Wirtschaft

Hochspannungsleitung wird mit Sicherheitsnetz über Bahnstrecke montiert

Hochspannungsleitung mit Sicherheitsnetz über Bahnstrecke

Hochspannungsleitung mit Sicherheitsnetz über Bahnstrecke

Tingleff/Tinglev
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Mit großem Aufwand spannen Techniker die Kabel der neuen 400-Kilovolt-Stromautobahn über die Bahnstrecke Pattburg-Fredericia bei Bollersleben nördlich von Tingleff. Foto: Volker Heesch

Letzte Etappe beim Ausbau deutsch-dänischer Stromautobahn zwischen Fröslee und Kassö vor der Fertigstellung. Mit Inbetriebnahme wird Kapazität um bis zu 1.000 Megawatt erhöht.

Der Bau der neuen 400-Kilovolt-Hochspannungsleitung zwischen der Grenze bei Fröslee/Frøslev und Kassö/Kassø bei Apenrade/Aabenraa geht in die Schlussphase. In diesen Tagen werden die neuen Kabel nördlich von Bollersleben/Bolderslev über die zweigleisige, elektrifizierte Bahnstrecke Pattburg/Padborg-Fredericia gespannt.

Fertigstellung im Sommer

Die Hochspannungsmasten sind bereits vor einigen Monaten montiert worden. Im Sommer wird die Leitung fertig.

Der neue Leitungsabschnitt Fröslee-Kassö ist Teil der neuen „Stromautobahn“ Hamburg-Jütland. Foto: Tennet

„Ein Termin für die Inbetriebnahme steht aber noch nicht fest“, so Christian Jensen, der Projektleiter auf dänischer Seite beim Bau der neuen deutsch-dänischen „Stromautobahn“, die zwischen Hamburg und Kassö künftig statt bisher 1.500 Megawatt Richtung Norden bzw. 1.750 Megawatt Richtung Süden in beide Richtungen 2.500 Megawatt Strom leiten kann.

Stabilere Stromversorgung

„Damit wird die Stabilität der Stromversorgung nördlich und südlich der Grenze deutlich verbessert“, so Jensen, der auf die hohe Bedeutung der grenzüberschreitenden Stromlieferungen im Zuge des Ausbaus der Windnergie verweist. Von Kassö aus verläuft eine bereits vor Jahren auf 400 Kilovolt verstärkte Hochspannungsleitung bis nach Nordjütland. Von dort kann Windstrom aus Deutschland und Dänemark nach Norwegen und Schweden geleitet werden – oder bei Windmangel im Süden rasch Strom aus Wasserkraftwerken bezogen werden. Christian Jensen berichtet, dass die Bahnstrecke mit ihren Oberleitungen mit 25 Kilovolt Hochspannung ohne Unterbrechung des Zugverkehrs mit den neuen Kabeln überspannt werden kann. „Wir haben eine Betriebspause beim Bahnverkehr genutzt, um ein Sicherheitsnetz über die Bahn und die Oberleitungen zu spannen“, so Jensen. Auf deutscher Seite ist kurz vor der Grenze kürzlich der letzte fehlende Strommast montiert worden. Im Zuge des Ausbaus der Stromleitung wurde bei Handewitt ein neues Umspannwerk gebaut. Auch das Umspannwerk Kassö wurde erweitert. Vorgesehen ist, dass in den kommenden Jahren alte Hochspannungsleitungen zwischen Kassö und der Grenze über Klipleff/Kliplev abgebaut werden. Auch eine Leitung zwischen Klipleff und dem Kraftwerk Enstedtwerk wird demontiert. Der Bau der grenzüberschreitenden Stromautobahn wird von der Europäischen Union finanziell gefördert.

Fakten:
Die 400-KV-Verbindung Hamburg-Kassö ersetzt eine 220-KV-Verbindung aus dem Jahre 1971

Die Planung begann bereits 2009

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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