Deutsch-Dänisch

Kulturklang: Wenn Lehrkräfte die Komfortzone verlassen

„KlangKunst-Ensemble" feiert am Donnerstag im Rahmen des Jazzfestivals seine Premiere im StreetDome.

Es soll kein braves Vorspiel sein: Beim Jazzfestival in Hadersleben bringt das neue Klangkunst-Ensemble Lehrkräfte aus der Grenzregion zusammen – und will Musik in neue Formen gießen.

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Zusammenfassung

  • Beim Jazzfestival in Hadersleben startet am 5. März das dreijährige Klangkunst-Projekt mit einem Ensemble von Lehrkräften aus sieben Musikschulen der deutsch-dänischen Grenzregion.
  • Im StreetDome werden elektronische Klänge, Jazz, Improvisation und programmierte Elemente experimentell kombiniert, ohne feste Genregrenzen und mit viel Freiraum.
  • Nach der Formierungs- und Probephase plant das Ensemble eine Tournee, bevor im dritten Jahr auch Musikschülerinnen und -schüler in die Klangexperimente einbezogen werden.

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Am Donnerstag, 5. März, geht es los – mit dem Haderslebener Jazzfestival. Die Kulisse ist der Skaterpark StreetDome am Hafen. Lehrkräfte aus sieben Musikschulen in der deutsch-dänischen Grenzregion schicken sich an, musikalisch neue Wege zu gehen. „Klangkunst“, so heißt das Vorhaben, das im Rahmen des Jazzevents zu hören und zu sehen sein wird.

Projektleiter ist Samuel Beutler von der Musikschule in Hadersleben (Haderslev). Auch wenn das Jazzfestival der Domstadt der Auftakt von „Klangkunst“ ist: Für Beutler ist es mehr als ein einziger Festivalabend. Er versteht den Auftritt beim Jazzfestival als Startschuss – nicht als Abschluss. „Ich möchte dieses neue Projekt bekannt machen.“

Neue Wege – neue Experimente

Bislang trafen sich die Musikschulen vor allem zu großen, gemeinsamen Veranstaltungen. Das hat Tradition. „Im Vorjahr haben wir das politische Signal bekommen, Spielraum für neue Formen zu schaffen“, so der Projektleiter.

Hadersleben und Flensburg (Flensborg) übernahmen die Federführung. Gemeinsam mit seinem Flensburger Kollegen entwickelte der Wahl-Haderslebener mit deutschen Wurzeln gleich mehrere Ideen. Die Musikschulen entschieden sich schließlich für ein Experiment: ein Ensemble aus Lehrkräften. Drei deutsche, vier dänische Schulen wirken mit.

Klangkunst ohne Geländer

Was erwartet das Publikum? Keine Stil-Schublade. Keine klare Genregrenze. „Es geht wirklich um Klangkunst – jenseits der konventionellen Spielmethoden“, verrät Samuel Beutler. Genau darin liege die Stärke: „Das Konzept ist so, dass es den größtmöglichen Freiraum bietet.“

Am vergangenen Wochenende traf sich das Ensemble zur Generalprobe.

Grenzüberschreitendes Team

  • Der Musiker Jan Langballe Jørgensen ist Organisator von Heavymetal-Konzerten. Überdies arbeitet er ehrenamtlich im Kulturhaus SG25 in der Haderslebener Altstadt. 
  • Samuel Beutler ist Jazzpianist und Klavierlehrer an der Musikschule Hadersleben. Er ist verantwortlich für das „Verdensmusik-Ensemble" und das „KlangKunst-Ensemble" im Rahmen von Kulturklang. 
  • Felix Warnecke ist Leiter der Musikschule Flensburg, Jazz-Trompeter und wirkt ebenfalls an dem grenzüberschreitenden Kulturklang mit.
  • Informationen zum Programm des Haderslebener Jazzfestivals sind auf der Webseite der Haderslebener Bibliotheken abrufbar.

Und das soll sich dann so anhören: Elektronische Klänge mischen sich mit Jazz, Improvisation trifft auf programmierte Elemente, Mischpult auf Instrument. Wer bei „experimentell“ an ein wirres Durcheinander denkt, liegt laut Beutler falsch. „Es ist wirklich sehr offen“, betont er – offen für Überraschungen, für Dialoge, für Klangräume, die noch nicht im Lehrbuch stehen.

Drei Jahre, ein Plan

Das Projekt läuft drei Jahre. Im ersten Jahr formiert sich das Ensemble und probt. Im zweiten Jahr plant die Gruppe eine Tournee durch die beteiligten Musikschulen der Grenzregion. Auch Musikschülerinnen und -schüler sollen im dritten Jahr mitmischen.

Der StreetDome wird damit am kommenden Donnerstag ab 20 Uhr zum Lackmustest: für neue Klänge, für neue Kooperationen – und für die Frage, wie Musikschulen klingen, wenn ihre Lehrkräfte die Komfortzone verlassen.