Folketingswahl

„Ob ich zur Wahl gehe? Natürlich tue ich das!“

Jette Østergaard wird ihr Kreuz vermutlich bei einer Partei, aber nicht bei einer oder einem bestimmten Folketingskandidierenden setzen.

Blitzumfrage an der Westküste: Nur eine der befragten Personen hat eine genaue Vorstellung, wem sie am 24. März ihr Vertrauen schenkt. Eine Herausforderung: Gerade in Tondern, wo viele kommunal die Schleswigsche Partei gewählt haben, muss national zwangsläufig anders gewählt werden als lokal. 

Veröffentlicht

Zusammenfassung

  • In Tondern wurde in einer Blitzumfrage gefragt, wie die Menschen bei der Folketingswahl am 24. März wählen wollen.
  • Viele Befragte kennen die Kandidierenden kaum und tendieren deshalb zu einer Listenstimme statt zur persönlichen Stimme.
  • Mehrere Personen wechseln zwischen Kommunal- und Parlamentswahl die Partei, betonen aber teils feste Blockzugehörigkeit, während andere stets derselben Partei treu bleiben.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Bei Kommunalwahlen kennt man häufig den einen oder anderen Kandidierenden der Parteien. Vielleicht ist es der Onkel einer Freundin, der Nachbar oder der Angestellte im Lieblingsmodegeschäft. Der Blick auf die Kandidatenlisten der Parteien zur Folketingswahl im Wahlkreis Südjütland (Sydjyllands Storkreds) gibt ein ganz anderes Bild ab. Da muss man weit schauen, um auf ein bekanntes Gesicht zu stoßen.

Das veranlasst Wählerinnen und Wähler vielleicht dazu, ihr Kreuz bei einer Partei zu setzen und nicht bei einer bestimmten kandidierenden Person, zeigen die Antworten einer Blitzumfrage in der Tonderner Fußgängerzone. 

Die Partei würde Kira Olsen schon wechseln, nicht aber den Block.

Gehst du am 24. März zur Wahl?

Alle Befragten beantworten mehr oder weniger überzeugt die Frage: Gehst du am 24. März wählen? Keinen Zweifel lässt Kira Olsen aus Rohrkarr (Rørkær).

„Natürlich gehe ich zur Wahl. Ohne Stimmabgabe kein Einfluss“, meint sie. Sie wird sich online über die Kandidatinnen und Kandidaten und ihre Politik informieren. 

Ich würde nie zwischen dem roten und blauen Block wechseln.

Kira Olsen

Während sie bei Kommunalwahlen persönlich wählt, sei es nicht undenkbar, dass sie am 24. März einfach die Parteiliste nimmt. Landespolitik sei nicht Kommunalpolitik. Sie könne bei Wahlen auch schon mal die Partei wechseln. 

„Ich würde aber nie zwischen dem roten und blauen Block wechseln“, beteuert die 52-Jährige. „Um persönlich wählen zu können, werde ich auch Kandidatentests machen und sehen, wo es Übereinstimmungen zu meinen eigenen Haltungen gibt.“

Der Kvickly-Supermarkt zählt zu den gefragtesten Wahlplakat-Plätzen in Tondern. Gleichzeitig kann an diesem Standort Werbung bei Jungwählerinnen und -wähler vom Handelsgymnasium betrieben werden.

Fest davon überzeugt, auch am 24. März zum Wählen zu gehen, ist Flemming Christensen aus Wennemoos (Vennemose). Er weiß noch nicht, wo er sein Kreuz setzen wird. Es könne aber sehr wohl sein, dass er bei der Folketingswahl anders wählen wird als bei der Kommunalwahl im November 2025. 

Unterstützung für Popp

„Ich muss am 24. März sogar eine andere Partei wählen“, lacht der 73-Jährige. „Im November setzte ich mein Kreuz bei unserem Bürgermeister Jørgen Popp Petersen. Ich meine, er wurde wegen der Verhältnisse in seinen Schweineställen in der Öffentlichkeit ganz, ganz schlecht behandelt. Deswegen wollte ich ihn mit meiner Stimme unterstützen, obwohl ich seit jeher Venstre-Wähler bin", erklärt der ehemalige Landwirt auf dem Parkplatz beim Kvickly-Supermarkt. 

„Wie ich am 24. März wählen werde, weiß ich noch nicht, aber ich könnte mir Troels Lund Poulsen als guten Staatsminister vorstellen“, ist Christensen überzeugt, der genauso überzeugt davon ist, nicht fotografiert werden zu wollen.

Jette Østergaard wird ihr Kreuz vermutlich bei keinem bestimmten Folketingskandidierenden, sondern nur bei einer Partei setzen.

Die 71-jährige Jette Østergaard aus Tondern (Tønder) erklärte auf Anfrage, dass sie bei der Folketingswahl eine andere Partei wähle als bei der Kommunalwahl.

Während sie bei den kommunalen Wahlen eher persönlich wähle, würde es von ihr bei den Parlamentswahlen eher eine Listenstimme geben. „Ich kenne die Kandidierenden nicht gut genug“, sagt die frühere Kulturchefin der Kommune Tondern.

Zenulla wählt bei Kommunal- und Folketingswahlen die selbe Partei.

Immer die selbe Partei, egal ob Kommunal- oder Folketingswahl, bekommt die Stimme des 57-jährigen Zenulla. Und natürlich werde er auch eine persönliche Stimmabgabe vornehmen.

Mit dem Kinderwagen unterwegs in Tondern sind Malene Skyum und Trine Skriver, beide aus Lügumkloster (Løgumkloster). Erst lachen sie beide auf die Frage, ob sie am 24. März zur Wahl gehen werden, bis sich die beiden 23-Jährigen einig sind, dass sie den Gang zur Wahlurne machen werden. 

Wen und welche Partei sie wählen sollten, haben sie noch nicht entschieden. Ziemlich sicher sei es aber, dass sie eine Listestimme geben, so die beiden jungen Frauen, die zum zweiten Mal an Folketingswahlen teilnehmen.

Die 23-jährigen Freundinnen Malene Skyum (l.) und Trine Skriver nehmen das zweite Mal an Folketingswahlen teil.

Bei der Kommunalreform im Jahr 2007 wurden die Ämter aufgelöst und Dänemark in Regionen aufgeteilt. Gleichzeitig wurden neue Wahlkreise gezogen. Die Kommune Tondern zählt zum Wahlkreis Sydjyllands Storkreds (Großkreis Südjütland) mit Tondern als südlichstem und Vejle als nördlichstem Punkt.

Die Kommunen des Wahlkreises Südjütland (Sydjyllands Storkreds)