Fussball

Glücklicher SønderjyskE-Punkt gegen den Meister

Jens Kragh Iversen
Jens Kragh Iversen Sportredaktion
Hadersleben/Haderslev
Zuletzt aktualisiert um:
Erik Sviatchenko wurde bereits in der 26. Minute zum Duschen geschickt. Foto: Claus Fisker/Ritzau Scanpix

Der FC Midtjylland spielte mehr als eine Stunde in Unterzahl, war aber dennoch die bessere Mannschaft bei der Nullnummer gegen SønderjyskE.

Dunkle Wolken waren vor wenigen Wochen noch am nordschleswigschen Fußball-Himmel zu erkennen. Mit den drei Medaillengewinnern der Vorsaison vor der Brust drohte das Abrutschen ansTabellenende, doch nach zwei der drei Aufgaben sind vier Zähler aufs Punktekonto geflossen.

Nach dem 4:2-Sieg in Brøndby folgte ein torloses Unentschieden vor 5.785 Zuschauern im Sydbank Park gegen den amtierenden dänischen Meister FC Midtjylland. Für viele sicherlich ein Punktverlust, wenn man bedenkt, dass die Hellblauen mehr als eine Stunde in Überzahl spielten, aber es war unterm Strich ein glücklicher Punkt, denn der Titelverteidiger hatte auch in Unterzahl mehr vom Spiel und hätte mit einem deutlichen Chancenplus den Sieg verdient gehabt. Sebastian Mielitz im SønderjyskE-Tor hielt mit einigen Paraden den einen Punkt fest.

SønderjyskE konnte das hohe Niveau aus dem Brøndby-Spiel nicht erreichen und hatte einen schweren Stand, aber das war in erster Linie der Verdienst des Gegners, der bewies, dass der überzeugende 3:1-Sieg von vor einer Woche gegen den FC København kein Zufall war. SønderjyskE musste den Punktgewinn sogar noch teuer bezahlen. Die beiden Innenverteidiger Marc Pedersen und Kees Luijckx humpelten in der ersten Hälfte der zweiten Halbzeit verletzt vom Spielfeld und drohen im Pokalspiel am Mittwoch in Fredericia auszufallen.

Die Hellblauen wären wohl ohne Punkte geblieben, wenn der FC Midtjylland nicht ab der 26. Minute in Unterzahl gespielt hätte. Erik Sviatchenko hatte mit einer Blutgrätsche gegen den Knöchel von Marcel Rømer einen vielversprechenden SønderjyskE-Konter gestoppt. Viele Schiedsrichter hätten es hier bei einer gelben Karte belassen. Die Entscheidung, Rot zu zücken, war grenzwertig, aber dennoch vertretbar.

Der FCM war bis zum Platzverweis die klar spielbestimmende Mannschaft gewesen, hatte drei gute Möglichkeiten zur Führung gehabt. Das Spiel änderte nach der roten Karte den Charakter, der Titelverteidiger war aber trotz der Unterzahl weiterhin die bessere Mannschaft mit den klarsten Torchancen.

SønderjyskE-Trainer Claus Nørgaard hatte auf die 4-4-1-1-Formation aus dem Brøndby-Spiel zurückgegriffen, doch diese hatte 60 Minuten lang einen schweren Stand und keine echte Torchance produzieren können. Nørgaard bewies aber Mut zum Risiko und wechselte den offensiven Søren Frederiksen für den defensiver orientierten Rasmus Vinderslev ein. SønderjyskE hatte gleich danach drei gute Offensivaktionen, doch die guten Takte verpufften schnell.

Der FCM machte auch mit einem Mann weniger Druck und drängte auf den Siegtreffer, fand aber in Sebastian Mielitz seinen Meister.

SønderjyskE - FC Midtjylland (0:0) 0:0
SønderjyskE: Sebastian Mielitz – Stefan Gartenmann, Marc Pedersen (56.: Jeppe Simonsen), Kees Luijckx (64.: Anders Egholm), Simon Poulsen – Alexander Bah, Eggert Jonsson, Rasmus Vinderslev (61.: Søren Frederiksen), Christian „Greko“ Jakobsen – Marcel Rømer – Mart Lieder.
FCM: Jesper Hansen – Kian Hansen, Erik Sviatchenko, Alexander Scholz – Joel Andersson, Jakob Poulsen, Tim Sparv, Marc Dal Hende – Awer Mabil (76.: Bozhidar Kraev), Paul Onuachu (78.: Mayron George), Gustav Wikheim (76.: Mads Døhr Thychosen).
Rote Karte: Erik Sviatchenko (FCM/26.)
Gelbe Karten: Rasmus Vinderslev, Marc Pedersen, Christian „Greko“ Jakobsen – Marc Dal Hende, Joel Andersson.
Schiedsrichter: Jørgen Daugbjerg Buchardt.
Zuschauer: 5.785.

Mehr lesen