Leserbeitrag

„Wanderlust entlang des Gendarmpfades“

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Die Wandergruppe gemeinsam auf Tour

Hans Schmidt Petersen berichtet von der Wanderfreizeit des Sozialdienstes Nordschleswig, die im Haus Quickborn an der Flensburger Förde stattfand.

Am Anfang wurde nicht gewandert. Da wurde sich begrüßt und rekapituliert, was seit der letzten Begegnung geschehen war. Neuankömmlinge wurden in die Gemeinschaft aufgenommen und diskret ausgefragt.

Eines der schönen Dinge an der Minderheit im Allgemeinen und dem Haus Quickborn im Besonderen ist nämlich, dass man sich kennt. Das kann manchmal auch ein bisschen beklemmend sein, aber wenn die Menschen herzlich und zugewandt sind, ist es einfach nur schön.

Der erste Abend war also den Gesprächen und vereinzelten Spielen gewidmet, und manche gingen früh schlafen, weil sie einen harten Arbeitstag hinter sich hatten, und da wurde nicht gemurrt, denn im Haus Quickborn kann man tun und lassen, was man will, solange es niemandem schadet.

Stärken für den Tag beim Frühstück

Der Samstag stand die Wanderung entlang des Gendarmenpfades an. Wir fingen an seinem westlichen Anfang an und begingen die sogenannte Bergetappe bis Kollund. Das waren gut zehn Kilometer und in unserem gelinden Tempo innerhalb von drei Stunden gut zu schaffen.

Selbstverständlich wurde nicht nur gewandert, sondern es wurde auch geklönt, in immer neuen Konstellationen. Menschen rückten nach vorne oder fielen leicht zurück, und dadurch bildeten sich neue Pärchen, und die Gespräche wechselten den Inhalt, waren aber immer interessant und erbaulich.

Die Sonne schien das gesamte Wochenende hindurch, der prächtigste Altweibersommer, und das Licht war entsprechend hell, fast weiß. Es strich über das Grün der Bäume, das Braun der Erde, das Blau des Wassers, an dem Weiß der Wolken vorbei, die es auch am Himmel gab, obwohl sie die Sonne nur selten verschatteten.

Rast am Haus von Gitte

Mittags wurde im Haus gegessen, und nach einer kurzen Pause ging es weiter zum zweiten Teil, die Knochen ein wenig mürbe, die Muskeln leicht angesäuert, der Tritt aber trotzdem noch fest, von Randershof (Rønshoved) bis fast nach Rinkenis (Rinkenæs).

Dort hatte eine gute Freundin Kaffee gekocht, der zusammen mit den mitgebrachten Muffins einfach köstlich schmeckte, und so ging es bei entspanntem Geplauder zurück ins Haus, wo das Abendessen wartete und ein weiterer Abend voller Gespräche, Spiele und für den einen oder anderen vielleicht einen frühen Schlaf.

Mondaufgang am Strand

Morgens wurde noch gebadet und am späten Vormittag Yoga gemacht, zur Kräftigung und Entspannung, und als wir nach dem Mittagessen auseinandergingen, versprachen wir uns, im nächsten Jahr auf jeden Fall wiederzukommen zu einer Wanderung entlang des Gendarmenpfades.