Deutsche Minderheit

Fast wie in alten Zeiten: So war das Comeback des Schluxifests

Veröffentlicht Geändert
Auf dem hinteren Gelände der Deutschen Schule Tingleff fand nach längerer Pause wieder ein Schluxifest für Groß und Klein statt.

Der Tag der Begegnung und des Spielens der deutschen Einrichtungen und Vereine aus Tingleff und Umgebung ist zurückgekehrt. Wenn auch der ganz große Ansturm beim Schluxifest 2.0 ausblieb, zeigten sich viele erfreut, dass das Miteinander wieder auf die Beine gestellt wurde. Dazu gehört das Pastorenpaar Cramer.

„Ich finde es toll, dass es wieder stattfindet und man die Leute trifft. Es hat mir gefehlt“, sagt Astrid Cramer, Pastorin des Pfarrbezirks Tingleff.

Ehemann und Pastorenkollege Ole zeigte sich ebenfalls angetan. Das Schluxifest sei nicht nur eine gute Gelegenheit, auf die Nordschleswigsche Gemeinde und den Pfarrbezirk aufmerksam zu machen. Man treffe kommende und ehemalige Konfirmandinnen und Konfirmanden „und auch Eltern und Großeltern. Es ist ein schöner Austausch“, so Ole Cramer.

Nach einigen Jahren Pause feierte das Gemeinschaftsfest der deutschen Institutionen und Vereine unter dem Namen Schluxifest (abgeleitet vom alten Gebietsnamen „Schluxharde“) auf dem Gelände vor der Schule und vor der Sporthalle ein Comeback. Mittendrin unter anderem der Pfarrbezirk.

Freuten sich über das wieder eingeführte Schluxifest: Astrid Cramer, Frauke Lorenzen und Ole Cramer (v. l.) vom Pfarrbezirk Tingleff der Nordschleswigschen Gemeinde.

Symbolträchtiges Zielwerfen

Das Pastorenpaar und Kirchenälteste Frauke Lorenzen luden am Stand zum Zielwerfen ein. Statt Bälle ging es darum, Stoff-Fische – in Anlehnung an das Symbol des christlichen Glaubens – in einen Korb zu werfen.

So manchem gelang ein Treffer, was umgehend mit einem Preis belohnt wurde. Ein Besuch des Aktivitätsstandes war letztlich für alle ein Gewinn – unabhängig von der Trefferquote. „Wer den Korb verfehlt, bekommt einen Trostpreis“, so Astrid Cramer am Rande des Treibens.

Die Freude an der Wiederkehr des Schluxifests mit verschiedenen Aktivitäten und Wettbewerben war bei vielen spürbar.

Wer trifft den Korb? Zielwerfen am Stand des Pfarrbezirks Tingleff

Die Mitmachlust war groß – nicht nur bei den Kindern und Jugendlichen. Auch so manche Eltern und Großeltern spielten und wetteiferten auf dem Gelände.

Ob Schubkarren-Rennen, Rätseln, Unokarten-Wettrennen, Zielwerfen, Torwandschießen, Tischtennis in der Aula oder süßer Ertrag an der Schaumkuss-Wurfmaschine des „Nordschleswigers“: Die verschiedenen Mitmachaktionen fanden immer wieder Teilnehmende.

Spektakuläre Szenen vor der Sporthalle

Hannah Dobiaschowski vom „Nordschleswiger" hatte sich mit einer süßen Aktivität in Position gebracht: mit einer Schaumkuss-Wurfmaschine.
Das Schubkarrenrennen war eine große Gaudi.
Wo befindet sich das vergrößerte Puzzleteil auf dem Puzzle? Diese Aufgabe stellten Tingleffs Büchereileiterin Mareike Poté (Mitte) und Mitarbeiterin Anja Fritsche den Schluxifestbesucherinnen und -besuchern.

Bei den älteren Kindern waren vor allem die Bumperballs beliebt. Die elastischen Riesenbälle hatte BDN-Ortsvereinsvorsitzende Betty Weinschenck für den Tag geordert.

„Wir fanden, sie könnten eine spannende Ergänzung zu den Aktivitäten sein“, so die Ortsvereinsvorsitzende. Das sollte sich bestätigen.

Mit teilweise spektakulären Bewegungen und Karambolagen tobten sich die Jungen und Mädchen so richtig aus.

Die überdimensionalen Bumperballs waren bei den Kindern wieder sehr beliebt.

Ein Blickfang war einmal mehr das Käfer-Wohnwagengespann der Schleswigschen Partei. Zwei Monate vor den Kommunalwahlen präsentierten sich die Partei und örtliche Kandidatinnen und Kandidaten.

Noch mehr Werbung machen

Sehr präsent beim Schluxifest war unter anderem die Schleswigsche Partei. Etliche Kandidatinnen und Kandidaten zur bevorstehenden Kommunalwahl waren dabei.

Den einen oder anderen Gast mehr hätte dem wieder eingeführten Treiben gutgetan. Der ganz große Ansturm blieb trotz eines ansprechenden Wetters aus.

Nach längerer Zeit ohne Schluxifest haben Familien das Miteinander offenbar noch nicht so auf dem Plan, so die Einschätzung von Bjørn Drube, stellvertretender Leiter der gastgebenden und koordinierenden deutschen Schule. „Das muss sich erst wieder einspielen.“

Zweitklässler Ebbe versucht sich an der großen Torwand.

Im nächsten Jahr soll es wieder ein Schluxifest geben. Dafür gelte es dann, noch mehr die Werbetrommel zu rühren, damit sich noch viel mehr den Tag vormerken.