Restaurierung

Die historischen Brücken in Grenznähe haben ihren Standort verlassen

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Der Höhenflug der renovierungsbedürftigen Süderau-Brücke

Der Abbau der Wiedau- und der Süderau-Brücke lief nach Plan. Die über 100 Jahre alten Konstruktionen aus Stahl werden in Jordkirch renoviert.

„Ich bin hier, um die Attraktion zu sehen. Das sieht man ja nicht alle Tage“, sagte Jens Christian Sörensen aus Aventoft am Mittwochvormittag in Mühlenhaus unweit seines Wohnortes.

Dort lief der Abbau der historischen Brücke über der Süderau. Die etwas weiter nördlich liegende 35 Tonnen schwere Wiedau-Brücke bei Legan (Lægan) war bereits am Dienstag erfolgreich abmontiert worden.

„Die Dänen gehen die Sache ganz pragmatisch an und entfernen einfach die Brücke“, so Sörensen, mit einem Hauch von Bewunderung in der Stimme. Zu dem Zeitpunkt hatte der Kran aus Esbjerg, der 800 Tonnen stemmen kann, seine Muskeln noch nicht spielen lassen.

Ein leistungsstarker Kran

Jens Christian Sörensen aus Aventoft verfolgte interessiert das Geschehen in Mühlenhaus.

„Es handelt sich um den größten mobilen, hydraulischen Kran Dänemarks“, erläutert die kommunale Kommunikationsmitarbeiterin Lone Rytter, die den Vorgang mit Videos dokumentiert.

Rund eine Stunde später hob der Kran die Brücke an, und sie schwebte in der Luft, bevor sie, wie geplant, auf einem Tieflader abgesetzt wurde.

Der Schwertransport nahm dann gegen 22 Uhr Kurs auf die Ostküste. Damit der Bahnübergang bei Uberg (Ubjerg) passiert werden konnte, wurde der letzte Zug von Tondern Richtung Süden abgewartet.

Die Bahnbehörde Banedanmark sorgte für freie Fahrt und legte, wie bereits am Dienstag, eine Signalanlage flach, um Platz zu schaffen.

Die Renovierung der Stahlkonstruktion der über 100 Jahre alten Brücken erfolgt im Unternehmen SM Industries in Jordkirch (Hjordkær).

Restaurierung im Doppelpack

Die Demontage wird vorbereitet.

Aus Kostengründen hatte sich die Kommune Tondern dafür entschieden, die zwei Brücken in einem Rutsch zu restaurieren. Daher ist der Grenzübergang Mühlenhaus/Aventoft seit Anfang Januar und bis Ende Juli für den motorisierten Verkehr gesperrt. Laut dem ursprünglichen Plan, mit einer Renovierung in zwei Etappen, hätte die Sperrung zwölf Monate gedauert.

Die Ausgaben belaufen sich auf knapp 23 Millionen Kronen. Während es für Autos kein Durchkommen gibt, kann die Strecke zu Fuß oder auf dem Fahrrad weiterhin über eine kleine Ersatzbrücke genutzt werden. Nur während des Abbaus war diese Möglichkeit ausgeklammert.

An den Brücken waren vor einigen Jahren Korrosionsschäden festgestellt worden. Um die Belastung zu reduzieren, wurden die Vorfahrtsregeln geändert. Somit durfte nur ein Fahrzeug auf einmal die Brücke passieren.