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Polizeikontrolle nach Bürgerbeschwerde: Illegale Mopedfahrt in Scherrebek gestoppt

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Ein Moped auf einem Rollenprüfstand
Der Rollprüfstand gibt Aufschluss über die Höchstgeschwindigkeit der Mopeds (Archivfoto).

Raserei auf zwei Rädern: Von drei kontrollierten Mopeds bestand eines nicht die fachkundige Polizeikontrolle.

Nach Beschwerden aus der Bevölkerung über gefährliche Fahrweise und getunte Mopeds hat die Polizei für Südjütland und Nordschleswig am Dienstag gezielt in Scherrebek kontrolliert – mit konkreten Ergebnissen: Ein Mopedfahrer war ohne Führerschein und Versicherung unterwegs, zudem wies sein Fahrzeug technische Mängel auf. Das heißt, die „technischen Mängel“ waren bewusst herbeigeführt worden, damit das Moped schneller – und lauter – fährt.

Hintergrund der Aktion war eine konkrete Anfrage eines Bürgers aus der Vorwoche. Die Polizei war am Dienstagnachmittag und -abend mit mehreren Kräften der Verkehrsabteilung im Einsatz, darunter auch mit einem mobilen Prüfstand. Insgesamt wurden drei Zweiräder gestoppt und zur Überprüfung der Höchstgeschwindigkeit auf dem Prüfstand getestet.

Polizeikommissar Anders H. Borg, Leiter der Verkehrsabteilung Nord, betont, dass Kontrollen wie diese nicht nur der direkten Ahndung von Verkehrsverstößen dienen, sondern auch präventiv wirken. Gerade in den Sommermonaten, wenn viele Jugendliche unterwegs sind, erreichen die Polizei vermehrt Beschwerden über riskantes Mopedverhalten.

Tagesmutter bedrängt – Kleinkind traumatisiert

Die Kontrolle erfolgt nur wenige Tage nach einem Vorfall, über den die Presse berichtete: In Scherrebek soll ein junger Mopedfahrer mit getuntem Zweirad eine Tagesmutter regelrecht verfolgt haben, als diese mit ihrer Kindergruppe im Ort spazierte. Wie die Mutter eines beteiligten zweieinhalbjährigen Mädchens „JydskeVestkysten“ gegenüber berichtete, weigere sich ihre Tochter seitdem, draußen zu spielen.

„Meine Tochter will nicht mehr vor die Tür, wenn sie Motorengeräusche hört“, berichtete die Mutter gegenüber der Zeitung. Der Vorfall schlug in sozialen Netzwerken hohe Wellen. In den Kommentaren wurde unter anderem die Frage laut, ob Polizeieinsätze überhaupt etwas bewirken. „Was nützt es, die Polizei zu rufen? Die machen doch eh nichts“, schrieb eine Nutzerin auf Facebook – versehen mit einem Daumen-runter-Emoji.

Polizei will weiter kontrollieren

Die Polizei weist solche Kritik zurück. „Wir nehmen diese Meldungen ernst und reagieren auch darauf – wie diese Kontrolle zeigt“, so Anders H. Borg. Es sei wichtig, dass die Menschen sich melden, wenn sie sich durch gefährliches Verhalten im Straßenverkehr unsicher fühlten. Besonders das Verhalten junger Mopedfahrer sei häufig Anlass zur Sorge.

In sozialen Netzwerken dürfte die Bilanz der Polizeiaktion in Scherrebek bei manchen für Spott sorgen. Drei Mopeds kontrolliert – nur eines mit Mängeln? Für manche klingt das nach verschwendeten Ressourcen. Doch bei der Polizei sieht man das anders: „Gerade solche Kontrollen haben eine wichtige präventive Wirkung“, betont Verkehrsleiter Anders H. Borg. Denn dass bei der Aktion ein getuntes Moped gestoppt wurde, sendet ein klares Signal – auch an dessen Umfeld.

Wer sein Zweirad frisiert, das Ritzel austauscht oder andere technische Manipulationen vornimmt, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern auch Führerschein und Versicherungsschutz. Die Botschaft ist klar: Finger weg vom Motor – lasst das Moped, wie es ist.

Der Polizeikommissar von der Verkehrsstaffel kündigte an, die Kontrollen in der Region fortzusetzen aus Gründen der Sicherheit und – wie erwähnt – der Prävention.

Die Bevölkerung wird weiterhin gebeten, auffälliges Verhalten zu melden – entweder telefonisch über die Rufnummer 114 oder über die Online-Dienste der Polizei.