unter dem Motto „Aabenraa kalder“ soll der Ausbildungsstandort gestärkt werden. Inzwischen gibt es neun Ausbildungsangebote vor Ort. Freizeitjobs für Jugendliche sowie attraktive Wohnformen sollen zusätzlich helfen, junge Menschen früh an die Kommune zu binden.

Gleichzeitig investiert die Stadt in Naturangebote und Freizeitmöglichkeiten – vom Segeln bis zu Mountainbike-Strecken.

Vereine als Rückgrat der Kommune

Eine besondere Rolle spielen nach Ansicht des Bürgermeisters die vielen Ehrenamtlichen. „Ohne Vereine geht hier gar nichts“, sagt Riber Jakobsen.

Sport- und Freizeitangebote seien entscheidend für Zusammenhalt und Lebensqualität. Einrichtungen wie die Arena Aabenraa, die Grenzhalle in Kruså oder das Sportzentrum in Bülderup-Bau (Bylderup-Bov) müssten weiterhin unterstützt und sichtbarer gemacht werden.

Blick nach vorn

Die kommenden Jahre werden für Apenrade von großen Veränderungen geprägt sein: neue Arbeitsplätze, mehr Einwohnerinnen und Einwohner, neue Wohngebiete und ein wachsender Wirtschaftsstandort.

Für Riber Jakobsen entscheidet sich der Erfolg jedoch nicht allein an Bauprojekten oder Investitionen. Ausschlaggebend sei, ob es gelingt, Stadtleben, Natur, Kultur und Gemeinschaft zusammenzudenken. „Wir haben viele Chancen“, sagt er. „Jetzt müssen wir sie richtig nutzen.“