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Tondern im Verkehrsplan nur bei Batteriezügen erwähnt

Tondern im Verkehrsplan nur bei Batteriezügen erwähnt

Tondern im Verkehrsplan nur bei Batteriezügen erwähnt

hee
Tondern/Tønder
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Der Tonderner Bahnhof findet sich auf der Liste der Bahnstationen, die laut Infrastrukturplan der Regierung in Kopenhagen lebendiger gestaltet werden sollen. Das historische Gebäude der „Schleswig-Holsteinischen Marschbahngesellschaft“, die 1887 die Westküstenbahnlinie Bredstedt-Tondern-Hvidding in Betrieb genommen hat, ist vor vielen Jahren denkmalschutzgerecht saniert worden, könnte aber eine weitere Renovierung und sinnvolle Nutzung gebrauchen. Der Bahnschalter ist schon vor Jahren dichtgemacht worden. Foto: Volker Heesch

Im 105-Milliarden-Programm der Regierung in Kopenhagen sind keine Straßenausbaumaßnahmen an der nordschleswigschen Westküste enthalten. Der über 125 Jahre alte Tonderner „Marschbahnhof“ zählt zu den Bahnstationen, die aufpoliert werden sollen.

Ein Blick in den von der Regierung präsentierten Infrastrukturplan mit Investitionen in Höhe von über 105 Milliarden Kronen verrät, dass die Kommune Tondern nicht zu den Bereichen zählen soll, die mit neuen Autobahnen betoniert oder mit Straßenausbauten gesegnet werden sollen.

Batteriezüge für Westküste

Allein die Eisenbahnlinie Bramming-Tondern-Niebüll taucht als eine der Strecken auf, die für den Einsatz von elektrischen Zügen mit Batterien als Energiequelle vorgesehen ist. Das ist neben weiterer Elektrifizierung von Bahnstrecken einer der Beiträge, um den Eisenbahnbetrieb klimaneutral zu machen.

Auf der Infrastrukturkarte ist für Tondern Ladetechnik für Batteriezüge eingezeichnet. Dabei ist fraglich, ob Ladetechnik bei knapp 60 Kilometer Strecke bis Bramming erforderlich ist, denn die Züge Niebüll-Tondern-Esbjerg fahren ab Bramming unter elektrischer Oberleitung, was eine Aufladung der Batterien während der Fahrt ermöglicht. Außerdem wird eine Aufladung der Zugbatterien in Niebüll möglich sein, wo die Norddeutsche Eisenbahngesellschaft (NEG), der die Strecke zwischen Tondern Grenze und Niebüll gehört, die Installation elektrischer Oberleitungen plant.

Der Schweizer Bahntechnikhersteller Stadler wird in den kommenden Jahren 55 Exemplare seines elektrischen Triebwagens mit Batterien als Energiequelle an das Land Schleswig-Holstein liefern. Die modernen Fahrzeuge können mit den sich schnell aufladenden Batterien bis zu 160 km/h schnell fahren. Dazu müsste aber die Bahn nördlich von Tondern modernisiert werden. Foto: Stadler

Nach Angaben des Bahnherstellers Stadler kann deren Batteriezug mit einer Batterieladung bis 180 Kilometer ohne „nachtanken“ emissionsfrei fahren. Der Tonderner „Marschbahnhof“, so der Name des 1887 eröffneten Hauptbahnhofes bis 1920, soll wie viele weitere Bahnhöfe in Dänemark lebendiger werden, um damit die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs zu erhöhen. Welche Investitionen vorgesehen sind, wird allerdings nicht erwähnt.

Keine Angaben zu Streckenausbau

Nicht angesprochen wird die von der NEG Niebüll vorgeschlagene Erhöhung der Reisegeschwindigkeit der Züge zwischen Tondern und Bramming von aktuell 75 km/h auf 120 Stundenkilometer im Zuge der vorgesehenen Ausrüstung der Strecke mit neuer Signaltechnik. Das könnte Tonderns Anbindung an den Fernverkehr in Bramming entscheidend verbessern und mehr Dänemark-Urlauber vom Auto in den umweltfreundlichen Zug lenken.

Von Niebüll bis zur Grenze wird die Strecke schon für Tempo 120 ausgebaut. Die vor rund zehn Jahren erneuerten Gleise nördlich von Tondern lassen höheres Tempo zu. Die Batterie-Triebwagen des Herstellers Stadler, von denen das Land Schleswig-Holstein 55 Exemplare bestellt hat, können bis zu Tempo 120 auf dafür ausgebauten Strecken fahren. In Schleswig-Holstein werden die neuen Batteriezüge bereits ab Ende 2022 eingesetzt.

Elektrozüge statt Dieselbrummer

In Dänemark sollen die Dieseltriebwagen, die in Tondern von der Gesellschaft Arriva eingesetzt werden, durch Batteriezüge ersetzt werden, wenn die Fahrzeuge aus Altersgründen ausrangiert werden müssen. Als Problem könnte sich bei grenzüberschreitendem Einsatz der Züge erweisen, dass in Dänemark und Deutschland unterschiedliche Bahnstromsysteme verwendet werden.

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Jesper Petersen
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