Nachruf

Olaf Mohrdieck in memoriam: Ein Leben für den Druck und die Gemeinschaft

Veröffentlicht Geändert
Olaf (l.) und Hans Carl Wilhelm Mohrdieck im Jahre 1973 (Archivfoto)

Mit 78 Jahren verstarb Olaf Mohrdieck, der als Unternehmer und Mitglied der Apenrader Gemeinschaft über Generationen hinweg die Entwicklung der Buchdruckerei maßgeblich mitgestaltete.

Im Alter von 78 Jahren ist Olaf Mohrdieck, Apenrade (Aabenraa), nach zunehmender Krankheit gestorben.

Als er 1946 geboren wurde, hatten sein Vater Hans Carl Wilhelm Mohrdieck und sein Onkel Asmus Schultz im Vorjahr den Schreibwarenhandel in der Apenrader Fußgängerzone mit dazugehöriger Buchdruckerei von William Boje gekauft.

Onkel Asmus führte den Schreibwarenladen, während Olaf Mohrdiecks Vater die Buchdruckerei übernahm. Hans Carl Wilhelm Mohrdieck hatte beim damaligen „Apenrader Tageblatt“ das Druckerhandwerk gelernt und arbeitete später als Geselle bei Boje.

Mit anderen Worten: Olaf Mohrdieck ist mit Druckerschwärze groß geworden.

Kein Wunder also, dass er im Alter von 20 Jahren in den Betrieb des Vaters einstieg. Das war 1966.

Neues Domizil

Als die 120 Quadratmeter große Druckerei mitten in der Fußgängerzone nicht mehr ausreichte, ließ „Mohrdieck Tryk“ 1973 einen Neubau am Straßenzug Lille Kolstrup errichten. Neue und größere Druckmaschinen wurden gekauft. Der Umsatz mit Werbedrucken, Büchern und Geschäftsdrucksachen stieg deutlich an.

Nach dem Tod seines Vaters übernahm Olaf Mohrdieck 1984 die Geschäftsleitung. Inzwischen ist die nächste Generation Mohrdieck am Ruder.

1999 kehrte Sohn Hans, nachdem dieser das Druckhandwerk von der Pike auf gelernt und einige Zeit bei einer großen Druck- und Grafikfirma in Odense gearbeitet hatte, in seine Heimatstadt zurück und stieg in den Familienbetrieb ein. Ein gleitender Generationswechsel wurde begonnen; dieser war 2006 vollzogen. In Olaf Mohrdiecks Anfangsjahren war der Druck noch handwerklich geprägt. Heute übernehmen bei „Mohrdieck Tryk“ leistungsstarke Offsetmaschinen die Arbeit in kürzester Zeit und ermöglichen eine präzise und effiziente Produktion.

Sohn Hans kam 1999 in die Firma. 2007 gab Vater Olaf (r.) die Leitung komplett an die nächste Mohrdieck-Generation ab. (Archivfoto)

Bescheidener König

Olaf Mohrdieck hielt sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück. Dennoch nahm er vor einigen Jahren mit Stolz die Ehrenmitgliedschaft der Apenrader Schützengilde an, der er über 40 Jahre angehörte. Der Höhepunkt war sicherlich der Königstitel im Jahr 1987. Seine Treffsicherheit bestätigte er sechs Jahre später mit dem Gewinn des Kronprinzentitels.

Seine Verbundenheit mit der deutschen Minderheit kam unter anderem durch sein jahrelanges Engagement im Vorstand des Bürgervereins Apenrade zum Ausdruck.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand widmete sich Olaf Mohrdieck verstärkt seinem Sommerhaus auf Röm (Rømø) und seiner Leidenschaft für das Golfspielen. Als seine Frau Birgith an Alzheimer erkrankte, stellte er seine eigenen Interessen zurück, um ihr in dieser schweren Zeit beizustehen. Sie verstarb im Jahr 2021 im Alter von 74 Jahren. In der Ehe ist neben dem erwähnten Sohn Hans auch die Tochter Marianne hervorgegangen, die auf der Insel Tåsinge bei Svendborg lebt. Sie ist ausgebildete Krankenschwester und in einem Ärztehaus auf Südfünen tätig.

Die letzten Jahre

In den letzten Jahren wurde auch der Verstorbene von gesundheitlichen Problemen geplagt, die ihn zunehmend beeinträchtigten.

Die Beisetzung findet am Mittwoch, 19. März, ab 12 Uhr von der Nicolaikirche statt. Anstelle von Blumen oder Kränzen wird um eine Spende für den dänischen Herzverein „Hjerteforeningen“ (Bankleitzahl: 4183, Kontonummer: 10597080 oder MobilePay 488860, Kennwort jeweils: „Olaf Mohrdieck“) gebeten.