Deutsche Minderheit

Faustball: Dänische Meisterschaft auf dem Knivsberg

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Faustball
Auf dem Knivsberg wurde am Sonntag um den Titel „Dänischer Meister 2021“ gekämpft.

Alter Sport mit neuem Schwung: In Nordschleswig haben Kinder und Jugendliche um nichts weniger als den dänischen Meistertitel gespielt.

Am Sonntag haben sich auf dem Knivsberg nördlich von Apenrade (Aabenraa) um die 80 Kinder und Jugendliche versammelt, um auszuloten, wer sich fortan „Dänischer Faustball-Meister 2021“ in seiner Altersklasse nennen darf.

„Das ist etwas Besonderes, weil es die erste dänische Meisterschaft im Jugendbereich ist, die wir jemals hatten“, sagt Thore Naujeck, Koordinator beim Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN) und Vizechef beim Team Nordschleswig, das auch die dänischen Nationalmannschaften im Faustball stellt. Einer Sportart, die in Dänemark bisher ausschließlich von Vereinen innerhalb der deutschen Minderheit angeboten wird.

Grenzüberschreitendes Turnier

Thore Naujeck
Thore Naujeck betreute wie viele Nationalspieler seine eigenen Teams.

„Wir freuen uns, dass wir so viele Mannschaften hier haben und es ist auch deshalb besonders, weil es grenzüberschreitend ist. Es sind auch drei Mannschaften aus Deutschland hier. Die können natürlich nicht dänische Meister werden, aber sie spielen mit“, sagt Naujeck.

Er erklärt: „Es ist tatsächlich eine offizielle dänische Meisterschaft. Wir wissen ja alle, dass wir im Aufbau sind, aber es gibt schon wirklich einen Kampf um die Plätze. Bei den U13-Jungs haben wir jetzt sechs Mannschaften, und man sieht auch an den Kindern, dass es da um was geht, die wollen wirklich gewinnen.“

Ehrgeiz und Zusammenhalt

Faustball
Der Zusammenhalt wurde großgeschrieben – auch bei Naujecks Mädchen-Team

Noch steckt der Faustball in Nordschleswig im wahrsten Sinne des Wortes in den Kinderschuhen. Zwar gibt es eine lange Tradition, dass aber allenthalben Kinder- und Jugendteams aus dem Boden sprießen, ist ein neuer Trend. Befeuert wird er von den ehrgeizigen Spielerinnen und Spielern der Nationalmannschaften, berichtet Naujeck.

„Die Trainer sind die, die auch in der Nationalmannschaft, also im Team Nordschleswig, spielen. Jeder hat sofort auch eine eigene Mannschaft zum Trainieren übernommen. Heute sind wir ungefähr zehn Freiwillige.“

Wie alles in Nordschleswig ist also auch die Faustballwelt (noch) überschaubar. Doch, sagt Naujeck: „Es ist schön, diesen Zusammenhalt zu haben. Und dann gibt es auch einen internen Konkurrenzkampf, welche Kinder gewinnen, das spornt uns auch an, da will man als Trainer natürlich auch gerne gewinnen.“

Eltern erleben Tradition mit „Energie“

„Es gibt auch ein Mädchenturnier und ich freue mich, dass wir, wo ich trainiere in Gravenstein, auch eine Mädchenmannschaft haben. Und es sieht sogar so aus, dass wir gewinnen können“, sagt Naujeck am Rande eines Spieles seines Teams.

Auch der Besuch aus Schleswig-Holstein gab alles.

„Das ganze Projekt, dieses Zusammenkommen, ist auch für die Eltern hier schön, die sehen, dass das nicht altbacken ist, sondern dass da wirklich wieder Energie drin ist und dass die Leute das wirklich leben“, so Naujeck.

Nicht nur die neuen (und ersten) dänischen Meisterinnen und Meister im Faustball wurden am Ende des Turniers gekürt – auch Spielerin und Spieler des Turniers wurden ausgezeichnet. „Die Trainer setzen sich zusammen, um zu würdigen, dass manche wirklich einen riesigen Einsatz leisten“, verrät Naujeck. Als Belohnung gibt es jeweils ein T-Shirt, einen Faustball und einen kleinen Präsentkorb.

Die Ergebnisse

Mädchen

Jungen

U13U15Spielerin des Turniers
Spieler des Turniers

Weitere Fotos vom Tage:

Volle Konzentration bei der Angabe
Wie der Name schon sagt: Beim Faustball darf der Ball nur mit der zur Faust geballten Hand, nicht mit den Fingern, gespielt werden. Für Abspiele in der eigenen Hälfte dürfen auch die inneren Unterarme benutzt werden.
Faustball
Thore Naujeck beim Coaching
In den Spielpausen erfanden die Gäste aus Wiemersdorf einfach eine neue Ballsportart.
Jede Menge los auf dem Knivsberg am Sonntag