Wirtschaft

Trotz Corona läuft der Immobilienhandel nicht schlecht

Trotz Corona läuft der Immobilienhandel nicht schlecht

Trotz Corona läuft der Immobilienhandel nicht schlecht

Tondern/Tønder
Zuletzt aktualisiert um:
Bei „Nybolig“ in Tondern laufen die Geschäfte trotz Corona-Krise gut. Foto: Brigitta Lassen

Wer glaubt, dass der Kauf und Verkauf von Immobilien zum Erliegen gebracht worden ist, täuscht sich. Das bestätigt der Tonderner Makler Michael Riis. Er habe bestimmt keinen Grund zu klagen.

Seit Anfang des Jahres bis zum 1. April haben Makler Michael Riis aus Tondern und seine Mitarbeiter genauso viele Hausverkäufe abschließen können wie im gleichen Zeitraum 2019. „Wir haben keinen Grund zu klagen, obwohl die Situation für Dänemark und die Wirtschaft ernst ist. Ich will die Probleme bestimmt nicht kleinreden“, unterstreicht Riis von der Maklerkette Nybolig.

Einige Kunden in der Warteposition

Verkauft würden Häuser in allen Preisklassen, Sommerhäuser und private Genossenschaftswohnungen. „Aber es ist verständlich, dass einige Hauskäufer aufgrund der Situation ein bisschen vorsichtiger geworden sind und ihre Unterschrift erst zu einem späteren Zeitpunkt leisten wollen. Sie fürchten teils um den Verlust ihres Arbeitsplatzes, teils wollen sie die weitere Entwicklung abwarten. Einige haben auch einen Rückzieher gemacht“, beschreibt Riis das Verhalten der Interessenten.

Michael Riis ist Chef von „Nybolig“ in Tondern und Scherrebek. Foto: Archiv: DN

Finanzielles Polster

Er und seine Mitarbeiter haben trotz der Corona-Krise so viel zu tun, dass er auf keinen Angestellten verzichten kann und keinen nach Hause geschickt hat. „Wir wissen natürlich nicht, wie es weitergehen wird. Alles ist von der Dauer der Restriktionen abhängig. Aber ich habe das Empfinden, dass die Dänen ihre Konsequenzen aus der Weltwirtschaftskrise von 2009 gezogen haben. Viele haben sich ein finanzielles Polster zugelegt und haben das Geld für einen Hauskauf, zumal die Preise in unserer Kommune nicht so hoch sind wie in Großstadtgebieten. Für weniger Geld bekommt man bei uns mehr.“

Die „Nybolig“-Kette hat in Scherrebek und Tondern eine Filiale. Foto: Nybolig

Natürlich veranlasse die Situation seine Branche nicht zu Jubelausbrüchen, denn es müssten größere Umsätze verzeichnet werden, da das Frühjahr Hochsaison für Makler ist, auch begünstigt vom guten Wetter. „Wir wollen zurzeit bestimmt nicht als Schwarzseher auftreten. Wir sind uns darüber im Klaren, dass nach der gänzlich vollzogenen Öffnung des Landes einiges an Arbeit auf uns zukommt, da es zu einer Aufgabenanhäufung gekommen ist.“

Makler Leidtragender der Corona-Krise

Für ihn persönlich hat die Corona-Krise die Konsequenz, dass er die eigene Landstelle zwischen Tondern und Mögeltondern nicht jetzt verkaufen kann, obwohl es potenzielle Käufer gibt. „Es gibt drei deutsche Interessenten, die sich mein Haus anschauen wollen, aber nicht über die Grenze dürfen“, erzählt der Makler, der nach Tondern umziehen will.

Bei uns sind die Preise stabil ohne die großen Schwankungen

Michael Riis, Immobilienmakler

Die von Experten prognostizierten sinkenden Hauspreise von acht bis elf Prozent fürchtet er – je nach Dauer der Einschränkungen – nicht, da es in der Kommune Tondern nicht wie anderswo die hohen Preissteigerungen um 20 Prozent gegeben hat. „Bei uns liegen die Preise stabil ohne die großen Schwankungen.“

Hauspräsentation im Schutzmodus

Der Kontakt mit den Kunden verläuft wegen der Corona-Krise anders als sonst. Ein direkter, persönlicher Kontakt ist nicht möglich, da Nybolig eine Schließung ihrer Niederlassungen angeordnet hat. „Wer persönlich mit uns sprechen will und an unserer Tür klingelt, kann dies. Dann gehen wir einfach auf die Straße. Bei Hausbesichtigungen müssen wir Desinfektionsmittel, Gummihandschuhe und -puschen sowie Desinfektionsmittel mitbringen. „Sicherheitsanzüge tragen wir aber nicht“, meint Riis lachend.

Mehr lesen