Sondermüllentsorgung

Der letzte Nerz ist in Sonderburg verbrannt

Der letzte Nerz ist in Sonderburg verbrannt

Der letzte Nerz ist in Sonderburg verbrannt

Sonderburg/Sønderborg
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Millionen toter Nerze waren zunächst in Massengräbern vergraben worden. Foto: Casper Dalhoff/Ritzau Scanpix

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Nach zwei Monaten hat das Sonderburger Wärmekraftwerk die Verbrennung von Nerzen eingestellt. Wie die Entsorgungsaktion lief, und was der Wärmeerzeuger dabei verdient hat, verrät der Direktor des Unternehmens.

Zwei Monate lang erzeugte das Sonderburger Wärmekraftwerk Energie aus toten Nerzen, nun ist das letzte Tier am Alsensund verbrannt. Als eine von 13 Verbrennungsstationen in ganz Dänemark hatte „I/S Sønderborg Kraftvarmeværk“ seit Mitte Mai dabei mitgeholfen, die wegen einer Corona-Mutation gekeulten Nerz-Bestände im Land zu entsorgen.

Am Donnerstag vergangener Woche ist der letzte Nerz in Sonderburg verbrannt worden, so Erik Wolff, Direktor des Wärmekraftwerkes. „Nun sind alle toten Nerze ausgegraben, und in Sonderburg sind wir mit dem Verbrennen durch“, sagt Wolff. Insgesamt 862 Tonnen tote Nerze hat die Verbrennungsanlage am Alsensund in Rauch und Wärme aufgehen lassen.

Keine Klagen über Geruchsbelästigung

Klagen über Geruchsbelästigungen aufgrund der vermoderten Nerzmasse seien keine eingegangen, die Zusammenarbeit mit den zuliefernden Versorgungsgesellschaften habe hervorragend funktioniert, sagt Erik Wolff. Montags bis donnerstags hatte das Sonderburger Wärmekraftwerk seit Mitte Mai täglich 30 Tonnen Nerzmasse verbrannt.

Die gekeulten toten Nerze mussten entsorgt werden, nachdem sie zunächst in Massengräbern vergraben worden waren. Foto: René Schütze/Ritzau Scanpix

Alle Nerze in Dänemark waren Ende 2020 im Eilverfahren getötet worden, um die Ausbreitung einer Corona-Mutation zu stoppen. Vier Millionen tote Nager wurden auf dem alten Militärgelände Nørre Felding bei Holstebro vergraben. Am Montag den 12. Juli wurden die letzten Tiere aus den Gräbern gehoben und in umliegende Verbrennungsanlagen gefahren.

Für das Sonderburger Wärmekraftwerk sei das Verbrennen der Nerze ein vernünftiges Geschäft gewesen, sagt Wolff. „Wir haben uns dabei keine goldene Nase verdient, aber es war für uns und unsere Kunden ein vernünftiges Geschäft, da die Extrakosten für die Verbrennung am Ende nicht so hoch ausfielen, wie zunächst erwartet.“

Jetzt wird aus der Zwischendeponie geschöpft

Auch ohne tote Nerze hat das Wärmewerk genug Masse zu verbrennen. „Wir haben einiges an Industrieabfall seit Mitte Mai in einer Zwischendeponie gelagert, um die Nerze vorrangig zu verbrennen. Jetzt können wir aus der Zwischendeponie schöpfen – und wir haben ja auch noch den alltäglichen Haushaltsabfall der Sonderburgerinnen und Sonderburger, der verbrannt werden muss“, erläutert der Direktor des Werkes.

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