Deutsche Minderheit

Mosel-Winzer wurden singend in der alten Seestadt willkommen geheißen

Christian Scholtes hat mittlerweile die Verantwortung im Weingut übernommen.

Auf Anregung von Dirk Andresen schmetterten die 70 Teilnehmenden der Weinprobe das Lied vom Dampfer Bismarck, der in der Wiedau stecken geblieben war.

Veröffentlicht Geändert

Zusammenfassung

  • Bei der 22. Weinprobe in Tondern wurden die Winzer der Familie Scholtes mit einem gemeinsam gesungenen Lied begrüßt.
  • Junior-Winzer Christian Scholtes berichtete von einem gelungenen Generationswechsel im Weingut und präsentierte den Gästen die neuesten Weine.
  • Trotz Sturm, Hagel und starkem Regen gelang 2025 dank aufwendiger Handarbeit eine erfolgreiche Lese, von der die Weinprobe-Teilnehmenden profitierten.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Einen etwas anderen Verlauf als die vorherigen nahm die 22. Weinprobe, bei der die Teilnehmenden seit mehr als zwei Jahrzehnten Weine von der Winzerfamilie Scholtes aus Minheim an der Mosel verkosten.

Auf Vorschlag von Dirk Andresen wurde zu Beginn ein Lied gesungen. Ausgewählt wurde „In der alten Seestadt Tondern“, das von Kapitän Selmer erzählt, der mit seinem Dampfschiff Bismarck in der Wiedau stecken blieb.

Dieser gelungene Auftakt ließ Junior-Winzer Christian Scholtes schwärmen: So schön sei er noch nie vor einer Weinprobe begrüßt worden. Das zeuge von guter Stimmung und Gemeinschaftssinn.

Drei Generationen Scholtes beim Enthefen des Sekts. In der Mitte packt der Juniorchef in spe, Konrad, mit an. Links und rechts stehen Vater und Opa an seiner Seite.

„Ich arbeite fast schon zehn Jahre im Weingut aktiv mit. Ihr seid einige der Ersten, die die neuen Weine verkosten dürft“, meinte der 34-jährige Christian Scholtes, der auch von einem fließenden Generationswechsel im Weingut erzählte, bei dem seine Eltern Hans-Peter (63 Jahre) und Edeltrud es heute immer langsamer angehen lassen dürften.

Winzer zu sein, war im vergangenen Jahr nicht ganz einfach. Nach einem schönen Frühjahr kam das dicke Ende: Am 3. Mai, an einem sonst wunderschönen Wochenende, gingen Sturm und Hagel über Minheim nieder und versetzten den kleinen Winzerort für zehn Minuten in den Ausnahmezustand.

Frühreife Trauben

Die frühreifen Trauben wurden je nach Standort hart in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Unwetter folgte Regen, Regen, Regen. 160 Millimeter Niederschlag ergossen sich im September über die sonst so sonnige Moselschleife. Reife Trauben und Trauben an neuen Trieben hingen nebeneinander. 

Auf 50 Jahre Erfahrung bringen es Vater Hans-Peter Scholtes und sein Sohn Christian.

Aufgrund der unterschiedlichen Entwicklungsphasen musste per Hand sortiert werden. Es begann ein Kampf um jede gesunde Traube. Aber der Kraftakt mit Sonderschichten aller Beteiligten gelang. Anfang Oktober konnte die Lese erfolgreich abgeschlossen werden.

Der Großeinsatz kam der erwartungsvollen Kundschaft aus Nordschleswig zugute, die die altbewährten Weine genüsslich verkosten durfte.