Gesellschaft

Woyens: Jugendprojekt am Bahnhof vor dem Aus

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Der Bahnhof in Woyens ist nach Auffassung des Jugendausschusses doch nicht der richtige Ort für einen Jugendtreff.

Nach knapp zwei Jahren zieht die Kommune Hadersleben Bilanz: Das Jugendprojekt in Woyens sollte für mehr Ruhe am Bahnhof sorgen, doch konnte offenbar die Probleme nicht lösen. Die Ausschussvorsitzende würde den jungen Menschen aber gern etwas Neues anbieten.

Der Jugendausschuss der Kommune Hadersleben hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, das Jugendprojekt am Bahnhof in Woyens (Vojens) nicht weiterzuführen. 

Das zeitlich befristete Projekt entspringt laut Sitzungsreferat einem politischen Beschluss aus dem Jahr 2023. Ziel war es, jungen Menschen in Woyens mehr Freizeitangebote zu bieten, um damit Unruhe um den Bahnhof herum einzudämmen (wir berichteten). Das Projekt startete im Januar 2024 im Bahnhofsgebäude. 

Die Jugendschule (Ungdomsskolen) war der primäre Akteur und sollte Unterstützung seitens einer Begleitgruppe (følgegruppe) bestehend aus lokalen Partnern und der Verwaltung erhalten. Schließlich wurde ein freiwilliger Verein, Ungdomshuset Vojens, gegründet.

Verlängerung aufgrund guter Erfahrungen

Im November 2024 verlängerte der Jugendausschuss aufgrund guter Erfahrungen das Projekt bis Ende 2025. Dann allerdings nahm die Unruhe laut Bericht wieder zu. Die Politik beschloss Verkehrsberuhigung und Videoüberwachung.

Die Begleitgruppe kommt in ihrem Referat nun zu einem nüchternen Ergebnis. Keines der Gruppenmitglieder empfiehlt die Fortsetzung des Projektes im bestehenden Format. Das Problem am Bahnhof sei nicht gelöst worden, heißt es. 

Die Begleitgruppe weist darauf hin, dass der überwiegende Teil der Jugendlichen mitgezogen habe. Der negative Einfluss einer kleinen Gruppe von Personen habe jedoch die Bemühungen torpediert. Die Gruppe empfiehlt, die Angebote nach Altersgruppen zu trennen.

Petersen nicht überrascht

Karsten Hansen Petersen engagiert sich für die Jugend in Woyens. Er hat sich aber nach eigener Aussage vom Projekt ferngehalten. Ihn überrasche es nicht, dass das Jugendprojekt gescheitert sei, so Petersen. Seiner Auffassung nach wurde zu wenig ausprobiert. Ideen seien nicht verfolgt worden. 

Skødt: Brauchen Angebot für Jugendliche

Marie Skødt (Soz.), Vorsitzende des Jugendausschusses, ist sich sicher, dass die Jugendlichen in Woyens ein Angebot brauchen, nur sei der Platz am Bahnhof nicht der passende Ort, weil es dort zu Situationen gekommen sei, in denen sich Bürgerinnen und Bürger nicht sicher fühlten. „Wir brauchen einen Ort und Angebote für junge Menschen in Woyens“, sagt sie. Eine Finanzierung gebe es derzeit nicht, doch wolle sie sich für die Schaffung eines Angebotes einsetzen, so Skødt.