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Ebba Aaen gesunken: „Ein trauriger Tag“

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Nur noch die beiden Masten ragen aus dem Wasser des Nyhavns.

Viele kennen den Haikutter, auf dem Nis-Edwin List-Petersen Ausflugstouren angeboten hat. Am Dienstagmorgen bekam er den Anruf, dass das Schiff gesunken sei. Eine Ursache konnte bisher nicht gefunden werden, heißt es vom Einsatzleiter.

„Ein trauriger Tag“, sagt Nis-Edwin List-Petersen. Am Morgen hatte er die Nachricht erhalten, dass die „Ebba Aaen“ gesunken ist. Unerklärlich für ihn, denn „das Schiff war trocken, es gibt mehrere Pumpen an Bord und am Abend zuvor wurde es noch kontrolliert“, berichtet er.

Die „Ebba Aaen“, ein historischer Haikutter, liegt im Apenrader Nyhavn am Kai. Von dort starteten viele kleine Touren auf die Apenrader Förde. Viele Ortsvereine der Minderheit nutzten unter anderem das Angebot des Fördervereins, der „Haikuttergilde Ebba Aaen von Apenrade“, ein paar Stunden auf dem historischen Schiff über das Wasser zu segeln.

Nis-Edwin List-Petersen (l.) bei einer der jüngsten Fahrten mit der Ebba Aaen

Keine Erklärung für das Unglück

Im Vordergrund ist die schwimmende Barriere zu erkennen, die die Bereitschaft im Wasser ausgelegt hat, um zu verhindern, dass sich der Kraftstoff im Hafenbecken ausbreitet.

Auch Dirk Nettingsmeyer, der sich um das Schiff kümmert, hat keine Erklärung für das Unglück. „Ich war noch gestern an Bord, da war alles in Ordnung“, sagt er.

Einsatzleiter Christian Hildebrandt von der Bereitschaft für Nordschleswig (Beredskab – Brand og Redning Sønderjylland) kann sich zur Unglücksursache noch nicht äußern. Um 8.35 Uhr wurde die Bereitschaft informiert.

Hildebrandt ist derzeit mit Spezialisten damit beschäftigt, die austretenden Kraftstoffe und Öle einzudämmen. „Wir haben eine schwimmende Sperre auf dem Wasser ausgelegt, damit sich der Dieselkraftstoff nicht weiter ausbreitet. Diese Sperre saugt zudem den Kraftstoff gleich auf“, erklärt er.

Er berichtet, dass Überwachungskameras des Hafens bis zum Sonnenuntergang am Tag zuvor keine Veränderungen an der „Ebba Aaen“ aufgenommen hätten. „Es muss demnach etwas in der Nacht passiert sein“, schlussfolgert er.

Nur noch die Masten ragen aus dem Wasser.

Diesen Gedanken teilt Nis-Edwin List-Petersen. „Ich habe mit einem Bekannten telefoniert, der erzählte, dass es in der Nacht wohl ordentlich geregnet habe. Es könnte damit zu tun haben“, vermutet er.

Jetzt kommt es auf die Versicherung des Schiffes an: „Wir müssen abwarten, was von dort entschieden wird. Es kann sein, dass wir einen Kran zum Bergen benötigen, oder wir benutzen Ballons, um das Schiff aus dem Wasser zu holen“, berichtet Christian Hildebrandt.

Einsatzleiter Christian Hildebrandt (M., mit gelber Jacke) bespricht sich mit seinem Stab.

Eine Vertreterin oder ein Vertreter wurde am Einsatzort erwartet. „Wir wollen das Schiff natürlich so schnell wie möglich bergen“, so Hildebrandt weiter.

Wie es dann mit der „Ebba Aaen“ weitergeht, „hängt von der Versicherung ab. Wenn es ein Totalschaden ist und wir keine Unterstützung bekommen, können wir den Haikutter nicht weiter betreiben“, so List-Petersen. So weit wolle er aber noch nicht denken. „Jetzt müssen wir erstmal die Bergung abwarten.“

Erst kürzlich war „Der Nordschleswiger“ mit Nis-Edwin List-Petersen auf der Ebba Aaen unterwegs. Im Podcast „Mojn Nordschleswig“ berichtet er von seiner Leidenschaft für den historischen Haikutter. Die Folge ist hier zu hören:

Die „Ebba Aaen“ liegt schräg im Wasser.