Nachruf

„Der, der still lebt, lebt gut“ war sein Leitspruch: Walter Jacobsen verstorben

Walter Jacobsen hat in der Kindheit in unmittelbarer Nachbarschaft des Kopenhagener Dyrehaven gelebt. An seinem Altersruhesitz in Tingleff genoss er die Nähe zum örtlichen Stadtwäldchen (Archivfoto).

Walter Jacobsen, ein geschätzter Jurist und Naturfreund, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Die Familie trauert um einen liebevollen Ehemann, Vater und Opa. Die Trauerfeier findet am 10. März in Tingleff statt.

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Zusammenfassung

  • Walter Jacobsen, Jurist und Naturfreund mit deutsch-dänischen Wurzeln, ist im Alter von 81 Jahren in Tingleff verstorben.
  • Er war viele Jahre Vorsitzender des Volkshochschulvereins und begegnete in dieser Funktion in den 80er Jahren Königin Margrethe 
  • Der Familie bleibt Walter Jacobsen als stiller, kunst- und naturverbundener Ehemann, Vater und Opa in Erinnerung. Die Trauerfeier findet am 10. März in der Kirche zu Tingleff statt.

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Walter Jacobsen, Tingleff (Tinglev), ist im Beisein der Familie nach längerer Krankheit verstorben. Er wurde 81 Jahre alt.

Ihr Mann sei zufrieden und dankbar eingeschlafen, erzählt Ehefrau Heike. „Er war gefasst und sagte uns, dass er es schön fand, was er alles erleben durfte, und dass er so ein langes Leben genießen konnte.“

„Der, der still lebt, lebt gut“ war das Lebensmotto des geschätzten Mannes, wie es auch in einem Nordschleswiger-Beitrag im August 2024 zu seinem 80. Geburtstag Erwähnung fand.

Die Trauerfeier zur Beisetzung findet am Dienstag, 10. März, ab 11 Uhr in der Kirche zu Tingleff statt.

Deutsch-dänische Wurzeln

Als Sohn eines dänischen Fabrikanten und einer Deutschen aus Bad Sachsa im Harz wuchs Walter Jacobsen in Kopenhagen auf. Die Familie väterlicherseits ist in Nordschleswig und dem Grenzland verwurzelt. Walter hatte Verwandte in Tondern (Tønder) und auch auf Eiderstedt in Schleswig-Holstein. 

Dort lernte er Anfang der 60er Jahre seine Heike aus Tönning (Tønning) kennen. Nach der Heirat 1969 trat Walter 1970 eine Sekretärstelle beim damaligen Amt Nordschleswig an und war dem Amtskommunaldirektor unterstellt. Nordschleswig wurde das neue Zuhause des Paares.

Walter Jacobsen war belesen und kulturinteressiert (Archivfoto).

Als studierter Jurist wechselte Walter Jacobsen nach einigen Jahren in seinem Beruf und heuerte bei der Anwaltskanzlei „Rosenstand & Bygballe“ in Apenrade (Aabenraa) an, um wenig später seine eigene Kanzlei in Rothenkrug (Rødekro) mit den Schwerpunkten Nachlässe und Generationenwechsel zu eröffnen. Zu seinen Klientinnen und Klienten gehörten auch Angehörige aus der Deutschen Minderheit.

Umzug auf das Familienanwesen in Warnitz

2004 wurde die Kanzlei verkauft, und Walter Jacobsen zog mit Heike nach Warnitz (Varnæs) auf das Familienanwesen „Vold“, wo sie schöne Jahre verbrachten. 

2021 erfolgte dann der Umzug in ein kleineres Haus mit kleinerem Garten am Skovfennen in Tingleff, wo sich der naturliebende Jurist ebenfalls wohlfühlte. 

„Dass das Haus direkt an den kleinen Wald angrenzt, hat ihm viel bedeutet“, erzählt Ehefrau Heike, die vielen in Nordschleswig und im Grenzland als Künstlerin ein Begriff ist. Selbst ein Feingeist und Freund von Kunst, Literatur und Kultur war Walter ein Befürworter und Fan seiner kunstschaffenden Frau.

Freund der Minderheit

Mit dem Wohnsitz in Nordschleswig wurden Walter, Heike und die beiden Töchter  Teil der Minderheit. In den 80er Jahren ließ sich Walter Jacobsen zum Vorsitzenden des Volkshochschulvereins wählen, Trägerverein der Deutschen Nachschule Tingleff. Kraft Amtes war es ihm 1986 vorbehalten, Königin Margrethe und den Prinzgemahl bei deren Besuch bei der Minderheit in der Nachschule herumzuführen.

Obwohl Rampenlicht nie die Sache von Walter Jacobsen war, stellte er sich der Mission und meisterte sie, wie viele andere Aufgaben in seinem Leben auch.

Naturfreund und liebevoller Opa

Der Verstorbene galt als ein Mann der leisen Töne, als zurückhaltend, aber auch als aufgeschlossen und zuvorkommend. Er war sehr naturverbunden. Er war Jäger, Angler und erfreute sich am Garten in Warnitz und später in Tingleff. 

Das Angeln und das Naturinteresse teilte Walter gern mit seinen drei Enkelkindern Ida, Dines und Alma, die ihm als liebevoller Opa ganz viel bedeuteten. 

Die Enkelkinder werden Walter vermissen, ebenso wie Heike und die Töchter Marianne und Christina mit ihren Familien. Marianne wohnt in Osted bei Roskilde und Christina in Frederiksberg.