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Drawitter Wald: Auf „Urwald-Expedition“ mit der HAG

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Im Drawitter Wald sind alte Baumriesen zu sehen wie diese Eiche. Die Bäume werden nicht gefällt. Sterben sie ab, bleiben sie im Wald liegen. Die sich langsam zersetzenden Stämme geben Insekten Lebensraum und bieten vielen Vögeln Nahrung.

Die Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig lädt am Freitag, 23. Mai, zu einem Besuch in den künftigen Natur-Nationalpark südlich von Lügumkloster ein: Das Naturschutzgebiet „Draved Skov“ ist seit Jahrzehnten auch Ziel von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Zum Kaffeetrinken wird Harro Marquardsens Hof in Fauerby angesteuert. Anmeldeschluss ist der 18. Mai.

Die Heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft für Nordschleswig (HAG) lädt am Freitag, 23. Mai, zu einer Exkursion in den Drawitter Wald (Draved Skov) bei Lügumkloster (Løgumkloster) ein. Bis zum Sonntag, 18. Mai, sind noch Anmeldungen bei der HAG-Vorsitzenden Gisela Jepsen per Mail (giselajepsen@hotmail.dk) oder telefonisch (+45 30650036) zur Wanderung mit naturkundlichem und geschichtlichen Erläuterungen durch den einzigen Urwald in Dänemark möglich, der seit der Wiederbewaldung des Landes nach der jüngsten Eiszeit nie vollständig gerodet worden ist.

Treffpunkt ist um 13.30 Uhr auf dem Parkplatz im Wald am Dravedvej zwischen Lügumkloster und Groß Emmerschede (Store Emmerske). Die Anfahrt erfolgt per Privatauto, es können Fahrgemeinschaften gebildet werden.

Im Gegensatz zu den meisten durch Forstwirtschaft geprägten Wäldern in Dänemark mit Monokulturen findet man im Drawitter Wald eine Vielfalt von Baumarten. Dazu zählen auch die in dem Urwald heimischen Linden (Foto).

Nach einer Wanderung im Wald geht es per Auto auf den Hof von Harro Marquardsen am Assetvej 2 in Faurby (Favrby). Dort gibt es Kaffee und Kuchen. Anschließend geht es zurück zum Drawitter Wald und zum angrenzenden Königsmoor (Kongens Mose).

Neuer Natur-Nationalpark entsteht

Das Hochmoor soll zusammen mit dem Urwald Teil eines neuen Natur-Nationalparks werden. Politisch ist der Park bereits beschlossen worden. Derzeit wird das Konzept vorbereitet, das den Naturschutz verbessern soll, indem für eine Beweidung der Flächen gesorgt wird.

Auch sollen Nuturinteressierten Tier- und Pflanzenwelt vermittelt werden. Die Teilnahmekosten betragen 100 Kronen einschließlich Kaffee und Kuchen. Das Geld wird während der Tour kassiert.

Das Königsmoor ist Teil des Schutzgebietes Drawitter Wald. Das einstige Hochmoor wird seit Jahren renaturiert, nachdem es lange entwässert worden ist und Torf abgebaut wurde.

Thema auch wissenschaftliche Erforschung

Es wird auch über die wissenschaftliche Erforschung des Waldes berichtet, die vor über 75 Jahren maßgeblich unter Leitung des aus Sonderburg (Sønderborg) stammenden Botanikers und Staatsgeologen Johannes Iversen (1904-1971) eingeleitet wurde. Iversen hat die Pollenanalyse als wissenschaftliche Sparte entwickelt und herausgefunden, welche Pflanzenarten nach der Eiszeit das heutige Nordschleswig besiedelt haben.

Thema während der Wanderung auf Waldwegen sind auch die Besitzverhältnisse und Höfe im Bereich des Waldes und der angrenzenden Moore.

Diese etwas ältere Karte zeigt die Lage des Exkursionstreffpunktes an. Der Name des Hofes ist nicht korrekt, er lautet Frederiksgaard, in früheren Zeiten auch Friedrichshof.