Protest

Öffnet Grenze: Mit Hupkonzert Politiker wachrütteln

Öffnet Grenze: Mit Hupkonzert Politiker wachrütteln

Öffnet Grenze: Mit Hupkonzert Politiker wachrütteln

Seth/Sæd
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Am 17. Mai soll am Übergang Seth/Böglum für die Öffnung der Grenze demonstriert werden. Foto: Monika Thomsen

Auf deutscher und dänischer Seite wird am 17. Mai am Grenzübergang Seth/Böglum das Folketing aufgefordert, dass Dänemark die Grenze öffnet. Die grenzüberschreitende Aktion wird nicht in aller Stille über die Bühne gehen.

Mit einem sehr lauten Hupkonzert, so die Hoffnung des Initiators, soll am kommenden Sonntag, 17. Mai, die dänische Regierung bei einer Kundgebung am Grenzübergang Seth/Böglum wachgerüttelt werden. Auf beiden Seiten der Grenze sollen die Teilnehmer so stark auf die Hupe drücken, dass man es auch in Kopenhagen hören kann. Mit dieser Aktion wird Dänemark aufgefordert, die Grenze nach Deutschland zu öffnen.

Campingplatzbetreiber Allan Svendsen spendiert dem ersten Gast aus Deutschland ein Geschenk. Foto: Rømø Familiecamping

Dem Besitzer des Campingplatzes Rømø Feriencamping auf Röm, Allan Svendsen, platzte der Kragen nach der jüngsten Pressekonferenz von Staatsministerin Mette Frederiksen (Soz.). Daher hat er diese Aktion ins Leben gerufen. „Der Fremdenverkehr wurde mit keinem Wort erwähnt, weder in Phase 1 noch Phase 2 der Lockerungen. Verständnis für die zwischenmenschlichen Beziehungen im Grenzland ist nicht existent. Wir wollen zeigen, dass es uns im Grenzland auch gibt“ begründet Svendsen seine Motivation.

In unserem Kommunalrat wagen nur die Schleswigsche Partei, die Konservativen und die Liberale Allianz ihre Meinung laut zu sagen

Allan Svendsen, Rømø Familiecamping

„Meine Kritik gilt nicht nur der Regierung, sondern auch den eigenen Kommunalpolitikern von Tondern. Sie müssten aggressiv und jeden Tag eine Öffnung der Grenze fordern. Aber in unserem Kommunalrat wagen nur die Schleswigsche Partei, die Konservativen und Liberale Allianz ihre Meinung laut zu sagen“, bedauert der Campingplatzbetreiber.

Folketingspolitiker unterstützen Aktion

Daher fordert er Sympathisanten der Grenzöffnung auf, nach Seth zu kommen. Im Auto sitzend soll ab 10 Uhr kräftig gehupt werden. Danach folgen Reden von Folketingspolitikern, die eine Grenzöffnung unterstützen. Welche Politiker kommen werde, wollte er nicht verraten. Nach einer Stunde soll die Aktion erneut mit einem Hupkonzert beendet werden.

„Und dann hoffe ich, dass wir im Autokorso von Seth bis nach Tondern fahren können. Ich hoffe auch, dass wir mehr als 1.000 Teilnehmer auf dänischer Seite werden. Wie viele sich von deutscher Seite anschließen, weiß ich nicht. Meine deutschen Stammkunden beteiligen sich auf jeden Fall. Das weiß ich. Die Demonstration soll trotz des Hupkonzerts ruhig und friedlich verlaufen und alle sollten Abstand von den anderen halten“, so Allan Svendsen.

Gähnende Leere herrscht auch auf dem Autocamperplatz auf Röm. Foto: Monika Thomsen

Besonders schwer hat es der Fremdenverkehr seit der Grenzschließung. Auf seinem eigenen Platz herrscht gähnende Leere. Er muss ohne die Kunden aus dem Nachbarland mit Einbußen von mehr als 90 Prozent rechnen. So sieht der Stand jetzt aus. „Geht bei uns im Randzonenbereich erst ein Betrieb Konkurs, wird es wegen Finanzierungsengpässen keine Wiederauferstehung nach der Corona-Krise geben. Dann ist tote Hose“, ist er sich sicher.

Auch Einzelhandel betroffen

Betroffen sei nicht nur der Tourismus. Auch der Einzelhandel lechzt nach deutschen Kunden. Daher habe seine Aktion auch die volle Unterstützung des Handelsvereins Tondern und des Fremdenverkehrsvereins. „Ich bin so enttäuscht von den dänischen Politikern, das Grenzland dermaßen in Stich zu lassen, besonders auch zum 100. Jahrestag seit der Grenzziehung. Der Teppich wird uns unter den Füßen weggezogen“. Das habe er auch nordschleswigschen Folketingspolitikern geschrieben. Sie wüßten schließlich auch, wer sie ins Parlament gewählt hat, wettert Allan Svendsen.

Wer am Sonntag nicht dabei sein kann, wird dennoch der politischen Kundgebung folgen können. Die Reden werden live auf Facebook gestreamt.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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