Nordschleswig

Zuzug von Deutschen lässt Immobilienpreise klettern

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Häuser und Wohnungen in Nordschleswig sind teurer geworden.

Die Quadratmeterpreise steigen, und Immobilien werden schneller verkauft: Eine Analyse der „Jyske Bank“ zeigt, dass der ungebrochene Zuzug aus Deutschland nach Nordschleswig auch Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt hat. Ein Ökonom der Großbank hat die Lage analysiert.

Die Immobilien in den vier Kommunen Nordschleswigs sind bei deutschen Zuzüglerinnen und Zuzüglern beliebter denn je. Das ist das Ergebnis einer neuen Analyse der „Jyske Bank“, über die die Zeitung „JydskeVestkysten“ berichtet.

Mikkel Høegh, Wohnungswirtschaftler der „Jyske Bank“, hat den Wohnungsmarkt in Hadersleben (Haderslev), Sonderburg (Sønderborg), Apenrade (Aabenraa) und Tondern (Tønder) analysiert.

Positive Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt

„Die Entwicklung trägt dazu bei, den Wohnungsmarkt in den Städten Nordschleswigs anzukurbeln, die steigende Hauspreise und einen höheren Umsatz verzeichnen. Der Anteil der deutschen Einwanderer an der Bevölkerung ist immer noch gering, aber es besteht kein Zweifel daran, dass sie zu einem Preisanstieg beitragen“, schreibt er in seiner Analyse.

Er ist der Meinung, dass die Tatsache, dass Häuser auf der dänischen Seite der Grenze bei den Deutschen beliebt sind, einen großen Einfluss auf den Wohnungsmarkt in Nordschleswig hat.

Vor allem in Apenrade steigen demnach die Immobilienpreise, während Tondern in diesem Punkt etwas hinterherhinkt, so der Experte.

Quadratmeterpreise auf historischem Niveau

„In Apenrade sind die Preise mit knapp 10.000 Kronen pro Quadratmeter auf einem historisch hohen Niveau. Ein Niveau, das Apenrade sicherlich erreichen wird, wenn der Trend anhält. Auch in Sonderburg liegen die Preise bereits über 10.000 Kronen pro Quadratmeter, aber das war auch schon früher so“, schreibt Mikkel Høegh.

Er weist auch darauf hin, dass es andere Landesteile gibt, in denen es im Durchschnitt deutlich länger dauert, eine Immobilie zu verkaufen.

„In Nordschleswig dauert es derzeit etwas mehr als drei Monate, ein Haus zu verkaufen. Eine Zahl, die in der Vergangenheit viel höher war und zeitweise mehr als doppelt so hoch. Vor allem in Tondern haben sich die Verkaufszeiten deutlich verkürzt, aber der Trend ist in der gesamten Region Nordschleswig sehr deutlich“, schreibt der Wohnungswirtschaftler.

Corona-Pandemie sorgt für Zunahme

Høegh hat ebenfalls untersucht, wie viele deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger in den einzelnen Kommunen leben. Die Zuwanderung aus Deutschland nach Dänemark in den Städten Nordschleswigs ist traditionell recht stabil.

„Dieses Bild änderte sich jedoch im Jahr 2021, als die Zuwanderung deutscher Staatsbürger in Apenrade zuzunehmen begann. Ein paar Jahre später war derselbe Trend in Sonderburg zu beobachten, und auch in Tondern und in gewissem Maße in Hadersleben“, schreibt er.

In Kommunen, die weiter von der Grenze entfernt liegen, wie etwa Kolding, ist der Anstieg nicht so stark wie in den vier nordschleswigschen Kommunen.

Inzwischen mehr als 10.000 Deutsche

Die Zahlen, die die Jyske Bank untersucht hat, stammen von Danmarks Statistik. Apenrade steht an der Spitze der Liste mit den meisten deutschen Zugezogenen. In der Kommune leben insgesamt 4.306 Bürgerinnen und Bürger aus der Bundesrepublik.

Die Gesamtzahl der deutschen Staatsangehörigen in den vier Kommunen in Nordschleswig hat mittlerweile 10.000 erreicht. Im zweiten Quartal 2025 lebten in den vier Kommunen insgesamt 10.346 Einwohnerinnen und Einwohner deutscher Herkunft, so die Zahlen des Statistikamts.

Im zweiten Quartal 2021 waren es gerade einmal 6.600 Deutsche. In nur wenigen Jahren ist die Zahl in die Höhe geschnellt.

Nach der Lektüre der Analyse der Jyske Bank hat „JydskeVestkysten“ bei Danmarks Statistik Zahlen für das übrige Nordschleswig und Südjütland gefunden, und auch hier ist im selben Zeitraum keine nennenswerte Entwicklung zu verzeichnen.