Veranstaltungstipp

Briefmarkensammler Jürgen Drexel ist am Großtauschtag in Rothenkrug auf Mücken-Jagd

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Der Apenrader Jürgen Drexel freut sich schon auf die Fachsimpelei mit Gleichgesinnten aus Dänemark und Deutschland bei einer Sammlermesse in Rothenkrug.

Im Kampf gegen die Malaria-Epidemie wurden in den 1960er-Jahren weltweit spezielle Briefmarken und Stempel herausgegeben, um die Bevölkerung auf die Gefahren der Infektionskrankheit hinzuweisen. Drexels Sammlung ist fast komplett. Auch wenn er keine große Hoffnung hat, dass er bei der Tausch- und Verkaufsmesse am 26. Januar die letzten Lücken füllen kann, lohnt sich der Besuch der Rødekrohalle für ihn auf jeden Fall.

Jürgen Drexel freut sich auf den 26. Januar. An diesem Tag findet in der Rødekrohalle in Rothenkrug wieder eine große Sammlerbörse mit Briefmarken, Ansichtskarten und Münzen statt. Veranstalter sind die Briefmarkenvereine von Sonderburg (Sønderborg), Hadersleben (Haderslev) und Apenrade. Letzterem gehört der 81-jährige Apenrader schon seit vielen Jahrzehnten an.

Sein Interesse für Briefmarken wurde schon als Jugendlicher geweckt. Als junger Erwachsener waren andere Dinge wichtiger. „Durch meinen ersten Schwiegervater wurde ich dann Mitglied des damaligen ,Aabenraa Filatelistklub‘“, erzählt Jürgen Drexel. Heute heißt der Verein zwar „Aabenraa Frimærke Klub“, aber die Leidenschaft ist geblieben.

Schwerpunkte verändern sich

Auf diese Seite in seinen Briefmarkenalben ist Jürgen Drexel besonders stolz. Er hat zwei Briefmarken (obere Reihe) aus Guinea, bei denen die Mücke bei einer Charge versehentlich auf dem Kopf gedruckt wurde. Und bei den beiden orangefarbenen Briefmarken darunter fehlt die Trennung in der Mitte. Allerdings stehen die Mücken diesmal richtig.

Im Laufe der Jahrzehnte haben sich seine Sammel-Schwerpunkte mehrfach geändert. Im Moment ist er leidenschaftlich auf Mücken-Jagd. Er sammelt nämlich sogenannte Malaria-Marken und -Stempel.

„Die Weltgesundheitsorganisation hatte in den 1960er-Jahren weltweit der Malaria den Kampf angesagt und forderte zum Impfen auf. Viele Länder beteiligten sich mit der Herausgabe von Briefmarken an dem Anti-Malaria-Programm. Andere Nationen gaben keine eigenen Briefmarken heraus, aber machten – wie Dänemark – mit Sonderstempeln auf die Gesundheitskampagne aufmerksam“, erzählt Jürgen Drexel.

Wenn er einen neuen Sammel-Schwerpunkt setzt, dann sammelt er nicht nur Briefmarken und -stempel, sondern holt auch Informationen zum Thema ein. „Ich halte es zum Beispiel für interessant, dass die damalige DDR Briefmarken zur WHO-Kampagne herausgab, die Bundesrepublik Deutschland aber nicht“, sagt der 81-Jährige.

Epidemie auf Lolland und Falster

Die Lupe ist für Briefmarkensammler wie Jürgen Drexel unverzichtbar. Sein Exemplar ist sogar mit Beleuchtung.

Spannend findet er auch, dass Malaria offenbar nicht nur in tropischen Ländern ein Gesundheitsproblem darstellte. „Ich wusste zum Beispiel vorher nicht, dass die Krankheit Mitte des 19. Jahrhunderts auf Lolland-Falster viele Menschen dahinraffte“, erzählt Drexel. Wie das Virus nach Dänemark gelangt ist und warum es sich ausgerechnet in dem Raum ausbreitete, dafür hat er bislang noch keine eindeutige Erklärung gefunden.

Seine Malaria-Marken-Sammlung ist fast komplett, aber einige weiße Flecken enthalten seine Alben dennoch. „Ich glaube zwar kaum, dass ich in Rothenkrug diese fehlenden Marken und Stempel auf einem der Stände finden werde, dazu ist die Malaria-Kampagne dann doch zu speziell. Aber es kann ja nicht schaden, dennoch danach zu gucken“, sagt er.

Fachsimpelei mit Gleichgesinnten

Dänemark gab keine Malaria-Marken heraus. Allerdings wurde die Kampagne mit besonderen Stempeln unterstützt. Jürgen Drexel fehlen eigentlich nur noch die Stempel von drei Kopenhagener Poststellen, dann wäre seine Dänemark-Sammlung komplett.

Drexel freut sich zudem darauf, sich mit anderen Menschen persönlich austauschen zu können, die ähnlich ticken wie er. Durch seine Zweisprachigkeit hat er den Vorteil, dass er sowohl mit dänischen Besuchenden als auch mit Gästen aus Schleswig-Holstein fachsimpeln kann.

Die nordschleswigweite Tausch- und Verkaufsmesse wurde im vergangenen Jahr zum ersten Mal veranstaltet und war da schon ein großer Erfolg. In diesem Jahr wird die Veranstaltung noch größer werden. 55 Verkaufsstände mit 119 Verkaufstischen von 1,80 Metern Länge sind reserviert worden.

Sammlerinnen und Sammler können zudem an vielen kleineren Tauschtischen miteinander ins Gespräch kommen oder tauschen. Wer möchte, kann einzelne Sammlerstücke oder auch ganze Sammlungen von Experten schätzen lassen. Dieses Angebot ist genau wie der Eintritt gratis.

Tausch- und Verkaufsmesse in Rothenkrug

Die Tausch- und Verkaufsmesse mit Briefmarken, Ansichtskarten und Münzen findet am Sonntag, 26. Januar, von 9.30 bis 15 Uhr in der Rødekrohalle, Østergade 40B in Rothenkrug statt. Der Eintritt ist frei. Der Parkplatz ist gebührenfrei. Speisen und Getränke können gekauft werden. Gemeinsame Veranstalter sind die Briefmarkenvereine von Sonderburg, Hadersleben und Apenrade.