Radfahren

Gefahr: Deshalb misst eine Nordfriesin bei Schlaglöchern genau nach

Rita Mücke ist mit ihrem Fahrrad in Niebüll zum Einkaufen unterwegs - auch schwere Wasserkästen sind für sie kein Problem.

Radwege in Niebüll sind für sie zur täglichen Herausforderung geworden: Eine Frau aus Risum-Lindholm ist auf ihr Fahrrad angewiesen, doch tiefe Schlaglöcher machen jede Fahrt zum Risiko. Deshalb dokumentiert sie die Missstände mit dem Zollstock. 

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Zusammenfassung

  • Eine Radfahrerin aus Risum-Lindholm dokumentiert gefährliche Straßenschäden zwischen Risum und Niebüll mit dem Zollstock.
  • Vor allem am Bahnübergang Osterweg und in der Uhlebüller Straße stellen tiefe Schlaglöcher und rücksichtsloser Autoverkehr ein hohes Unfallrisiko dar.
  • Die Stadt Niebüll verweist auf laufende Ausbesserungen mit Kalt- und später Heißasphalt, während die Radfahrerin eine radverkehrsgerechte Planung fordert.

Diese Infobox wurde mithilfe von KI generiert und von der Redaktion geprüft.

Seit 2018 lebt Rita Mücke in Nordfriesland. Ein Auto? Kann sie sich nicht leisten. Will sie auch gar nicht, denn ihr Fahrrad ist ihr treuer Begleiter. Doch ihre Treue wird auf eine harte Probe gestellt. Wer wie sie mehrmals täglich die Strecke zwischen Risum und Niebüll bewältigt, braucht starke Nerven und ein waches Auge. In den Jahren 2024 und 2025 reichte ihr das bloße Schimpfen nicht mehr: Sie bewaffnete sich mit einem Zollstock und hielt fest, was viele Radfahrer im Alltag lieber ignorieren, um nicht die Laune zu verlieren.

Gefahr für Radfahrer: Wenn der kaputte Asphalt zur Falle wird

Besonders brenzlig wird es am Bahnübergang am Osterweg. Dort, wo Schienen und Straße aufeinandertreffen, klaffen Löcher im Boden, die eine ernsthafte Gefahr für Leib und Leben darstellen. „Ich habe dort Stellen gemessen, die seit 2022 rund 20 Zentimeter tief sind“, berichtet Mücke kopfschüttelnd. Für jemanden auf zwei schmalen Reifen ist das kein bloßes Ärgernis, sondern ein Sturzrisiko, das im schlimmsten Fall unter einem Autoreifen endet.

Auch die Uhlebüller Straße ist in ihren Augen mittlerweile schlichtweg eine Zumutung für jeden, der dort in die Pedale tritt. Es ist diese Kombination aus tiefen Kratern und dem Gefühl, als Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse behandelt zu werden, die Mücke zur Dokumentation trieb.

Ärger im Straßenverkehr: Radfahrer gegen Autofahrer

Doch es ist nicht nur der marode Zustand des Untergrunds, der Mücke umtreibt. Es ist das Miteinander – oder vielmehr das Gegeneinander – auf dem Asphalt. Ob abknickende Vorfahrt, das korrekte Blinken im Kreisverkehr oder der schlichte Sicherheitsabstand beim Überholen: Die Regeln scheinen für viele Autofahrer nur Empfehlungen zu sein. Besonders eng wird es im Osterweg und im Mittelfangweg. Wenn dort Fahrzeuge die Fahrbahn zuparken, weichen Autofahrer auf die Gegenfahrbahn aus – oft genau in dem Moment, in dem ein Radfahrer entgegenkommt. „Auf uns Radfahrer wird einfach zu wenig Rücksicht genommen“, beklagt sie die Situation.

Wann werden die Straßenschäden in Niebüll behoben?

Wir haben bei der Stadt Niebüll nachgefragt, wann mit einer Reparatur der Straßenschäden zu rechnen ist. „Der Bauhof ist regelmäßig im gesamten Stadtgebiet unterwegs und verfüllt größere Schadstellen kurzfristig mit Kaltasphalt“, heißt es vonseiten der Pressestelle. Die Arbeiten würden zeitnah erfolgen, sobald entsprechende Schäden festgestellt würden. „Eine dauerhafte Instandsetzung erfolgt, sobald die Temperaturen es zulassen und Heißasphalt zur Verfügung steht. Dann wird die Jahresvertragsfirma der Stadt Niebüll tätig“, so die Stadt weiter.

Straßenschäden werden zügig bei den zuständigen Stellen gemeldet

Laut Stadt Niebüll hätten Schäden, an denen Gefahr im Verzug besteht, oberste Priorität. Sie werden sofort an die zuständige Stelle – beispielsweise den LBV oder die Straßenmeisterei – weitergegeben. Gegebenenfalls erfolge zusätzlich eine Absicherung der Gefahrenstelle. „Kleinere Schäden werden fortlaufend im Rahmen der regulären Straßenunterhaltung abgearbeitet“, so die Stadt.

Generell gelte, dass Straßenschäden immer zeitnah erfasst werden und, sobald es wieder Asphalt gibt und die Temperaturen dies zulassen, diese von der durch die Stadt Niebüll beauftragten Firma entsprechend ausgebessert werden.

Rita Mücke hat ihre Aufzeichnungen gemacht, um Gehör zu finden und den Finger in die Wunde zu legen. Sie fordert eine Verkehrsplanung, die nicht nur am Schreibtisch stattfindet, sondern die Realität draußen auf dem Radweg kennt. Sie stellt eine Frage, die wohl vielen Pendlern aus der Seele spricht: „Fahren die Verantwortlichen der Stadt in Niebüll eigentlich selbst mit dem Fahrrad? Dann wüssten sie, wie schwer es Radlern hier gemacht wird und wie gefährlich das Radfahren ist.“