Grenzverkehr

Katamaran-Linie zwischen Flensburg und Sonderburg kommt

Katamaran-Linie zwischen Flensburg und Sonderburg kommt

Katamaran-Linie zwischen Flensburg und Sonderburg kommt

Sonderburg/Sønderborg
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Die Liinsand ist ein Hybrid-Katamaran, der 50 Personen transportieren kann. Foto: Markus Scholz/AP/Ritzau Scanpix

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Ab März 2024 soll auf der Flensburger Förde ein Katamaran zwischen Flensburg und Sonderburg hin und her fahren. Die Details verrät Kapitän Detlef Reiser.

Wer von Sonderburg aus nach Flensburg (Flensborg) und wieder zurück fahren will, kann ab März 2024 den Katamaran nehmen. Die Reederei Watten Fährlinien hatte bei der Kommune Sonderburg um Erlaubnis gebeten, mit der Liinsand an- und ablegen zu dürfen. Und sie darf.

Der kommunalpolitische Ausschuss für Gewerbe und Grünes Wachstum hat am Donnerstag die benötigten 45.000 Kronen bewilligt, um einen sicheren Ein- und Ausstiegsbereich am Sonderburger Hafen einzurichten. Zuvor hatte auch der Ausschuss für Technik, Stadt und Wohnen grünes Licht gegeben.

Der Kapitän und Geschäftsführer der Reederei, Detlef Reiser, verrät dem „Nordschleswiger“ erste Details. „Wenn alles wie geplant verläuft, dann starten wir den Betrieb am 18. März. Der Katamaran fährt montags bis mittwochs zweimal täglich, und von Donnerstag bis Samstag dreimal täglich. Sonntag wird nicht gefahren.“

Eine Strecke dauert rund 1 Stunde und 15 Minuten

Wie kam er auf die Idee? „Im Grunde wundere ich mich, dass das nicht schon längst jemand gemacht hat. Unser Katamaran ist recht zügig unterwegs, da dauert der Transport gerade mal ungefähr eine Stunde und 15 Minuten. Das ist eine ganz andere Geschichte im Gegenzug zu den Butterfahrt-Schiffen, die rund drei Stunden unterwegs sind. Jetzt lohnt sich die Fahrt, und man ist nicht zu lange auf dem Schiff“, so Reiser.

An Bord der Liinsand wird es für die Gäste lediglich eine kleine Snack-Box geben, im Gegensatz zur Butterfahrt steht der reine Transport im Vordergrund, nicht die Verpflegung an Bord.

Kapitän Reiser ist in Flensburg geboren und aufgewachsen, er kennt die Butterfahrten selbst noch von früher. „Also dachte ich: fragen kostet nichts, und ich habe die entsprechenden Anträge für Flensburg und Sonderburg fertig gemacht. Und bisher kam nur positive Resonanz.“

Durch das bilaterale Abkommen für den Schiffsverkehr auf der Flensburger Förde war es ebenfalls kein Problem, von den nationalen Behörden die Erlaubnis einzuholen. Zudem ist das Schiff nach EU-Vorgaben gebaut. Im Grunde sei jetzt alles in trockenen Tüchern, sagt Reiser.

Der Name Elblinien wird sich ändern – denn in Zukunft fährt die Liinsand auf der Flensburger Förde, und nicht länger auf der Elbe. Foto: Bodo Marks/AP/Ritzau Scanpix

Eine Hin- und Rückfahrt wird rund 29 Euro kosten. Die genauen Preise stehen aber bisher nicht fest und werden in den kommenden Wochen festgelegt. 50 Personen können an Bord der Liinsand mitfahren. Derzeit liegt der Hybrid-Katamaran im Winterquartier in Grünendeich an der Elbe, wo er 2023 zwischen Niedersachsen und Hamburg auf der Elbe verkehrte.

„Mitte Dezember fahren wir die Liinsand nach Flensburg, und von da aus bereiten wir dann alles Weitere vor.“ Eine Frage ist aber noch offen: der Name der Katamaran-Line. „Da wir jetzt dann nicht mehr auf der Elbe fahren, müssen wir einen Namen finden, der das deutsch-dänische Grenzland widerspiegelt“, sagt der 50-jährige Kapitän. Eine entsprechende Internetseite wird eingerichtet, auf der alle Informationen, auch zum Kartenverkauf, zugänglich sein werden.

Sonderburg hofft auf Tagestouristen und übernachtende Gäste

Der bisherige Fahrplan in groben Zügen: Die erste Fähre des Tages ab Flensburg wird am Vormittag um 9.45 Uhr ablegen, ab Sonderburg etwa gegen 11 Uhr. Die letzte Fähre des Tages zurück nach Flensburg geht um 18.30 Uhr. Der genaue Fahrplan wird aber noch bekannt gegeben.

Christel Leiendecker ist Stadtratspolitikerin der Schleswigschen Partei (SP) und Mitglied des Ausschusses. „Wir haben den Antrag bewilligt, weil wir den Tourismus fördern und wirtschaftliches Wachstum schaffen wollen. Wir wollen sowohl Tagestouristen als auch übernachtende Gäste nach Sonderburg holen. Diese Vision unterstützt die Pläne, die uns vorgelegt wurden.“

 

 

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