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Mehr Wildnis am Schliefsee: Staat stellt Naturpläne vor

Blick über den Schliefsee, rund um den künftig mehr natürliche Entwicklung geplant ist.

Der Staat will Dänemarks Wälder wilder werden lassen – auch rund um den Schliefsee. Naturstyrelsen hat dafür neue Pläne vorgelegt. Sie sehen weniger Forstwirtschaft, mehr Wasser und deutlich mehr alte Bäume vor.

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Zusammenfassung

  • Der Staat setzt rund um den Schliefsee und 39 weiteren Natur- und Waldgebieten stärker auf natürliche Waldentwicklung und weniger Forstwirtschaft.
  • Kommerzielle Holznutzung soll enden, Drainagen werden teilweise geschlossen und Feuchtgebiete im Wald wiederhergestellt.
  • Nichtheimische Nadelbäume sollen zurückgedrängt, heimische Laubbäume gefördert und mehr alte Bäume sowie Totholz zugelassen werden, während der Wald für Erholung weiter offen bleibt.

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Der Schliefsee (Slivsø) zählt zu den landesweit 40 Naturgebieten, in denen der Staat künftig stärker auf natürliche Entwicklung setzt. Dänemarks Naturbehörde „Naturstyrelsen“ hat dafür entsprechende Naturpläne vorgestellt. Ziel: Wälder sollen sich langfristig ohne klassische Forstwirtschaft entwickeln.

Mehr Natur, weniger Forstwirtschaft

Die staatliche Strategie betrifft gleich mehrere Waldgebiete in Nordschleswig. Für die Kommune Hadersleben liegt der Fokus auf dem Gebiet rund um den Schliefsee. Andere Teile des Maßnahmenpakets liegen an der Kommunengrenze zu Apenrade (Aabenraa). Das betrifft die Insel Kalö (Kalvø).

Die Grundidee der Pläne: Die staatliche Forstbehörde zieht sich aus der wirtschaftlichen Waldbewirtschaftung zurück, um so der Natur mehr Raum zu lassen. Das bedeutet vor allem, dass die kommerzielle Holznutzung endet.

Gleichzeitig plant „Naturstyrelsen“ Eingriffe, die den Übergang zu einem natürlicheren Wald beschleunigen sollen.

Wasser zurück in den Wald

Ein zentraler Punkt betrifft das Wasser. Viele Wälder entstanden ursprünglich für die Holzproduktion und enthalten deshalb Gräben und Drainagen. Die Pläne sehen vor, solche Drainagen teilweise zu schließen.

So sollen sich wieder Feuchtgebiete, Sümpfe oder kleine Wasserflächen entwickeln, da diese Lebensräume für Flora und Fauna in vielen Wirtschaftswäldern fehlen.

Naturpläne rund um den Schliefsee

  • Zeithorizont: Die neuen Natur- und Forstpläne für 40 Wälder gelten für etwa 15 Jahre. In diesem Zeitraum soll sich die Natur stärker entwickeln.
  • Erste Schritte: Viele Maßnahmen starten in den kommenden fünf Jahren, etwa Änderungen bei der Waldbewirtschaftung oder Eingriffe in die Entwässerung.
  • Ziel: Weniger wirtschaftliche Nutzung, mehr natürliche Prozesse im Wald und in angrenzenden Naturflächen.
  •  Zugang: Das Gebiet rund um den Schliefsee bleibt weiterhin für Besucherinnen und Besucher zugänglich.
  • Maßnahmen: Dazu gehören unter anderem das Schließen von Entwässerungsgräben, Veränderungen bei den Baumarten sowie mehr Totholz und alte Bäume.

Auch die Baumarten werden sich verändern. Nichtheimische Nadelbäume, besonders Arten, die ursprünglich nicht in Dänemark vorkommen, können nach und nach verschwinden. Heimische Laubbäume sollen dagegen eine natürliche Renaissance erfahren.

Mehr alte Bäume und Totholz

Langfristig sollen die Wälder deutlich mehr Totholz enthalten. Totholz bietet zahlreichen Insekten, Pilzen und Moosen einen Lebensraum. Auch Vögel und Fledermäuse profitieren von alten Bäumen mit Höhlen.

 Für Besucherinnen und Besucher bleibt das Gebiet weiterhin zugänglich. „Naturstyrelsen“ betont, dass Naherholung weiterhin möglich bleibt, allerdings in einer Landschaft, die wilder und weniger aufgeräumt wirkt.

Für Menschen rund um den Schliefsee könnte sich das Landschaftsbild deshalb in den kommenden Jahren spürbar verändern. 

Die Naturbehörde hat Fördermittel für drei Projekte erhalten, in denen Kunst und Architektur neue Naturerlebnisse schaffen sollen. Eines der drei Projekte befindet sich am Schliefsee.