Kommunalwahl 2025

Venstre-Politikerin Ellen Trane Nørby verlässt die Politik in Sonderburg

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Ellen Trane Nørby als Rednerin auf dem Deutschen Tag 2022. Seit Januar 2022 war sie als Stadtratspolitikerin und zweite Vizebürgermeisterin im Sonderburger Kommunalparlament aktiv.

Sechs Wochen vor der Kommunalwahl zieht sich Ellen Trane Nørby (V) aus der Sonderburger Stadtratspolitik zurück. Die frühere Ministerin und Venstre-Bürgermeisterkandidatin steht nicht mehr auf der endgültigen Wahlliste.

Venstres frühere Bürgermeisterkandidatin bei der Kommunalwahl 2021, Ellen Trane Nørby (V), kündigt ihren Rückzug aus der Politik an. Das schreibt die Onlinezeitung JV.dk.

Sie tritt demnach bei der Kommunalwahl am 18. November nicht erneut an. Noch im Februar hatte sie sich bei der Aufstellungsversammlung der Partei einen Platz auf der Kandidatenliste gesichert und war dort als Nummer fünf aufgeführt. Nun, knapp sechs Wochen vor der Wahl, hat sie sich entschieden, ihre politische Laufbahn zu beenden. Auf der endgültigen Kandidatenliste, die Venstre eingereicht hat, erscheint ihr Name nicht mehr.

„Ich war mehr als 20 Jahre lang gewählt und habe aktiv für die Interessen des Sonderburger Gebietes gekämpft. Bei dieser Wahl übernehme ich jedoch eine unterstützende Rolle für das starke Kandidatenteam von Venstre und für Jimmy Simonsen als Bürgermeisterkandidaten. Die Entscheidung, nicht erneut anzutreten, fiel mir nicht leicht, aber ich brauche mehr Zeit sowohl für meine Arbeit als auch für meine Familie“, erklärt Ellen Trane Nørby in einer Pressemitteilung an JV.dk.

Die Politikerin war in mehreren Regierungen Ministerin, bevor sie als Venstres Bürgermeisterkandidatin in Sonderburg antrat. Bei der Kommunalwahl 2021 führte sie die Partei von sieben auf elf Mandate, konnte aber dennoch nicht das Bürgermeisteramt übernehmen. Auch aus der Landespolitik hatte sie sich bereits zuvor zurückgezogen.

Ellen Trane Nørby im Sonderburger Stadtrat

Ihr Rückzug in Sonderburg vollzieht sich schrittweise. Zunächst gab sie im Februar 2025 ihre Kandidatur für das Bürgermeisteramt auf. Im März übernahm sie den Vorsitz des Aufsichtsrats der Sydbank. Wenige Monate später legte sie ihr Mandat im Wirtschaftsausschuss nieder, nachdem die Sonfor-Sache öffentliche Aufmerksamkeit erlangt hatte. Nun beendet sie ihre politische Tätigkeit endgültig, indem sie nicht mehr zur Wahl antritt.

Unmut von Fernwärmekundinnen und -kunden

In der Sonfor-Sache geht es um den Unmut von Fernwärmekundinnen und -kunden auf Nordalsen (Nordals), die aufgrund stark gestiegener Preise ihr Vertrauen verloren haben. Viele fühlten sich vom Versorger Sonfor getäuscht, dessen Aufsichtsratsvorsitzende Ellen Trane Nørby ist.

Jesper Axelsen, Vorsitzender der Venstre-Kommunalvereinigung, bedauert gegenüber JV.dk den Rückzug. „Das ist sehr schade, denn sie ist eine große Kapazität für Venstre. Sie ist eine Stimmenfängerin und hätte auch nach der Wahl ihr Mandat niederlegen können, nachdem sie viele Stimmen für die Partei gesammelt hätte“, sagt er.

Axelsen verweist jedoch darauf, dass dies zu Enttäuschung bei den Wählerinnen und Wählern hätte führen können: „Dann hätten vielleicht 2.000 unzufriedene Menschen dagestanden, die ihr Kreuz bei ihr gemacht haben und sich betrogen gefühlt hätten. Deshalb müssen wir jetzt enger zusammenrücken.“